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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Finanzsatzung beschlossen Kirchengemeinden haben größere Gestaltungsfreiheit
Synodenzuhörer
20.10.2004 15:14
Mit großer Mehrheit beschloss jetzt die Synode des Kirchenkreises Siegen eine neue Finanzsatzung, die ab 2005 Geltung hat. Das neue Finanzausgleichsgesetz der Landeskirche tritt im Januar 2005 in Kraft und zwingt die Kirchenkreise, ihrerseits ihre eigenen Finanzsatzungen anzupassen. Für den Kirchenkreis Siegen die Gelegenheit, die Finanzierung des Kirchenkreises und der Kirchengemeinden auf andere Füße zu stellen und gleichzeitig den Gürtel gewaltig enger zu schnallen. Friedhelm Knipp, Vorsitzender des Finanzausschusses, erläuterte die Veränderungen. Ab dem nächsten Jahr erfolgt die Zuweisung der Kirchensteuer an die Kirchenkreise nur noch als Gemeindegliederpauschale. Rund 75 % der geschätzten Einnahmen in 2005 in Höhe von 385 Mio. Euro erhalten die Kirchenkreise. Auf den Kirchenkreis Siegen entfallen bei 140.580 Gemeindeglieder eine Zuweisung von rd.14.572.826 Euro. Zieht man davon die Pfarrbesoldung für derzeit 14,25 Kreispfarrstellen und 64,5 Gemeindepfarrstellen ab, verbleiben für die Aufgaben des Kirchenkreises und der Kirchengemeinden noch rd. 8,6 Mio. Euro. Im Vergleich dazu betrugen die Einnahmen 2003 noch 11.3 Mio. Euro. Die Planung und Finanzierung der Pfarrstelen erfolgt auf Kirchenkreisebene. Den Bedarf des Kirchenkreises und seiner Einrichtungen legt wie bisher jährlich die Kreissynode fest. Für die Kirchengemeinden ändert sich allerdings die Finanzierung. Bisher erhielten die Gemeinden aus vier Töpfen des Kirchenkreises ihr Geld. Eine Gemeindegliederpauschale von z.Zt. 37,50 Euro, eine Gebäudepauschale von 55 Euro pro 1000 Euro Versicherungssumme, eine Kindergartenbedarfsdeckung in Höhe von 80 % der Trägerkosten und ein Personalkostenzuschuss in Höhe von 15%. Dies ergab ein sehr kompliziertes Finanzierungsgeflecht mit Solidarbeiträgen untereinander mit derzeit zwischen 45 Euro bis 71 Euro pro Gemeindeglied je nach Gemeinde. Ab 2005 soll es nur noch eine Gemeindegliederpauschale geben. Eine erste Vorplanung ergab einen Betrag von 51 Euro pro Gemeindeglied. Damit erhalten einige Kirchengemeinden mehr als bisher, andere Gemeinen erheblich weniger. Um übermäßige Härten abzufedern, wird in den nächsten drei Jahren eine Härteausgleichsregelung dafür sorgen, dass keine Gemeinde mehr erhält als bisher und die Gemeinden, die erheblich weniger erhalten müssten, einen Ausgleich gezahlt bekommen, bis alle Gemeinden nach drei Jahren die gleichen Beträge pro Gemeindeglied erhalten. Die hierfür zusätzlich benötigten Mittel werden aus Rücklagen genommen. Danach sind die Gemeinden allein für ihre Finanzwirtschaft verantwortlich und müssen ihre Ausgaben von den Kirchensteuerzuweisungen komplett bestreiten. Sie können dann selbst entscheiden, für welche Arbeitsbereiche sie die Mittel verwenden und sind für die Gebäudeunterhaltungen selbst verantwortlich. Theologisch wurde es bei der Diskussion um die neue Satzung auch. Anders als in anderen Kirchenkreisen, wo die Kirchensteuereinnahmen weitgehend auf Kirchenkreisebene verbleiben und von dort für die Gemeinden zentral verwaltet werden, hat der Kirchenkreis Siegen seiner reformierten Tradition und der sogenannten "presbyterial-synodalen Ordnun" Rechnung getragen. Auf Kirchenkreisebene verbleibt nur das unbedingt Notwendige, während die Kirchengemeinden die weitestgehende finanzielle Gestaltungsmöglichkeit erhalten und die damit verbundene Verantwortung. Damit wird auch in der Finanzsatzung deutlich: Die wichtigste Ebene in der Kirchenhierarchie ist die Gemeindeebene. Dort findet in erster Linie Verkündigung, Lehre, Leitung und Diakonie statt und muss entsprechend finanziert werden. kp Kirchenkreis mit abgespeckten und klareren Strukturen Sieben Fachbereiche strukturieren die Aufgaben Jetzt ist sie von der Kreissynode Siegen beschlossen worden, die neue Struktur des Kirchenkreises. Ob sie hält, was sich ihre Erfinder von ihr versprechen, muss sie jetzt zeigen. Lang und zäh wurde die Beratung der neuen Organisationsstruktur. Der Theologische Ausschuss hatte sich eingehend mit dem Papier befasst und eine umfangreiche Tischvorlage mit diversen Änderungsvorschlägen unterbreitet. Außerdem fühlten sich einige Ausschüsse ihrer Bedeutung nicht angemessen berücksichtigt. Eine grundlegende Änderung der Vorlage brachte die Diskussion allerdings nicht zutage. Sobald die neue Kreissatzung mit den eingearbeiteten Änderungen sowie die Satzung für die Fachbereiche genehmigt und veröffentlicht sind, können die zu bildenden sieben Fachbereiche sich ihre Geschäftsordnung geben und ihre Arbeit nach den neuen Regelungen aufnehmen. Dann gibt es einen Bereich Gemeindeberatende Dienste, einen selbstständigen Bereich Ev. Gymnasium Siegen-Weidenau, die Seelsorge/Beratung, die Telefonseelsorge, die Ehe-, Familien- und Lebensberatung, den Fachbereich Gesellschaftliche Verantwortung und die Schulbezogenen Dienste. Diesen Fachbereichen sind ein bis fünf ehemals selbstständige Referate oder sonstige Einrichtungen zugeordnet. Ein Synodaler Fachbereichsausschuss steuert bzw. koordiniert und vernetzt die Arbeit innerhalb der Fachbereiche. Die Fachbereichsausschüsse haben Entscheidungskompetenzen und entlasten so Superintendent und Kreissynodalvorstand. Bei Bedarf können Unterausschüsse gebildet werden. Das ehemals eigenständige Öffentlichkeitsreferat ist nun als Stabsstelle dem Superintendenten direkt zugeordnet. Lediglich der Finanzausschuss, der Nominierungsausschuss, der Theologische Ausschuss und der Rechnungsprüfungsausschuss sind eigenständige synodale Querschnittsausschüsse. Bleibt abzuwarten, wie die Struktur mit Inhalt gefüllt wird und die Arbeit verantwortlich auf mehr Schultern verteilt, transparenter und flexibler gestaltet wird. kp

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