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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kreissynode Siegen
Haushalt 2005 verabschiedet - starke Kirchensteuereinbrüche Haushaltskonsolidierung vertagt

Weihnachtlich geschmückte CVJM-Jugendbildungsstätte
10.12.2004 13:01
Den Haushalt 2005 des Kirchenkreises Siegen und die Finanzzuweisung an die Kirchengemeinden beschloss auf ihrer vergangenen Sitzung die Kreissynode Siegen. Infolge der Einnahmerückgänge konnte kein ausgeglichener Haushalt erstellt werden, trotz bereits vorgenommener Kürzungen. Und auch die Erstellung hatte diesmal so ihre Tücken. Finanzausschussvorsitzender Friedhelm Knipp: "Der der Synode vorgelegte Entwurf ist die vierte Fassung, die wir mittlerweile erarbeitet haben." Damit Einnahmen und Ausgaben deckungsgleich sind, müssen nächstes Jahr 857.729 Euro aus der Rücklage entnommen werden. 16.523.155 Euro stehen aus Kirchensteuereinnahmen dem Kirchenkreis zur Verfügung. 7.496.765 Euro erhalten die Kirchengemeinden und 4.900.500 Euro sind für die Besoldung der Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer aufzuwenden. Auf die kreiskirchlichen Aufgaben, Pfarrstellen und Kreiskirchenamt entfallen 4.125.890 Euro. Somit kommen den Gemeinden ein Anteil von 75% der Kirchensteuerzuweisungen zugute. Hierin wird deutlich, wo der Schwerpunkt der kirchlichen Arbeit im Kirchenkreis Siegen und deren Verantwortung liegt. Die Einsparungen in diesem Haushalt sind auch schon heftig. Bei den kreiskirchlichen Aufgaben (Synodalkasse) wurden 362.000 Euro (16,23%) eingespart, beim Kreiskirchenamt 155.000 Euro (6,64%), bei der Pfarrbesoldung wird man mit 324.000 Euro (6,20%) weniger auskommen müssen und den Kirchengemeinden fehlen 342.000 Euro (4,37%). Der Haushalt 2005 wurde nach der neuen Finanzsatzung erstellt. Der Verteilungsschlüssel für die Gemeindefinanzierung ist somit fast ausschließlich die Anzahl der Gemeindeglieder. Die Gemeindegliederpauschale beträgt im nächsten Jahr 51 Euro. Kindergartenzuschüsse, Personalkostenpauschale und Gebäudepauschale gibt es keine mehr. Ein spezieller Härteausgleich hilft den Gemeinden, die sich nach dem neuen Finanzierungssystem schlechter stehen als bisher, sich innerhalb von drei Jahren an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen. Dann erhalten sie keine Unterstützung mehr aus dem Solidartopf. Insgesamt gehen die Kirchensteuereinnahmen zurück, zeigte Knipp auf. 1992 war das Jahr mit den höchsten Kirchensteuereinnahmen. 477 Mio. Euro stand der Westfälischen Landeskirche damals zur Verfügung. Für 2005 wird das Steueraufkommen auf nur noch 385 Mio. Euro geschätzt. Rechnet man die Kostensteigerung in diesen Jahren hinzu, ist in diesem Zeitraum mehr als ein Drittel der realen Finanzkraft verloren gegangen. kp Haushaltskonsolidierung vertagt Im nächsten Jahr ist der Haushalt des Kirchenkreises Siegen nicht ausgeglichen. Die Ausgaben sind höher als die Einnahmen. Entnahmen aus den Rücklagen sind nötig, um die Ausgaben finanzieren zu können. Dass dies nicht auf Jahre so weiter gehen kann, wurde bereits auf der Herbstsynode 2003 deutlich. Eine Arbeitsgruppe Mittelfristige Finanzplanung erhielt damals den Auftrag, eine Haushaltskonsolidierung für die nächsten Jahre zu erarbeiten. Konkret bedeutete das zu prüfen, wo können Einsparungen vorgenommen werden und wo können Einnahmen erhöht werden. Insgesamt geht es um 1,8 Mio. Euro, die aus heutiger Sicht künftig fehlen werden. Die großen Posten im Haushalt sind die Personalkosten. Also kam die Arbeitsgruppe nicht umhin, auch die Einsparung von Personalstellen vorzuschlagen. Bei den Pfarrstellen müssen Ausgaben in Höhe von vier Pfarrstellen in 2005 eingespart werden. Und die Streichliste enthielt auch Stelleneinsparungen in den Referaten. Darunter 139.000 Euro bei der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, 50.000 Euro beim Öffentlichkeitsreferat und auch im Referat der Tageseinrichtungen für Kinder und im Sozialreferat geht es um hohe Summen, sprich Personaleinsparungen oder aber Verlagerungen. Als die Vorschläge im Kirchenkreis bekannt wurden, entstand unterschiedliche Lobbyarbeit. Jeder wollte verständlicherweise möglichst ungeschoren davon kommen. Zu einem endgültigen Ergebnis konnte sich die Kreissynode nicht durchringen. Sie nahm die Vorlage zur Kenntnis und beauftragte den Kreissynodalvorstand, den Finanzausschuss und die Verwaltung, die Situation mit den betroffenen Referaten und Einrichtungen erneut zu erörtern und Alternativen auszuloten. Erneut beraten und womöglich entschieden werden soll im Sommer 2005. Bis dahin herrscht in den Referaten weiter Unsicherheit über ihre künftige Arbeit. kp

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