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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Bach-Chor Siegen präsentiert sein Saisonprogramm 2016/17
„Die Berührung zwischen Gott und der Seele ist Musik.“

07.09.2016 11:25

Unter dem Motto „Die Berührung zwischen Gott und der Seele ist Musik“ präsentiert der Bach-Chor Siegen unter der Leitung von KMD Ulrich Stötzel sein neues, dieser Tage herausgebrachtes aktuelles Saisonprogramm. Auch in der nun beginnenden Kirchenmusik-Saison 2016/17 wird dem Zuhörer eine breitgefächerte Vielfalt an Kompositionskunst durch viele Jahrhunderte in ganz unterschiedlichen Besetzungen geboten.

Seit über 30 Jahren gibt es in der Martinigemeinde die Tradition der Kantaten-Gottesdienste, die sich ungebrochener Beliebtheit erfreut. Mit der Aufführung von Bachs Kantate BWV 138 „Was betrübst du dich, mein Herz“ am 4. September eröffnet der Bach-Chor seine umfangreiche Veranstaltungsreihe. Passend zum Martinimarkt am 30. Oktober erklingt die festliche Ratswahl-Kantate BWV 29 „Wir danken dir, Gott“. Nach einigen Jahren wird wieder ein Silvester-Gottesdienst mit großer Kirchenmusik gestaltet: So erklingt am 31. Dezember um 17 Uhr in der Martinikirche Bachs MAGNIFICAT  D-Dur  BWV 243. Diesen Jahresschluss-Gottesdienst hält Präses Annette Kurschus. Als Abschluss der Kantatenreihe führt der Bach-Chor zum Pfingstfest, am Sonntag, den 4. Juni 2017 um 10 Uhr schließlich die Bach-Kantate BWV  34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ auf.

Für alle Freunde des Choral-Evensongs und für die, die es werden wollen, gibt es am 1. Advent, den 27.November um 18 Uhr und erstmalig zur Osternacht am Karsamstag, den 15. April um 23 Uhr die Gelegenheit, diese festlichen Abendgottesdienste der 1500 Jahre alten englischen Liturgie-Tradition gemeinsam mit dem Superintendenten Peter-Thomas Stuberg mitzufeiern.

Mit den Darbietungen von drei großen oratorischen und chorsymphonischen Konzerten setzt der Bach-Chor wiederum besondere musikalische Akzente. So werden am Samstag, den 5. November im Gläsersaal um 20 Uhr Johannes Brahms (Schicksalslied und Nänie)und Max Reger (Hebbel-Requiem, Der Einsiedler und Lateinisches Requiem) im Zentrum stehen. Für dieses außergewöhnliche Konzert  konnte erfreulicherweise der „Ausnahme-Bariton“ Klaus Mertens gewonnen werden. 2016 jährte sich zum 100. Mal der Todestag Max Regers. Der bei Weiden geborene Komponist stand auf faszinierende Weise zwischen den Epochen. In genialer Manier verband er in seinem umfangreichen Werk das polyphon-lineare Denken Bachs mit der Ausdruckswelt von Johannes Brahms zu einem ganz persönlich geprägten Kompositionsstil. Damit wird zugleich die krisenhafte Übergangsphase zwischen Romantik und Moderne charakterisiert. Was gewiss die wenigsten Siegener wissen: Am 2. Februar 1913 trat Max Reger sehr erfolgreich im Siegener Kaisergarten auf, wo er mit seiner Meininger Hofkapelle ein umfangreiches, höchst anspruchsvolles Programm musizierte.

Die H-Moll-Messe ist eine der bedeutendsten geistlichen Kompositionen der Musikgeschichte. Es handelt sich um Bachs letztes großes Vokalwerk, in welchem er großenteils repräsentative Kompositionen aus allen seinen musikalischen Schaffensphasen verwendet hat. Dieses „Summa summarum“ Johann Sebastian Bachs wird am Samstag, den 10. Dezember um 19 Uhr in der Martinikirche erklingen. Hervorragende Vokalsolisten und die stilistisch hochversierte Hannoversche Hofkapelle stehen gemeinsam mit dem Collegium vocale und seinem Dirigenten Ulrich Stötzel fast schon als Garant für eine hochkarätige Interpretation.

Zum ersten Mal in Siegen soll am Samstag, den 8. April um 19 Uhr die Matthäus-Passion des wohl bedeutendsten „Bach-Sohnes“ Carl Philipp Emanuel aufgeführt werden. Als C. P. E. Bach 1768 das Amt des Hamburger Musikdirektors von seinem Patenonkel Georg Philipp Telemann übernahm, wurde dem bis dahin am Hofe Friedrich des Großen tätigen Musikers ein großes Pensum an Kompositions- und Musikausführung abverlangt. War es die Not der Stunde, eine Hommage an seinen Vater, oder beides… In jedem Fall stellt seine erste Hamburger Passionsvertonung in ihrer Kombination von Neukompostion im frühklassichem Stil und der Verwendung zahlreicher Teile aus J. S. Bachs Matthäus-Passion - 1729 in Leipzig erstmalig aufgeführt – eine mehr als reizvolle Besonderheit dar!

