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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

"Das Ehrenamt fördern heißt: Einen schlafenden Riesen wecken." Impulstag mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen des Kirchenkreises Siegen und des CVJM-Kreisverbandes Siegerland
Pfr. Jürgen Dusza (Vordergrund)
10.11.2004 14:28
Wie Haupt- und Ehrenamtliche Erfolg versprechend miteinander umgehen können und beide entsprechend ihren Begabungen und Ausbildungen in CVJM und Kirche ihren Platz als verantwortungsvolle Mitarbeiter finden können, war jetzt Thema eines Impulstages im Evangelischen Gymnasium in Weidenau. Das Projekt "gemeinsam unterwegs" des Kirchenkreises Siegen und der CVJM-Kreisverband Siegerland hatten gemeinsam zu dieser Tagesveranstaltung eingeladen. Das Hauptreferat hielt Pfr. Jürgen Dusza, Kreispfarrstelle für Gemeindeaufbau. Er machte deutlich, dass Ehrenamtliche keine Lückenbüßer seien, sondern vollwertige Mitarbeitende. Es sei nötig zu fragen, welche Aufgaben wahrgenommen werden sollten und welche Begabungen und Fähigkeiten diese Aufgaben erforderten. Menschen, die die erforderliche Begabung besäßen, sollten dann konkret angesprochen werden. Dabei gelte es auch zu klären, wie viel Zeit die Aufgabe benötige. Dusza: "Ehrenamtliche Mitarbeit auf Zeit kann ein hervorragender Einstieg in die längerfristige Mitarbeit sein." Am Beispiel der Besuchsdienstarbeit stellte er ein Anforderungsprofil vor. Jürgen Dusza ist davon überzeugt, dass Gott in jeder Gemeinde die Gaben und Fähigkeiten schenke, die zur Bewältigung der aktuellen Aufgaben benötigt würden. Entscheidend sei, diesen Schatz zu finden und zu heben. Mitarbeit in der Gemeinde sei nicht nur ein Geben, sondern auch ein Nehmen. Die eigenen Begabungen würden entdeckt, man lerne im Team zu arbeiten und in Ergänzungen zu denken, man lerne etwas über sich selbst und man leiste etwas Wichtiges. Mitarbeit könne schließlich auch die Lebensfreude fördern. Das Ehrenamt fördern, so Dusza, heiße, einen schlafenden Riesen wecken. Workshops Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmer in unterschiedlichen Workshops Aspekte von ehrenamtlicher Mitarbeit und Persönlichkeitsanalyse kennen lernen. So erläuterte Dipl. Pädagogin Susanne Böhnke das D.I.S.G-Modell, ein Testsystem, mit dessen Hilfe man eigene Persönlichkeitsstärken erkennen kann. Dieses wissenschaftlich untermauerte Verfahren wird in der Wirtschaft wie in kirchlichen Gemeinden angewandt. Gemeindepädagogin Ursula Giebeler stellte mit dem D.I.E.N.S.T.-Kurs ein ähnliches Verfahren vor, mit dem man die eigenen Fähigkeiten entdecken und der eigenen Persönlichkeit auf die Spur kommen kann. Das Verfahren hilft, in der Gemeinde den Ort zu finden, an dem man das einbringen kann, was der eigenen Persönlichkeit entspricht. So können aus Neigungen Aufgaben werden. Mentoring, ein Modell für die Begleitung von Mitarbeitenden in der persönlichen und geistlichen Entwicklung stellte CVJM-Kreissekretärin Anke Schwarz vor. Dabei geht es um Beziehungsarbeit. Ein junger Mitarbeiter hat einen älteren und erfahrenen Mitarbeiter zum Mentor. Heiner Meilwes, Leiter der Telefonseelsorge Siegen, stellte das Mitarbeitendenmodell dieser ökumenischen Einrichtung vor. Wenige Hauptamtliche bilden viele Ehrenamtliche für die Aufgabe qualifiziert aus und begleiten sie in ihrer seelsorglichen Arbeit. "beziehunsgweise" lautete der Workshop, in dem der stellvertretende CVJM-Kreispräses Reinhard Schäfer Impulse zur Befähigung von Mitarbeitenden in der Jugendarbeit gab. Gefragt ist ein überörtliches Kursangebot und eine persönliche Begleitung vor Ort. Einen besonderen Workshop für Frauen leitete Gemeindepädagogin Claudia Montanus. Martha, Mirjam und Co. - Vom Mut zu leiten und zu lassen ging auf die besondere Situation von Frauen in der Gemeinde ein. Kreisjugendreferent Friedrich Schneider machte in seinem Workshop deutlich, wie wichtig es sei, Ehrenamtliche in den Gemeinden so wertzuschätzen, dass sie dies merkten. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung war Charles Adarkwah, Ferndorf, am Flügel zuständig. Er übte mit den Mitarbeitenden in seiner mitreisenden Art neue und weniger bekannte Gemeindelieder ein.
Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri) Ehrenamtliche finden, motivieren und begleiten war das zentrale Thema des gemeinsamen Impulstages von Kirchenkreis und CVJM. Pfr. Jürgen Dusza (Vordergrund) machte deutlich, dass durch Gemeindemitarbeit auch Lebenssinn gefunden werden könne.

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