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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Synode II
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13.07.2004 18:07
Text zum Bild ( Foto Karlfried Petri) Eine Jugendgruppe aus Tansania machte eine Stippvisite auf der Kreissynode Siegen. Die Jugendlichen stellten sich vor und Pfarrer Klaus Seidenstücker aus Netphen, Vorsitzender des Ausschusses für Weltmission und Ökumene übersetzte die Gäste. Kreissynode Siegen Neue Strukturen im Kirchenkreis Die Synode nahm mit Mehrheit den Abschlussbericht der Steuerungsgruppe "Strukturen im Kirchenkreis" zur Kenntnis und beschloss wie vorgeschlagen die Einführung von sogenannten Fachbereichen als künftige Organisationsstruktur im Kirchenkreis Siegen. Statt über 39 Gremien und 49 Referaten, Einrichtungen und Beauftragungen soll es, so der Vorschlag der Steuerungsgruppe im Kirchenkreis, nur noch 8 Fachbereiche geben, für die jeweils ein zugeordnetes Gremium Beratungs-, Vernetzungs- und Entscheidungskompetenzen hat. Es gibt nur noch fünf sogenannte Querschnittsausschüsse wie den Theologischen Ausschuss, den Finanzausschuss oder den Nominierungsausschuss. Begleitet wurde der Beratungsprozess von der Hamburger Firma Lischke Consulting. Es gab allerdings auch kritische Stimmen gegen dieses Modell. Der Vorsitzende des Theologischen Ausschusses Rolf Fersterra machte deutlich, dass für ihn das neue Modell tiefgreifende Veränderungen der Ausgestaltung des presbyterial-synodalen Systems, also der basisdemokratischen Ausgestaltung der Beratungs- und Entscheidungsfindung im Kirchenkreis, mit sich bringe. Bisher seien 13 Ausschüsse mit breiter Beteiligung durch die Synode entstanden. Sie hätten in der Synode ihre Begründung und Zielrichtung gefunden und seien an der Meinungsbildung innerhalb des Kirchenkreises beteiligt gewesen. Dieses Beteiligungssystem würde geschwächt. Statt bisher 11 oder 15 Mitglieder bestünden die neuen Ausschüsse in den Fachbereichen nur noch aus 7 Mitgliedern und wären überwiegend mit Lenkungs- und Verwaltungsaufgaben betraut. Es sei ein Einflussverlust der Kreissynode, der Kirchengemeinden und der Ehrenamtlichen zu erwarten. Dagegen werde der Verwaltungseinfluss gestärkt und der Einfluss der Hauptamtlichen aus den Referaten. Es entstehe zusätzlicher Abstimmungsbedarf in einigen Fachbereichen. Verwaltungsleiter Hartmut Menzel machte deutlich, dass als Verwaltungsaufgaben lediglich das Versenden der Einladungen und das Anfertigen der Niederschriften vorgesehen sei, was die Ehrenamtlichen entlaste. Auch der Superintendent stritt für das neue Modell, durch das er selbst und der Kreissynodalausschuss entlastet werden soll. Zudem will man über diesen Weg mehr Transparenz in den Kirchenkreis bringen. Der Ausschuss für Seelsorge und Beratung habe sich der Thematik angenommen und stelle den Antrag, so der Ausschusssprecher Rolf-Christian Wangemann, den vorliegenden Beschlussvorschlag zu erweitern. In einer zweijährigen Einführungsphase soll gelernt werden, in den neuen Organisationsstrukturen zu arbeiten. Eine Steuerungsgruppe erhält den Auftrag, den Prozess zu begleiten und zu moderieren. Sie nimmt die Zwischen- und Abschlussberichte aus den Fachbereichen entgegen und stellt die Ergebnisse dem Kreissynodalvorstand und der Synode zur Verfügung. Diesem Vorschlag schlossen sich die Synodalen an. Nun werden auf einer Sondersynode im Herbst dieses Jahres die konkrete Ausgestaltung der Fachbereiche, die erforderlichen Fachsbereichssatzungen sowie die Änderung der Kreissatzung des Kirchenkreises beraten und ggf. beschlossen. Bis dahin setzen die bestehenden Gremien ihre Arbeit fort. kp Stärkere Profilierung des Christentums