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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Siegerländer Tag für Weltmission und Ökumene in Freudenberg "Wir brauchen Mission in Deutschland"
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23.07.2004 13:39
Das Gemeindehaus der ev. Kirchengemeinde in Freudenberg vibrierte, als die tansanischen und deutschen Jugendlichen beim Siegerländer Tag für Weltmission und Ökumene mit ihrer Bühnenshow begannen. Trommelrhythmen, Fußstampfen, Gesänge und Spielszenen faszinierten die Zuschauer. Und die waren zu viele, als das sie alle einen Sitzplatz im Gemeindehaus hätten finden können. Eine tansanisch-deutsche Produktion, mit afrikanischem Glaubens- und Lebensgefühl auch bei den deutschen Darstellerinnen und Darstellern, bekamen die Siegerländer zu sehen. Mehrere Wochen lang hatten die tansanischen Gäste in Afrika das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn eingeübt. Pantomime, Tanz, Gesang. Profis haben mit den Jugendlichen hart gearbeitet. John Mponda, Musiker, und Nkwabi, Tänzer und Pantomimespieler, weltweit Bekannte Künstler von den Bagamoyo-Players aus Tansania, zeigten ihnen, wie man’s macht. Erst den Jugendlichen in Afrika und anschließend kamen die beiden Profis im Mai ins Siegerland und trainierten Jugendliche aus der Tanasania-Partnerschaftsgruppe. Als dann vor einigen Wochen die jugendlichen Partnerschaftsgäste aus Tansania im Siegerland ankamen, trainierten die beiden Gruppen unter der künstlerischen Anleitung gemeinsam. Heraus kam eine Bühnenshow in Deutsch, Englisch und Suaheli, die auch im Siegerland verstanden wurde. Die Jugendlichen brachten zum Ausdruck, wie der Sohn entsprechend der biblischen Geschichte sein Erbe forderte und sein Zuhause verließ. Er landete in der Gosse, besann sich seines Zuhauses und kam wieder zurück. Seine Eltern und das ganze Haus freuten sich unbändig, als sie ihren verlorenen Sohn wieder hatten. Die Darstellung war ein Erfolg. Beim Siegerländer Publikum sprang der Funke über und der Applaus wollte kein Ende nehmen. Allen Besuchern wurde deutlich, dass die tansanischen Christen kirchliche Arbeit in Deutschland bereichern. Aber nicht nur Unterhaltendes wurde in Freudenberg geboten. Die Kirchengemeinden und der Kirchenkreis informierten über ihre Partnerschaftsarbeit mit Kirchengemeinden und dem Kirchenkreis in Kibaha. Der CVJM Büschergrund zeigte, was in der Weltdienstarbeit des CVJM geschieht. Und auch der Friedenshort war mit einem Informationsstand vertreten. Wer vor Ort selbst gerösteten Kaffe genießen wollte, kam ebenso auf den Geschmack wie der, dem nach echtem Siegerländer Kuchen zumute war. Kirche lebt auch von der Gemeinschaft Vormittags wurde ein Missionsgottesdienst in der gut gefüllten Freudenberger Kirche gefeiert. Matthias Elsermann, Pfarrer der hiesigen Regionalstelle des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (Möwe) zeigte anhand des Tagesthemas: "Hast du alles? Brauchst du alles?", was im privaten, kirchlichen und gesellschaftlichen Leben nötig ist. Im privaten Leben gelte es, auf Jesus zu hören und sich von ihm beschenken zu lassen mit dem, was Menschen zum Leben benötigten. Im kirchlichen Leben sei Mission vonnöten. Aber, so Elsermann: "Mission ist schon lange nicht mehr etwas, was aus Europa ausgehet und woanders passiert. Heute muss man sich die Frage stellen, wer eigentlich Mission braucht, ob sie bei uns in Deutschland nicht dringender nötig ist als anderswo. Haben wir, was wir brauchen?" Zurzeit, da das Geld knapp geworden sei, werde in der Kirche überlegt, ob all die Dienste, Gebäude und Einrichtungen wirklich nötig seien, die man in reichen Zeiten eingerichtet habe. Die Wiederentdeckung des Priestertums aller Gläubigen sei nötig für ein lebendiges Leben der Kirche. Weg von der Kirche als Institution, wo bezahlte Kräfte dafür sorgten, dass alles laufe. "Wir brauchen die Mission hier bei uns in Deutschland. Kirche muss gelebt werden als echte Gemeinschaft aller Christinnen und Christen, die auf Gottes Wort hören und dieses Wort im Reden und Handeln weiter geben", forderte der Missionsfachmann, der als Pfarrer mit seiner Familie drei Jahre in Kamerun gelebt hat. Auch auf gesellschaftlicher Ebene müsse Kirche Position beziehen. In Daressalam, der Hauptstadt Tansanias, ist die Wasserversorgung privatisiert worden. Die Weltbank habe dies zur Auflage gemacht, sonst würden keine dringend benötigten Kredite mehr gewährt. In Ghana sei es vor Jahren ähnlich zugegangen. Die Wasserkosten seien daraufhin um 30% gestiegen. Die Ärmsten im Lande liefen Gefahr, vom sauberen Trinkwasser ausgeschlossen zu werden. Wasser zu privatisieren bedeute ein Todesurteil für viele Arme. Hier müsse die Kirche ihr Wort erheben. kp Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri) Sie spielten, tanzten und sangen das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn. Jungendliche aus Tansania und dem Siegerland hatten es unter der Anleitung von professionellen Künstlern eingeübt.

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