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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kreissynode Siegen
Bericht des Superintendenten

Superintendent Friedemann Hillnhütter
10.12.2004 12:58
Ein anstrengendes Jahr geht für den Kirchenkreis Siegen zu Ende. Das machte Superintendent Friedemann Hillnhütter jetzt auf der Kreissynode Siegen in seinem diesjährigen Bericht deutlich. Vier Synoden fanden statt, doppelt so viele wie normal, um das Beratungspensum bewältigen zu können. Erforderlich wurde das Pensum durch die Neugestaltung der Struktur des Kirchenkreises Siegen, die umfangreichen Beratungen zur Neuregelung der Kinder- und Jugendarbeit in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis. Der Haushalt des Jahres 2004 konnte erst beraten werden, nachdem verlässliche Eckdaten vorlagen und die mittelfristige Finanzplanung erfordert eine Haushaltskonsolidierung ohne Rücklagenentnahme. Diese Beratungsprozesse ließ Hillnhütter Revue passieren. Eine neue Finanzsatzung galt es zu erarbeiten und auch die Pfarrstellenbesetzung in den Kirchengemeinden liegt künftig in der vollen Verantwortung des Kirchenkreises. Ein Ausschuss arbeitet an einer Pfarrstellensatzung, die die Modalitäten regelt. Künftig werden etwa 2.300 bis 2.500 Gemeindeglieder für eine Gemeindepfarrstelle vorhanden sein müssen und 20.000 Gemeindeglieder für eine Kreispfarrstelle.
Viele neue Gesichter gibt es in diesem Jahr in den Gremien in Folge der Presbyteriumswahlen im Februar. Er dankte dem alten KSV für seine geleistete Arbeit, und denjenigen, die sich für die künftige Arbeit zur Wahl gestellt hatten. Er dankte dem Sozialreferenten Herbert Perl, der nach 30-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand getreten ist, für seine Arbeit, dem Jugendreferenten Kurt Giesler, der nach 25 Jahren Dienstzeit im Kirchenkreis in den Vorruhestand getreten sei und auch Gert Mudersbach, der als langjähriger Verwaltungsleiter und stellvertretender Verwaltungsleiter nach über 40-jährigem Arbeitsleben im Kirchenkreis aus dem Dienst ausscheidet.
Der Bericht endete mit einem Ausblick nach vorne. In Zukunft, so der Superintendent, werde verstärkt darüber zu befinden sein, was zu den Kernaufgaben der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises gehöre. Die Qualifizierung von ehrenamtlich mitarbeitenden Gemeindegliedern müsse künftig allererste Priorität haben. Das Kirchenkreisprojekt "Gemeinsam unterwegs" und auch die kirchliche Erwachsenenbildung hätten hierbei einen besonderen Stellenwert. Hillnhütter: "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir in Zukunft die kirchliche Arbeit in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis unter den sich ändernden finanziellen Rahmenbedingungen gestalten können. Auf Dauer wird das steuerfinanzierte Modell dies alleine nicht leisten können. Stärker als bisher wird die Arbeit der Kirchen auf Spenden und stärkere freiwillige finanzielle Zuwendungen der Gemeindeglieder angewiesen sein. Finanzierungsstrukturen, wie sie in der Ökumene seit langem vorherrschen, werden auch bei uns in Zukunft eine größere Rolle spielen." Dazu gehören auch Arbeitsbereiche wie Jugendarbeit, die Öffentlichkeitsarbeit, die Beratung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die Schule oder auch die Kirchenmusik.
"Mit den vielen Gaben, die Gott uns gegeben hat, dürfen wir noch stärker wuchern." Er betonte, dass Kirche Jesu Christi immer in erster Linie eine geistliche Gemeinschaft ist, in der das Evangelium verkündigt und gelebt wird. Mit Professionalität alleine könne Kirche nicht bestehen. Gemeindeaufbau ist daher ein geistlicher Prozess, in dem die Gaben des Geistes zum Tragen kommen und den der Ewige in den Köpfen und Herzen der Menschen anstoße. Viele Aktivitäten in den Gemeinden, Referaten und Einrichtungen zeigten, dass im Kirchenkreis bei allen notwendigen strukturellen und bedrängenden finanziellen Herausforderungen ein großes Interesse an Fragen der inhaltlichen Arbeit und Entwicklung von Zukunftsperspektiven bestehe. Viele Menschen, die mit unserer Kirche nach wie vor verbunden seien, hätten ein großes Interesse an der Frage, wie wir auf die Herausforderungen einer sich rasant verändernden Zeit angemessen reagierten.
Neue Gottesdienstformen, wie beispielsweise die Thomas-Messe oder die Guten-Abend-Kirche, Besuchsdienste, Glaubenskurse, eine gemeindebezogenere Kindergartenarbeit, Kindergottesdienste, Bibellese- und Gebetsgruppen seien geeignete Ansätze, um Gemeindeaufbau zu fördern. Veränderungen ließen sich nicht von heute auf morgen herbeiführen, sondern brauchten einen langen Atem und Menschen, die sich auf die Veränderungen einließen. Superintendent Hillnhütter: "Kirche war und ist immer ein Wagnis, hängt immer mit Vertrauen auf den Herrn der Kirche zusammen, der seine Kirche auch im 21. Jahrhundert nicht lässt."
kp

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