Bookmark and Share

Kontakt    

Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Relevanz evangelischer Publizistik
Pfarrkonferenz ließ sich informieren

03.03.2016 11:18

Nicht die Evangelische Kirche von Westfalen und die lippische Landeskirche verantworten die publizistischen Aktivitäten in ihrem Einzugsbereich, sondern ein eingetragener Verein hat diese Aufgabe inne. 1907 wurde der Evangelische Presseverband für Westfalen und Lippe e.V. (EPWL) im Hotel Dünnebacke, Witten, gegründet. Er verantwortet seit 1946 die evangelische Wochenzeitung „Unsere Kirche“ (UK), die damals „Neue Kirche“ hieß. Hinzu kommen der  Luther-Verlag sowie der epd-Landesdienst West, eine unabhängige Nachrichtenagentur mit Redaktionen in Bielefeld, Düsseldorf und Saarbrücken. Letzteres ist eine Gemeinschaftseinrichtung der westfälischen, rheinischen und lippischen Landeskirchen. Der Arbeitsbereich Kommunikation mit Internetarbeit, Social Media, Werbemittel und Pressesprecher gehört zum Landeskirchenamt. Eine zugegeben nicht ganz unkomplizierte Struktur.

Die Pfarrkonferenz im Ev. Kirchenkreis Siegen ließ sich kürzlich während ihrer Tagung im Evangelischen Gemeindehaus Hilchenbach über die Bedeutung der evangelischen Publizistik informieren. Eingeladen hatte sie dazu Pfarrer Bernd Becker, seit 2013 Geschäftsführer des Evangelischen Presseverbandes für Westfalen und Lippe. Becker, gebürtig aus Kreuztal, ist zudem Mitglied des Moderamen des Reformierten Bundes. Ebenfalls aus Bielefeld angereist war Martineum-Diakon Jörg Patzwald, der für den Vertrieb von „Unsere Kirche“ und im Luther-Verlag zuständig ist. Patzwald: „Medienarbeit hat viel mit Verkündigung zu tun.“

Becker machte deutlich, dass die evangelische Zeitung „Unsere Kirche“ nicht unter der Maßgabe der Landeskirche stehe, zu der aber eine enge Verbundenheit gepflegt werde. Natürlich bestehe Loyalität zur Landeskirche, die sich jedoch nicht in die Redaktionsarbeit einmische. Ab und zu komme schon mal ein Anruf aufgrund eines kritischen Artikels mit dem Tenor: „Musste das denn jetzt sein?“ Ja, es habe dann aus Sicht der Redaktion sein müssen.

In allen Regionen der Evangelischen Kirche von Deutschland gibt es sogenannte evangelische Wochenzeitungen. Aber auch denen ergehe es nicht anders, als den säkularen Zeitungen. Die Auflagen würden geringer. So sei die Evangelische Zeitung Hannover eingestellt worden und auch das Kasseler Sonntagsblatt stehe vor dem aus. „Unsere Kirche“ habe eine verkaufte Auflage von 35.000 Exemplaren und erreiche somit etwa 80–90.000 Menschen. UK ist die einzige Zeitung, die über das landeskirchliche Leben und darüber hinaus informiert und eine innerkirchliche Verbundenheit fördert. Die Aufgabe von UK ist,  Informationen über Religion, Kirche, Kultur und Gesellschaft zusammenzustellen und zu verbreiten und dabei Orientierung zu Fragen des Glaubens und des Lebens zu geben.

Zu einem Ärgernis führte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder die Haustürwerbung. Die habe man, so Becker, im vergangenen Herbst eingestellt. Sie sei nicht mehr zeitgemäß. Nun überlege man, wie anderweitig Leserinnen und Leser für „UK“ geworben werden könnten. Man wolle demnächst versuchen über die Gemeindebriefe für UK zu werben und bitte hierbei um Unterstützung.

Im Internet ist UK auch vertreten, allerdings werden dort keine UK-Artikel publiziert, sondern ausschließlich epd-Meldungen. Eine neue Internetseite sei in Arbeit. Seit kurzem ist „Unsere Kirche“ auch in digitaler Form als App erhältlich.

Becker: „Die Zeitung ist ein Forum für Menschen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen innerhalb der Kirche.“ Die Marke lautet heute „UK – Die Zeitung mit der guten Nachricht – mitreden. mitdenken. mitmachen.“ UK gebe denen eine Stimme, die nicht so gehört würden. Es gehe ihr aus dem christlichen Selbstverständnis heraus um soziale Gerechtigkeit, Flüchtlinge, Inklusion und auch Integration. Dazu komme der evangelische Blick auf die Welt. Becker: „Die Redaktion stellt sich immer wieder die Frage, warum ein Thema aufgegriffen werden soll. Dazu gehören natürlich auch politische Themen. Nicht selten wird über ein Thema gestritten.“ Die Redaktion setzt sich aus Theologen und Journalisten zusammen.

kp

 

Text zum Bild oben: (Foto Karlfried Petri)

Eine informative Pfarrkonferenz über die evangelische Publizistik und eine Zeitung, die dieses Jahr 70 Jahre alt wird.

Im Bild von links: Synodalassessor Rolf Fersterra, der die Pfarrkonferenz leitete, sowie Jörg Patzwald und Bernd Becker.


zurück zur Übersicht



Archiv:
2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003