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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Jahresfest des Bezirksverbandes der Siegerländer Frauenhilfe Was geht mich das an? – Menschen neben mir in einer immer kälter werdenden Gesellschaft
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11.06.2004 15:56
Das soziale Netz wird immer grobmaschiger. Nachbarschaftshilfe gerät zusehends in die gesetzliche Grauzone. Der Individualismus nimmt zu. Viele Gründe, für den Bezirksverband der Siegenländer Frauenhilfe sein Jahresfest unter das Thema „Was geht mich das an? – Menschen neben mir in einer immer kälter werdenden Gesellschaft“ zu stellen. Pfrn. Ute Waffenschmidt Leng würdigte in ihrem Grußwort des Kirchenkreises die Arbeit der Frauenkreise, in denen Frauen Raum fänden, ihr Leben als Frauen im Licht des Glaubens und der biblischen Tradition zu bedenken. Die Kreise seien auf der Höhe der Zeit und behandelten aktuelle Themen. Frauen seien wichtig für das Bild des Kirchenkreises im Siegerland. Pfr. Gerd Hafer überbrachte die Grüße der Kirchengemeinde Burbach. Die Buchautorin und bundesweit gefragte Rednerin Heidi Krause-Frische griff die Frage, was gehen mich die andern an, auf, und beleuchtete sie im Licht des christlichen Glaubens. Sie berichtete aus ihrer ehemaligen Arbeit in der Berliner Stadtmission. In der Citystation, direkt am Kuhdamm gelegen, kümmerte sie sich viele Jahre um obdachlose, alkohol- und drogenabhängige Menschen. Auf die Burbacher Kanzel brachte sie eine Steigerwaldfigur mit: Ein kleines Kind kuschelt sich in eine überdimensionale Hand. „Gottes unüberbietbare Nähe ist das Hauptthema der Bibel. Gottes Gedanken der Liebe gehen uns alle an“, so Krause-Frische. Wir Menschen lägen Gott immer am Herzen. Er mache uns empfindsam für eigene und andere Schmerzen. Schmerzen seien nicht nur schrecklich, sondern auch ein hilfreiches Alarmsignal. „Kümmere dich um deinen Kummer, um deinen Schmerz. Schmerzen sind oft der Anfang einer Heilung“, riet sie den Frauen in Burbach. Wenn über Jesus Christus in der Bibel geschrieben stehe: ‚Durch seine Wunden sind wir geheilt’, bekomme diese Aussage für sie eine besondere Bedeutung. Meine Krankheiten, Kränkungen und Unrecht haben ihn getroffen. Wenn sie den Schmerzensmann am Kreuz sehe, gehe es ihr durch und durch. „Jesus ist uns am nächsten, wenn uns die Not der Menschen berührt“, so die Referentin. Abschließend erzählt sie aus dem Leben von Sabine Ball. Mit 24 verlässt die junge Frau Deutschland und heiratet in Amerika einen Millionär, der sich als Alkoholiker entpuppt. Sie gerät ins Fragen. Warum bin ich auf der Welt? Was tue ich hier? Was ist mein Sinn und meine Aufgabe? Sie geht in ein Kloster in Nepal und kehrt unzufrieden zurück. Ein junger Mann erklärt der inzwischen 46-jährigen Frau die Bibel und Sabine Ball findet Sinn, Wahrheit und eine Aufgabe. Mit 68 Jahren kommt sie nach Dresden und gründet das Café „Stoffwechsel“. Dort sorgt sie seit über 10 Jahren gemeinsam mit freiwilligen Helfern um Leib und Seele von Jugendlichen und Straßenkindern. „Gottes Gedanken der Liebe gehen uns alle an.“ Heidi Krause-Frische machte den Frauen Mut, sich mit ihrer emotionalen Kompetenz anderen zuzuwenden und ihnen in der Liebe Gottes zu begegnen. Im Angesicht Gottes brauche man nicht über die Eiszeit in unserer Gesellschaft zu jammern, sondern könne kleine Feuer anzünden, die die Welt wärmer machten. Zum Kaffeetrinken zogen die Frauen aus der Kirche ins nahegelegene Bürgerhaus in Burbach. Die Kollekte des Jahresfestes wurde für die Obdachlosenarbeit der Berliner Stadtmission bestimmt. kp Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri) Die Vorsitzende des Bezirksverbandes der Siegerländer Frauenhilfe Erika Denker begrüßte in der gut gefüllten Burbacher Kirche die Frauen aus den 115 Frauenhilfskreisen des Siegerlandes.

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