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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Synode I
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13.07.2004 18:09
Kreissynode Siegen Wahlmarathon ließ Synodale stöhnen Wahlen beherrschte mehrere Stunden lang die Kreissynode Siegen. Da im Februar die Presbyterien im Kirchenkreis zum Teil neu besetzt worden waren, mussten der Kreissynodalvorstand und etliche Ausschüsse neu besetzt werden. So waren bis auf den Superintendenten alle neun ordentlichen Mitglieder des Kreissynodalausschusses und deren Stellvertretungen neu zu wählen. Da die Kirchenordnung hier Einzelwahl vorschreibt, begann ein Wahlmarathon im Mehrzweckraum der CVJM-Jugendbildungsstätte in Wilgersdorf, dem Tagungsort der Kreissynode. Während der Zählphasen wurden zur Beschleunigung der Sitzung Tagesordnungspunkte vorgezogen beraten. Durch die anstehende Umstrukturierung im Kirchenkreis wurden nur die synodalen Querschnittsausschüsse neu besetzt. Dies sind der Theologische Ausschuss, der Finanzausschuss, der Nominierungsausschuss und der Rechnungsprüfungsausschuss. Zudem wurden die Delegierten und ihre Stellvertretenden für die Landessynode bestimmt. Weitere Wahlen stehen an, wenn das neue Strukturmodell im Detail beschlossen ist und die neu eingerichteten Lenkungsausschüsse gebildet werden müssen. kp Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri) Der neu gewählte Kreissynodalvorstand besteht aus 10 Mitgliedern. Die wurden mit Ausnahme des Superintendenten von der Synode für 8 Jahre neu gewählt. Die Amtszeit des Superintendenten beträgt noch 5 ¼ Jahre. Von links im Bild: Brigitte Klöckener (Deuz), Pfr. Hans-Werner Schmidt (Alchen), Superintendent Friedemann Hillnhütter, Dieter Steffmann (Kreuztal), Pfr. Volker Bäumer (Ferndorf), Pfrn. Annette Kurschus, Ulrich Bernshausen und Henriette Roloff. Nicht im Bild Marlies Kring und Dr. Wolfgang Poltz. Kreissynode Siegen Solidarmodelle Kinder- und Jugendarbeit jeweils mit Mehrheit abgelehnt "Und wie geht es jetzt weiter?" fragte Pfarrer Günther Albrecht, als feststand, dass die Kreissynode sowohl den Antrag des Kreissynodalvorstandes als auch einen Alternativantrag der Kirchengemeinden Neunkirchen, Niederdresselndorf und Niederschelden abgelehnt hatte. Darauf konnte am Schluss der über 12-stündigen Synodensitzung keine Antwort gegeben werden. Vorausgegangen war eine umfangreiche Diskussion über ein Konzept, die Jugendarbeit im Einzugsgebietes des Kirchenkreises Siegen neu zu strukturieren. Vor zwei Jahren, am 3. Juli 2002, hatte die Synode vor dem Hintergrund der drastisch sinkenden Kirchensteuereinnahmen beschlossen, eine Steuerungsgruppe einzurichten, die ein zukunftsweisendes Modell finanzierbarer hauptamtlich begleiteter Jugendarbeit im Kirchenkreis Siegen entwickeln sollte. Die vielen Ehrenamtlichen und die starke Arbeit des CVJM sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden. Pfarrer Volker Schubert, der den Prozess geleitet hatte, stellte die Arbeitsergebnisse in der Synode vor. Danach soll der Kirchenkreis in 9 Regionen aufgeteilt werden. Diese Einteilung soll, so weitergehende Überlegungen an anderer Stelle, künftig für das Finanzgebaren des Kirchenkreises eine besondere Rolle spielen, wie bei den Kindertageseinrichtungen oder auch bei der Pfarrerfinanzierung. In jeder Region könnten nach dem Vorschlag der Arbeitsgruppe 1,5 Jugendreferenten einen Arbeitsplatz finden und würden vom Kirchenkreis angestellt und finanziert. Die Kirchengemeinden hätten dann weniger Geld im Säckel, mit dem sie frei wirtschaften könnten. Darauf wollten sich die Gemeinden nicht einlassen, die bisher ihre Jugendarbeit über den CVJM im hohen Maße ehrenamtlich und somit kostenminimiert gestalteten. Auf sie wären höhere Kosten zugekommen. Ein Alternativantrag aus südlichen Kirchengemeinden sah im wesentlichen vor, nicht die Jugendreferenten vom Kirchenkreis anzustellen und zu finanzieren, sondern den Gemeinden für hauptamtliche Jugendarbeit zweckgebunden eine jährliche Summe zur Verfügung zu stellen. Wird diese Summe nicht verwendet, soll es in eine für Jugendarbeit zweckgebundene Rücklage beim Kirchenkreis fließen. Auf beide Varianten ließ sich die Synode nicht ein, da viele Synodale die selbstverantwortete Gestaltungsfreiheit der Kirchengemeinden zu stark eingeengt sahen. Der Superintendent hofft, dass die umfangreiche Arbeit der Steuerungsgruppe nicht vergeblich gewesen ist und die Synode zu einem späteren Zeitpunkt