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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

"Beim Glauben verliert man sein Herz, nicht aber seinen Verstand"
Glaubenskurse in Stift Keppel vorgestellt

Impulstag Glaubenskurse
17.02.2005 16:46

Vielen Menschen in unserer Gesellschaft ist der christliche Glaube fremd geworden. Sie wissen nichts mehr oder nicht mehr viel von den Glaubens- und Lebensgrundlagen, die Antworten auf Fragen des Lebens geben. Gleichzeitig, so veröffentlicht die Evangelische Kirche im Rheinland im Internet, gäben 70% der Bevölkerung an, dass sie an Gott glaubten, und viele suchten eine Sinn stiftende Spiritualität für das 21. Jahrhundert. Die regelmäßigen Gottesdienstbesuchenden machen mittlerweile nur noch 15,2% bei den Katholiken und 3,9% bei den Protestanten aus, so eine Veröffentlichung des Wirtschaftsmagazins Capital Ende des vergangenen Jahres. Wie kann man heute den Menschen in geeigneter Weise Inhalte des christlichen Glaubens nahe bringen und ihnen den Wert christlicher Gemeinden vermitteln, fragen sich die christlichen Kirchen.Auf dem "Impulstag: Glaubenskurse", der jetzt im Stift Keppel in Hilchenbach-Allenbach stattfand, lernten Mitarbeitende aus den ev. Kirchengemeinden, dass Glaubenskurse eine Möglichkeit bieten, Menschen den christlichen Glauben nahe zu bringen oder aber irgendwann Gelerntes oder Erfahrenes aufzufrischen und zu vertiefen. Mit dem Konfirmandenunterricht vergangener Tage haben die Glaubenskurse nichts gemein.

Jürgen Dusza, Pfarrer im Kirchenkreis Siegen für Gemeindeaufbau und selber erfahrener Glaubenskursleiter: "Die Kurse schildern Glauben zwar als ein Wagnis, als Schritt auf einem neuen Weg, als Reise in ein spannendes wunderbares Land, aber die Entdeckungsfahrt ist sehr begründet. Da wird nicht einfach vorausgesetzt, dass man etwas für wahr annehmen muss, das einem normalerweise völlig aus der Luft gegriffen erscheint." So heißt es beispielsweise bei dem Glaubenskurs "Christ werden - Christ bleiben": Beim Glauben verliert man sein Herz, aber nicht seinen Verstand.
Die Leitfrage aller Glaubenskurse lautet: Wie kann Glaube so dargestellt werden, dass heutige Menschen, die auf der Suche nach einem erfüllten Leben sind, etwas damit anfangen und zu einer eigenen Antwort kommen können. Die im Stift Keppel vorgestellten Kurse, so Dusza, haben alle gemeinsam, dass sie einen zwingenden, überredenden, übergriffigen, drängenden Stil ablehnen. Sie wollen nicht Propaganda und Überredung sein, sondern suchen das offene Gespräch.

Kleingruppen und gastfreundschaftliche Atmosphäre

Im deutschsprachigen Raum bekannte Glaubenskurse wurden auf dem Impulstag vorgestellt. Darunter "Christ werden - Christ bleiben", den der Kreuztaler Pfarrer Ernst-Otto Menn auch schon im Rahmen der VHS-Arbeit angeboten hat, denn kirchliche Räume sind für solche Kurse nicht zwingend erforderlich. Über 1000 Gemeinden haben den Kurs bislang durchgeführt.
Als England stammt der Kurs "Emmaus", den der Pfarrer Eckhard Cramer aus Herne-Holsterhausen erläuterte. Erfahrungen aus der Erwachsenenbildung sind in die komplett auf deutsche Verhältnisse übertragene umfangreichen Seminarunterlagen eingeflossen.
Der am weitesten verbreitete Kurs ist der alpha-Kurs, den Jürgen Dusza gemeinsam mit dem Rödger Pfarrer Christoph Siekermann vorstellte. Diese Kurs stammt ursprünglich ebenfalls aus England und wurde mittlerweile, in viele Sprachen übersetzt, in 133 Länder insgesamt 160.000 mal durchgeführt. Er ist konfessionsübergreifend ausgerichtet. Wie die übrigen Kurse auch, ist er auf Kleingruppen angelegt, die in gastfreundschaftlicher Atmosphäre zusammenkommen.
Den Kurs "Stufen des Lebens" stellte die Kursleiterin Iris Antepoth aus Unna-Massen vor und der Siegener Pfarrer Heiner Montanus den Thomas-Kurs. Letzterer entstand im Juni 2000 als Angebot der Ev. Erwachsenenbildung Niedersachsen. Er richtet sich an Menschen, die sich in einer gewissen Distanz zur Kirche und zum Glauben verstehen, gleichwohl aber auf der Suche nach Antworten auf ihre existentiellen und religiösen Fragen sind. Zweifel werden bei diesem Kurs ernst genommen.

Nachmittags konnten die etwa 100 Teilnehmenden eine Lerneinheit eines Kurs ihrer Wahl in einem Klassenzimmer des Gymnasiums erleben. In etlichen evangelischen Kirchengemeinden des Siegerlandes werden mittlerweile Glaubenskurse für Erwachsene angeboten. Die jeweiligen Kirchengemeinden informieren darüber.
kp

Text zum Bild: (Foto: Karlfried Petri)
In der Aula des Gymnasium Stift Keppel in Hilchenbach-Allenbach informierten sich Mitarbeitende aus den ev. Kirchengemeinden des Kirchenkreises Siegen über die Durchführung von Glaubenskursen.


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