gegenüber Islam auf Synode gefordert Position statt Opposition Mit einem Antrag des Presbyteriums Trupbach/Seelbach für die Kreissynode des Kirchenkreises Siegen kam erneut das Verhältnis von Christentum und Islam ins Gespräch. Nachdem die Sommersynode 2002 ein Papier verabschiedet hatte, das die Position des Kirchenkreises zur anderen Religion fixieren sollte, forderte das Presbyteriums Trupbach/Seelbach den Kreissynodalvorstand und den Superintendenten jetzt per Antrag auf, stärker dafür Sorge zu tragen, "dass alle Einrichtungen unseres Kirchenkreises unserem auferstandenen Herrn Jesus Christus dienen und nicht die Arbeit fremder Religionen erledigen". Außerdem wurde gefordert, Christenverfolgungen im Ausland aktiver mit Einfluss auf politische Meinungsbildung und Gebete in den Blick zu nehmen. Scharfe Gegenreden folgten aus den Kirchengenmeinden auf den Vortrag von Olaf Latzl. Pfarrer Raimar Leng von der Siegener Martinikirchengemeinde kritisierte den Antrag als Affront gegen Glaubensgeschwister aus dem Kirchenkreis, deren Rechtgläubigkeit er von Latzl in Zweifel gezogen sehe. Mehr noch: Mit "Angriffen auf Einrichtungen und Mitarbeitende" müsse es ihm "völlig peinlich" sein, sich als "Richter über Geschwister" aufzuspielen. Dieses Amt gehöre schließlich alleine Gott. Deshalb forderte Leng die Synode auf, sich in ihren Dialogbemühungen nicht von dem Antrag irritieren zu lassen. Berufsschulpfarrer Matthias Hohmann erinnerte an seinen Berufsalltag als Religionspädagoge, bei dem sich viele interessierte Muslime im Unterricht befänden. Gegensätze der Religionen würden hier sehr wohl in angemessener Weise herausgearbeitet, jedoch ohne den anderen in seiner jeweils eigenen Gottesfürchtigkeit herabzusetzen. Er beziehe dort Position, aber nicht Opposition. Auch der Islambeauftragte und Studierendenpfarrer Ralph van Doorn bezog Stellung zu dem Antrag. Dankbar sei er für die Positionierung aus Trupbach/Seelbach, fordere sie ihn doch heraus, sein eigenes theologisches Arbeiten immer neu zu überprüfen. Als "Pietist durch und durch" sei das Anliegen seiner Arbeit mit Andersgläubigen in der Dialogarbeit, Zeugnis abzugeben und exegetisch zu zeigen, worauf sein Glaube basiert. Mangelnde Information vermutete Sozialreferent und Leiter der Familienbildungsstätte des Kirchenkreises Herbert Perl, deren Arbeit in dem Antrag offenkundig als zu opportunistisch kritisiert worden war. "Familienbildung ist christliche Arbeit", betonte Perl, es sei eine Frage der Methode, die einen Dialog ausmache. Gespräche seien dringend notwendig. Erich Wendel vom Kreissynodalvorstand machte deutlich, dass es ihm wichtig sei, Muslimen aus der Position des Evangeliums heraus zu begegnen. Man habe als Christ jedoch die Pflicht, diese hier als Mitarbeiter oder Gäste in Deutschland zu sehen. Dennoch befürwortete er den Hinweis Latzls, den unterdrückten Christen im Ausland stärker beizustehen, damit sie dort ebensolche Freiheit des Glaubens genießen könnten, wie Muslime in Deutschland. Nach zahlreichen Beiträgen von Vertretern, die sich für den interreligiösen Dialog mit Andersgläubigen aussprachen, hatte Olaf Latzl abermals das Wort. "Wenn fundamentale Dinge nicht mehr stimmen, muss man die Stimme erheben", hieß es. Das Anliegen von Trupbach/Seelbach sei mit der Heiligen Schrift gedeckt, so seine Begründung. Obgleich der Antrag mit großer Mehrheit von den Synodalen abgelehnt wurde, nahm Superintendent Friedemann Hillnhütter den Vorschlag der Kirchengemeinde ernst. Bei einer der nächsten Synoden soll die Frage nach dem christlich-islamischen Verhältnis nach einer längeren Vorbereitungsphase abermals diskutiert werden. Ch.St.

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