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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Nicht alle müssen alles machen
Siegen: Kirche und Diakonie suchen neues Selbstverständnis

Westf. Landeskirche besucht Kirchenkreis Siegen
03.05.2005 12:01
Siegen. Evangelische Kirche und Diakonie im Siegerland suchen nach einem Weg, um nach dem schweren Konflikt der Diakonie in Südwestfalen gGmbh zu einem neuen Selbstverständnis und zu neuen Strukturen zu kommen. Das wurde am Donnerstag (28.4.) bei einem Besuch des westfälischen Präses Alfred Buß im Kirchenkreis Siegen deutlich.

Die Krise nach der inzwischen zurückgenommenen Kündigung der Diakonie-Geschäftsführer hatte zum Rücktritt von Superintendent Friedemann Hillnhütter geführt. Dahinter stecke das tiefere Problem, dass sich die Diakonie zu einem Wirtschaftsunternehmen entwickelt hat, das sich auf dem Markt der sozialen Angebote behaupten muss, so Annette Kurschus, die als Synodalassessorin derzeit die Geschäfte des Superintendenten führt. In einem Gespräch mit dem Kreissynodalvorstand war sich Präses Buß mit Annette Kurschus einig, dass eine möglichst rasche Klärung des Verhältnisses von Kirche und Diakonie notwendig sei. Diakonische Arbeit müsse einerseits ökonomisch geschehen, andererseits mit diakonischem, biblisch begründetem Profil in den Gemeinden verwurzelt sein. Im Kirchenkreis Siegen komme es jetzt darauf an, diese Balance neu zu finden - und organisatorische Strukturen, die dazu am besten taugten, sagte der Präses unter Zustimmung des Kreissynodalvorstandes. Der leitende Theologe der westfälischen Kirche ging im anschließenden Gespräch mit den Vorsitzenden der Presbyterien und den Kirchmeistern auch auf die Spardiskussion in der Kirche ein. Er warnte davor, hier einzelne Bereiche als Konkurrenz gegeneinander auszuspielen -"nach dem Motto: Sind Kindergärten wichtiger als Kirchenmusik?" Vielmehr gehe es um die strukturellen Fragen: "Was ist wo vorhanden, was ist nötig, wer kann was am besten?" Die Ebenen der Gemeinden, der Kirchenkreise, der Landeskirche und darüber hinaus müssten sich hier abstimmen und ergänzen: "Nicht alle müssen alles machen." Es sei wichtiger denn je, dass die unterschiedlichen Fähigkeiten aufeinander bezogen seien. Das Prinzip - auch bei weitreichenden Entscheidungen - laute: "Keiner macht in dieser Kirche mehr etwas für sich allein."

Andreas Duderstedt
Pressesprecher der Westfälischen Landeskirche

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Der Präses der Evangelischen Kirchen von Westfalen Alfred Buß (Bildmitte hinten) sprach im Rahmen seines Kirchenkreisbesuches mit dem Kreissynodalvorstand.

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