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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Des einen Kleid – des andern Leid Eine Ausstellung über die Folgen unseres Kleidungskonsums in der Dautenbach
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05.05.2004 16:41
Des einen Kleid – des andern Leid, lautet der Titel einer Ausstellung, die am 1. Mai im Gemeindehaus Dautenbach in Weidenau eröffnet wurde. Gäste aus Kirche, Politik und dem Wirtschaftsleben hatten sich dazu im Gemeindehaus eingefunden. Die Ev. Kirchengemeinde Weidenau, der Kirchenkreis Siegen, der Bezirksverband der Ev. Frauenhilfe, der Deutsche Gewerkschaftsbund und das landeskirchliche Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) wollen mit der Ausstellung auf die Folgen eines unverantwortlichen Kleiderkonsums aufmerksam machen. In ihrem Grußwort machte es Gemeindepfarrerin und Synodalassessorin Annette Kurschus deutlich: „Ich trage mit dem, was sich tue oder lasse, was ich kaufe oder nicht kaufe, was ich unterstütze oder boykottiere – ich trage damit an meinem Platz ein Stück Weltverantwortung. Was ich glaube, wie Gott zu mir steht und was er bei mir sucht – das hat nicht nur mit Gott und mir zu tun – sondern das stellt mich mitten hinein in die Welt, die Gott geschaffen hat. An die Seite aller anderen Menschen, die ihm am Herzen liegen. Weltweit.“ Es sei ein historisches Datum, so Superintendent Friedemann Hillnhütter, dass Kirche und Gewerkschaft eine gemeinsame Aktion starteten. Kirche stehe in der weltweiten Verantwortung. Sie sei zwar kein Konzern, aber ein „Global Player“, nahe bei den Menschen. Das Thema Globalisierung sei dieses Jahr Thema der Landeskirche. Die Kirche habe sich eindeutig zu positionieren. Gewerkschaftler Willi Brase (MdB) weist darauf hin, dass die Gewerkschaft sich schon seit Jahren für saubere Kleidung einsetzt. Sie habe dankbar eingewillt, als die Kirche angefragt habe, in einer gemeinsamen Aktion auf die schlimmen Verhältnisse der Kleiderproduktion in der Welt aufmerksam zu machen. Dieser Weg solle weiter beschritten werden. An vielen Orten der Welt sei die Kleidungsproduktion weder menschenwürdig noch sozialverträglich. Der DGB habe die Schulen angeschrieben und auf die Ausstellung hingewiesen. Einige Klassen hätten sich schon angemeldet. Unter welchen erbärmlichen, menschenunwürdigen Bedingungen Frauen in Indonesien Kleidung nähen, die bei uns preisgünstig angeboten wird, machten Irene Girsang von der Vereinigten Evangelischen Mission, Wuppertal, und Frauen aus Indonesien mit einer Spielszene und der Beschreibung des Tagesablaufes einer Näherin in Indonesien deutlich. Anschließend erläutere Matthias Elsermann von der Regionalstelle des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der EkvW die Ausstellung, die, zwar mit minimalen Mitteln erstellt, dennoch sehr informativ und aufschlussreich „über die Folgen unseres Kleidungskonsums“ informiert. Die Ausstellung wurde vom Land NRW prämiert. Es geht, so Elsermann, auch um die Einhaltung sozialer Mindeststandards, die in der „Sozialcharta für den Handel mit Kleidung“ der europäischen CLEAN CLOTHES CAMPAIGN (CCC) festgeschrieben sind und auf Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO beruhen. Die Kampagne für Saubere Kleidung, so ist auf einer der Tafeln zu lesen, will der hemmungslosen Schinderei an den Nähmaschinen Grenzen setzen. Hartmut Sperl am Klavier, gestaltete gekonnt den musikalischen Rahmen der Ausstellungseröffnung. kp Text zum Bild: (Foto: Karlfried Petri) Mit vereinten Kräften wollen Kirche und Deutscher Gewerkschaftsbund im Siegerland auf die Folgen unseres Kleidungskonsums in der Dritten Welt und Osteuropa aufmerksam machen und für einen verantwortlichen Umgang mit Kleidung werben. Gleichzeit treten beide für die Einhaltung internationaler Arbeitsrechte ein.

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