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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Fullhouse in Rudersdorf Neues Gottesdienstkonzept geht auf
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05.05.2004 16:40
Wer sagt eigentlich, Kirche dürfe keinen Spaß machen und sei langweilig? Mindestens vier bis fünf Mal im Jahr beweist die Kirchengemeinde Deuz sonntagabends um 19 Uhr, dass dies nicht stimmt. Fullhouse heißt der noch neue Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde im ansonsten katholischen Johannland. Und der Name war jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Programm. Bis auf den letzten Platz besetzt war die kleine Kirche in Rudersdorf mit jungen Leuten zumeist zwischen 20 und 40 Jahren alt. Die Kirchenmusik war vom feinsten. Die Orgel blieb im Schrank und wurde durch Keyboard, Gitarre und Saxophone ersetzt. „Half of the Middle“ nannte sich die Formation, die zeigte, dass christliche Pop-Balladen bei jungen und jung gebliebenen Älteren ankommen. Die Namen der Musiker Liisa Wahler, Hans-Martin Wahler und Wolfgang Ponwitz, im Siegerland keine Unbekannten, stehen für Qualität. Kurzweilig waren die Gottesdienstabschnitte. Trudel Müller führte humorvoll und witzig ins Thema ein: Du darfst so bleiben wie du bist. Die Werbung macht’s schlanken Menschen leicht. Aber wer ein paar oder noch mehr Pfunde zuviel mit sich herumschleppt? Du darfst so bleiben wie du bist, auch wenn es heißt: Noch ein Schnittchen Schneewittchen? Ein kleines Theaterstück, gespielt von Ulrike Schäfer-Vitt und Nicole Klemm, verdeutlichte eine weitere Seite zum Thema, kurzweilig und unterhaltsam. Zwischendurch immer wieder Musik. Dann trat Stefan Turk, seines Zeichens Pfarrer, auf die Bühne an den Bistrotisch. Zwei Gläser Sekt wurden eingeschenkt. Gibt’s was zu feiern im Gottesdienst? Der Mann im dunkel-beigen Anzug fängt an zu erzählen. Religion ist, was man nicht darf, beschreibt er, was viele Menschen denken. Du musst und du musst und wehe wenn du es nicht schaffst. Er erzählt die Geschichte von dem kleinen Zollbeamten Zachäus, verhasst bei den Leuten in Jericho, die von ihm über’s Ohr gehauen werden. Mit dem wollte Jesus was zu tun haben. Dessen Leben krempelte der Mann aus Nazareth gründlich um. Ach so, deshalb gibt’s was zu feiern im Gottesdienst. Klar, bei Zachäus zu Hause gab’s auch Grund, das neue Leben des Zöllners zu feiern. Und das neue Leben ließ sich Zachäus richtig was kosten. Freiwillig. Er gab mehr zurück, als er sich ergaunert hatte. Zeit für den nächsten Musiktitel. Instrumental: Ich lobe meinen Gott, von ganzem Herzen. Dann die Bekanntmachungen. Der Gottesdienst ist schon vorbei. Leider. Ohne Zugabe dürfen die Musiker den Chorraum der Kirche nicht verlassen. Soviel Zeit muss sein. Es war ja nicht langweilig. Christof Mann, der Moderator des Abends, gibt es bekannt: Der nächste Fullhouse-Gottesdienst findet am 10. Oktober statt. Thema: Probleme sind (k)ein Thema. Die vier Frauen von Ladypepper geben dann den Ton an. Es sollen auch noch Leute mitgebracht werden. Aber es war doch schon voll. Das Angebot zu Gesprächen im Foyer wird angenommen. Kurz nach dem Gottesdienst dringt angeregtes Gemurmel durch die Räume. Die acht ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden sind zufrieden. Am kommenden Mittwoch fangen die Vorbereitungen für den nächsten Fullhouse-Gottesdienst an. kp Text zum Bild: (Foto: Karlfried Petri) Dass neue Gottesdienstformen junge Menschen ansprechen, bewies einmal mehr der Fullhouse-Gottesdienst in Rudersdorf. Ulrike Schäfer-Vitt (links) und Nicole Klemm fragten mit einem kleinen Theaterstück, ob es wirklich gut ist, wenn alles so bleibt wie es ist.

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