Auch die Martini-Orgel mit ihren farbenreichen Klangmöglichkeiten wird in dieser Saison in mehreren Konzerten zu hören sein: Im Rahmen der `Siegener Orgelwochen´ musizieren am Sonntag, den 18. September 2016 um 20 Uhr die in Siegen hochgeschätzten Künstler Klaus Mertens – Bariton, Joachim Pliquet – Trompete und Arvid Gast – Orgel. Diese Konzert widmet sich ganz der Epoche, in der die Trompete als virtuoses Soloinstrument hervorzutreten begann, und in der die Kombination Gesang und Orgel eine musikalische Glanzzeit erlebte: dem Barock. heutige Konzert widmet Unter der Überschrift „Farbenreichtum norddeutscher Orgelmusik“ gestaltet der Martiniorganist Ulrich Stötzel am Sonntag, den 18. März um 18 Uhr ein Programm, welches sich ganz auf die Orgelkultur Norddeutschlands im 17. Jahrhundert konzentriert. In dieser einzigartigen Tradition der Musikgeschichte entwickelte sich die Orgel zum herausragenden Instrument jener Zeit. Der Orgelbauer Arp Schnittger und der Komponist Dietrich Buxtehude – diese Namen stehen als Paten für diese Blütezeit der Orgel. Die Martiniorgel mit ihren typisch norddeutschen Farben, aber auch in ihrer historisch angelehnten Stimmung, bietet gewiss ein ideales Forum für die Interpretation dieser Musik.

Studenten der Universität Siegen gestalten am Donnerstag, den19.Januar um 20 Uhr in der Martinikirche einen abwechslungsreichen `Bach-Abend‘ auf unterschiedlichen Instrumenten. Als Gastchor darf am Samstag, den 1. Oktober 2016 um 19 Uhr der `Canzonetta–Kammerchor Leipzig´ in der Martinikirche begrüßt werden. Unter dem Thema „Du Geist der Kraft und Wahrheit“ musiziert dieses mehr professionelle Ensemble unter Leitung von Gudrun Hartmann anspruchs- und wirkungsvolle Chormusik unterschiedlicher Epochen.

Seit Jahren ist der Bach-Chor an renommierten Kulturstätten als Botschafter unserer Region zu Gast. So wird das Ensemble am 20. Mai wieder einmal die Thomaner vertreten und in der Leipziger Thomaskirche auf Wunsch Martin Palmeris Tangomesse zur Aufführung bringen. Einen Tag zuvor, am 19. Mai erklingt um 20 Uhr das gleiche Werk in der evangelischen Kirche zu Attendorn. Ein besonderes „Highlight“ dieser Saison ist mit Sicherheit die Konzertreise nach Japan. Als Kulturbotschafter, erneut unterstützt durch das Goethe-Institut, musizieren das Collegium vocale gemeinsam mit einem Ensemble des Bach-Orchesters doppelchörige Motetten von J. S. Bach, Vivaldis „Gloria“, sowie Werke von Telemann, Mendelssohn und Rutter.

Die stattliche CD-Reihe, ein Markenzeichen der Bach-Chor-Arbeit, wird um eine weitere Produktion bereichert: Im kommenden Jahr wird die WDR-Produktion von Palmeris „Misatango“ und anderer Tangokompositionen von Piazzolla auf CD erscheinen.

Die Saison endet am 23. Juni 2017 mit einem großen Konzert in der Siegerlandhalle zum Kirchenkreisfest. In großer Chorbesetzung, gemeinsam mit der Kantorei Siegen und der Philharmonie Südwestfalen, werden unter Leitung von Ute Debus und Ulrich Stötzel um 19 Uhr zwei bedeutende Werke Mendelssohns erklingen: „Lobgesang“ op. 52 und „Der Psalm 95“ op. 46. Mendelssohn schrieb über seinen „Lobgesang“ das Luther-Zitat „Sondern ich wöllt alle Künste, sonderlich die Musica, gern sehen im Dienst des, der sie geben und geschaffen hat.“   Was wäre als Schlusspunkt besser geeignet?!

Alle Konzerttermine in der Übersicht gibt es in dem bei Vorländer gedruckten, ansprechenden Programmheft sowie im Internet unter www.bachchor.de.

Petra Böer


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