die Jugendarbeit neu strukturieren kann. Nach wie vor soll das Ziel, mittelfristig eine hauptamtliche Jugendarbeit im Kirchenkreis Siegen zu sichern und damit auch eine höhere Arbeitsstellengarantie für die hauptamtlichen Mitarbeiter in der kirchlichen Jugendarbeit zu bieten, im Blick bleiben. kp Globalisierung Kreissynode des Kirchenkreises Siegen fordert umfangreiche Informationen und Selbstverpflichtung Der Ausschuss für Weltmission und Ökumene, der Ausschuss für Öffentliche Verantwortung und der Theologische Ausschuss haben gemeinsam zur Thema Globalisierung eine Beschlussvorlage für die Kreissynode erarbeitet, die Sensibilisierung, Information und vor allem Selbstverpflichtung der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises zum Inhalt hatte. Die Kreissynode machte sich den Antrag mit großer Mehrheit zu eigen und bittet die Kirchengemeinden dringend, sich ein differenziertes Bild über den gegenwärtigen Prozess der Globalisierung zu verschaffen. Sie sollen der Frage nachgehen, inwieweit sie dem christlichen Glauben und seiner Vision vom Reich Gottes entspricht oder widerspricht. Insbesondere empfahl die Kreissynode, das Gespräch mit den Verlierern des neoliberalen Wirtschaftens zu suchen, sowohl im Rahmen von internationalen Partnerschaften, wie auch mit der zunehmenden Zahl der Globalisierungsverlierer bei uns. Die Kreissynode forderte die Kirchengemeinden auf, sich an der Welthandelskampagne "Gerechtigkeit jetzt" zu beteiligen und ohne Berührungsängste Kontakt zu örtlichen Gruppen aufzunehmen, die sich ebenfalls den Fragen der Globalisierung stellen. Die Kirchengemeinden sollen, sofern nicht bereits geschehen, selbst Mitglied bei der Ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit werden und sich möglichst mit einer Geldanlage von 10% der Rücklagen bei Oikocredit beteiligen. Die Kreissynode beauftragte den Finanzausschuss des Kirchenkreises, intensiv zu prüfen, wie die Rücklagen verstärkt nachhaltig angelegt werden können: Es soll eine Beteiligung am Nachhaltigkeitsfonds INIK, der unter Mitwirkung der EKvW aufgelegt worden ist, geprüft werden. Auch das Engagement des Kirchenkreises soll bei Oikocredit verstärkt werden. Die Kreissynode forderte die Kirchengemeinden zu einer Selbstverpflichtung auf, Fair-TradeProdukte in ihren Veranstaltungen zu verwenden. Der Kirchenkreis verpflichtete sich, für seine Einrichtungen, Veranstaltungen, Referate und das Kreiskirchenamt entsprechend zu verfahren. Die Küstervereinigung wurde aufgefordert, auf Küstertreffen mit Unterstützung von Fairhandelsgesellschaften Hilfen zur Vermarktung und Nutzung entsprechender Produkte zu geben. Ein Einkaufsführer für fair gehandelte Waren, der vom Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V. erarbeitet wurde, soll durch Verteilung und durch Beiträge unterstützt werden. Konfirmanden o.a. Gruppen in den Gemeinden sollen ermitteln, wo und wie fair gehandelte Waren vor Ort gekauft werden können, die Ergebnisse sollen dem Öffentlichkeitsreferat übermittelt werden, von wo aus sie für den Einkaufsführer zusammengefasst und zur Verfügung gestellt werden. Eine evtl. Neuauflage wird vom Kirchenkreis finanziell unterstützt. Das Thema "Globalisierung" soll bei der Teilnahme des Kirchenkreises an der nächsten Siegerlandausstellung aufgenommen werden. Die Zusammenarbeit mit dem landeskirchlichen Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung soll angestrebt werden. Die Kreissynode forderte den Kirchenkreis und die Landeskirche auf, das Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern zu suchen. Sie sollen ihren Einfluss geltend machen, dass die GATS-Verhandlungen (General Agreement on Trade in Services -allgemeines Abkommen über Handel mit Dienstleistungen) solange aufgeschoben werden, bis intensive Studien über die voraussichtlichen Langzeitfolgen über die Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen im Bereich der Daseinsvorsorge (Gesundheit, Bildung, Wasser) vorliegen. Die Kreissynode bittet die Kirchengemeinden, ihre Mitglieder vermehrt auf alternative Formen der Geldanlage und des Einkaufs hinzuweisen und sie zu ermutigen, auch persönlich Schritte hin zu mehr Gerechtigkeit zu gehen. Im Rahmen der Gemeinde- und Synodalberichte, so die Synode, wird im kommenden Jahr über erfolgte Schritte berichtet werden. Der Superintendent erinnert die Gemeinden, Beauftragten und Einrichtungen an diese Berichtspflicht. kp

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