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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Wenn alles drunter und drüber geht, braucht die Seele Beistand Erste hauptamtliche Notfallseelsorgerin des Kirchenkreises ordiniert
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05.05.2004 16:38
Feierlich ging es kürzlich in der Geisweider Talkirche zu und das, obwohl die inzwischen anfällig gewordene Orgel mal wieder sowohl überraschend als auch kurzfristig ihren Dienst verweigert hatte. Ganz im Gegensatz zu Lara vom Orde, die gerade am Streiktag der Orgel ordiniert und damit offiziell als erste hauptamtliche Notfallseelsorgerin des Kirchenkreises mit einem Arbeitsumfang von 75% in den Dienst berufen wurde. Fast bildhaft: Bei unvorhergesehenen Ereignissen, allerdings oft mit schwerwiegenden Folgen, wird die Notfallseelsorgerin und Pfarrerin z.A. (zur Anstellung) auch in Zukunft anwesend sein um dann unbeirrt ihren Dienst als Seelsorgerin tun. Superintendent Friedemann Hillnhütter betonte in seiner Eröffnungsrede, dass Pfarrer oder Pfarrerin nicht nur ein Beruf, sondern in erster Linie eine Berufung sei. „Der Glaube wird nicht mit dem Gehalt auf das Konto überwiesen“, erläuterte Hillnhütter, „sondern bedeutet, das ganze Leben in den Dienst Gottes zu stellen.“ Die Notfallseelsorge sei ein wichtiges Arbeitsfeld, das gerade in den letzten Jahren im Siegerland an Bedeutung gewonnen habe. Hillnhütter warnte aber: „Die Person und die Tätigkeit sind zwar eine Einheit, aber Pausen gehören dazu“. Wie es jedoch um persönliche Auszeiten bestellt sein wird, muss sich noch zeigen. Der hohe Bedarf an seelsorglicher Betreuung bei Notfällen, die von Hilfs- und Rettungskräften aber auch von Angehörigen der Opfer in Anspruch genommen werden kann, wurde erst im Februar bei einer Informationsveranstaltung bestätigt. Mitarbeitende im Rettungs- oder Hilfsdienst aus Siegen hatten sich zum Austausch mit dem Ziel einer stärkeren Vernetzung getroffen. Lara vom Orde ist die einzige hauptamtliche Notfallseelsorgerin unter 15 hiesigen Notfallseelsorgern unterschiedlicher Konfessionen. Das Team ist im Wechsel im Bereitschaftsdienst und wird bei Bedarf über einen Pieper an den Ort des Geschehens gerufen. „Wenn im Katastrophenfall alles drunter und drüber geht, ist es wichtig, dass sofort begleitende Hilfe für die oft seelisch überforderten Menschen bereit steht.“ Vom Ordes Tatkraft hat ihren Ursprung schon bei ihrer Konfirmation, deren Spruch sie für die Ordination wieder gewählt hat: Alles was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen (Kol.3,23). Die Konfirmation sei eine wichtige und zukunftsweisende Station in ihrem Leben gewesen. „Der Glaube und die Lebensthemen mit all den Fragen sind ganzheitlich“, so die Notfallseelsorgerin. „Sie spiegeln sich in allen Lebensbezügen und nicht nur in der Kirche wieder.“ Schon damals sei der Wunsch entstanden, dem Leiden der Menschen die Nähe Gottes entgegenzusetzen und dabei zu helfen, sie erfahrbar zu machen. Eigene Erfahrungen hat sie während ihres beruflichen Werdegangs sowohl in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit Altenpflege, der Arbeit mit psychisch Kranken, mit Polizeiseelsorge als auch mit Theaterpädagogik gesammelt. Ihr evangelisches Theologiestudium absolvierte sie an der Ruhr-Universität Bochum, an der Karl-Ruprecht-Universität Heidelberg und an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit dem Abschluss Diplom-Theologin. Text zum Bild: Lara vom Orde wurde kürzlich zur Pfarrerin als hauptamtliche Notfallseelsorgerin ordiniert.

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