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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Drastische Einsparungen auf allen Ebenen Alle eineinhalb Jahre eine Pfarrstelle weniger
Gemeinden müssen noch mehr sparen
20.10.2004 15:19
Die Informationen über die mittelfristige Finanzplanung des Kirchenkreises Siegen und der Kirchengemeinden im Kirchenkreis Siegen waren starker Tobak. Friedhelm Knipp, Vorsitzender des Finanzausschusses, Verwaltungsleiter Hartmut Menzel und Superintendent Friedemann Hillnhütter informierten die Synodalen auf der Sonderkreissynode jetzt in Wilgersdorf über die Finanzentwicklung der nächsten Jahre. In 2003 waren noch 2, 4 Mio. Euro mehr in der Haushaltsschatulle als in 2005 erwartet werden. Ein Einnahmerückgang von 11,3 auf 8,9 Mio. Euro wird erwartet - Tendenz steigend. Dass diese Mindereinnahmen von über 20 % nicht ohne Personal- und damit Aufgabenabbau einhergehen können, dürfte mittlerweile jeder begriffen haben. 1,1 Mio. Euro sollen beim Kirchenkreis mit seinen Referaten und Einrichtungen eingespart werden, 0,4 Mio. Euro bei den Kindertageseinrichtungen und ebensoviel bei den Pfarrstellen. Auch die Kirchengemeinden kommen nicht ungeschoren davon. Am deutlichsten wird schon jetzt die Entwicklung bei den Kindertageseinrichtungen. 139 Gruppen unterhalten Kirchengemeinden derzeit. Für 80 Gruppen wird voraussichtlich in den nächsten Jahren noch Geld da sein. Pro 1400 Gemeindeglieder eine Kindergartengruppe lautet eine Berechnung der Arbeitsgruppe für die mittelfristige Finanzplanung, die eine Kirchengemeinde verkraften könnte. Dies bedeutet, dass die Kirchengemeinden, die derzeit Kindergartenarbeit betreiben, 59 Gruppen aufgeben müssen. Schwierige Verhandlungen mit den Kommunen stehen bevor. Superintendent Friedemann Hillnhütter machte deutlich, dass die Kirchengemeinden in den nächsten Jahren mit weniger Pfarrerinnen und Pfarrer auskommen müssen. Ab nächstem Jahr werden die Geistlichen nicht mehr von der Landeskirche bezahlt, sondern der Kirchenkreis erhält eine höhere Gemeindegliederzuweisung von der Landeskirche und muss die Pfarrer dann selbst bezahlen. Leider ist es nach neuesten Berechnungen nicht so viel mehr, wie die Pfarrbesoldung ausmacht. Daher müssen kurzfristig etwa vier Pfarrstellen abgebaut werden. Hillnhütter: "Bisher kommt auf 2171 Gemeindeglieder eine Pfarrstelle, angestrebt werden 2300 bis 2500 Gemeindeglieder pro Pfarrstelle. Bei der derzeitigen Entwicklung der Finanzzuweisung allein, bezogen auf den Bevölkerungsrückgang bedeutet das eine Reduzierung von einer Pfarrstelle alle eineinhalb Jahre." Die Finanzprobleme des Kirchenkreises sind beileibe nicht hausgemacht. Steuerreform, Bevölkerungsrückgang und die Wirtschaftsflaute schlagen voll zu Buche. Es dauerte nicht lange in der Beratung, da kam die Frage nach dem Pfarrvermögen und nach der Höhe der Gehälter der Geistlichen. Der Justitiar der Landeskirche, Dr. Arne Kupke, konnte Antwort geben. Die westfälische Landeskirche sei die viertgrößte in Deutschland. Was das Pfarrvermögen anbelange, liege sie allerdings nur an 16. Stelle. Zudem werde es als allerletzte Finanzierungssicherheit in der Hinterhand behalten. Die relativ geringen Erträge, in der Hauptsache aus Wald- und unbebauten Grundstücken, werden schon jetzt für die Pfarrbesoldung herangezogen. Die Pfarrerinnen und Pfarrer hätten schon ihren Teil zur Konsolidierung des Haushaltes beigetragen. Seit Jahren erhielten sie keine Sonderzuwendungen, sprich Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, mehr. Dieses Jahr werde es noch einmal ausgezahlt und dann sei es damit sicherlich endgültig vorbei. kp Regionen erleichtern Zusammenarbeit In sieben Regionen hat die Synode des Kirchenkreises jetzt das Kreisgebiet eingeteilt. Zwei bis sieben Kirchengemeinden und zwischen 16.000 und 29.000 Gemeindeglieder umfassen die einzelnen Gebiete. In den Regionen werden im Wahlturnus der Presbyterien sogenannte Seniorinnen oder Senioren, in anderen Landeskirchen auch Hauptpastoren genannt, gewählt, die die Zusammenarbeit moderieren sollen. Die sind von der Synode beauftragt, bis März 2005 eine Regionalversammlung der Synodalen ihrer Region einzuberufen, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit und regionalen Gestaltung in unterschiedlichen Arbeitsbereichen auszuloten. Die Kirchengemeinden können auf der Ebene der Regionen Aufgaben wahrnehmen, für die die Finanzkraft der einzelnen Gemeinde nicht ausreicht. Dazu kann beispielsweise die Einstellung eines Jugendreferenten gehören oder die Gestaltung der Pfarrdienste. Schulungen von ehrenamtlich Mitarbeitenden könnten ebenfalls auf Regionenebene gestaltet werden. kp

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