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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Toskana-Gelder auf dem Weg nach Siegen
Kirchenkreis erhält in Kürze rd. 600.000 Euro von KD-Bank in Münster

23.06.2005 19:26
Nach der Mittagspause erhielten die Synodalen der vergangenen Synode des Kirchenkreises Siegen in Wilgersdorf von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Kirberger die hoffnungsvolle Kunde, dass in Kürze ein Teil der veruntreuten "Toskana-Gelder" wieder auf den Konten des Kirchenkreises verbucht werden können. Im Sommer 2001 hatte der damalige Verwaltungsleiter Wolfgang Bohle rd. 1,8 Mio. Euro mit krimineller Energie unterschlagen und in die Schweiz transferiert. Sie flossen zum Teil in eine Toskana-Immobilie. 550.000 Euro konnten damals sichergestellt werden, rd. 1,2 Mio. Euro wurden bislang vom Kirchenkreis vergeblich zurückgefordert. Weder der Empfänger des Geldes in der Schweiz, die Familie Schleininger, noch die Kirchenbank, die die Geldbeträge zum Teil ohne ausreichende Vollmacht überwiesen hatte, ließen sich auf die Kirchenkreisforderungen ein. Erst nachdem eine 50-Seiten umfassende Klageschrift verfasst und mit einer Frist zur Stellungnahme von einem Monat der heutigen KD-Bank in Münster zuging, kam Bewegung in die Angelegenheit. Der Vorstand der Bank erklärte sich ohne Anerkennung von Rechtspflichten bereit, die Hälfte der ausstehenden Gelder dem Kirchenkreis zu überweisen. Hinzu kommen die Hälfte der Kosten, die bisher entstanden sind, um in der Schweiz die Rechtsposition durchzusetzen, und ein angemessener Zinssatz von voraussichtlich 3%. Die Unterschriften sind zwar noch nicht geleistet, aber so Kirberger, inhaltlich ist man sich einig.
Zudem wollen sich KD-Bank und Kirchenkreis jetzt gemeinsam in der Schweiz um die noch ausstehenden Gelder bemühen. Hierzu werden sowohl die entstehenden Kosten als auch die zu erwartenden Erfolge geteilt. Letztere stehen mittlerweile gar nicht mehr so schlecht. Ein grundsätzliches Anerkenntnis der Rückzahlung seitens der Familie Schleininger liegt vor, wenngleich aus Kirchenkreissicht weit überzogene Gegenforderungen geltend gemacht werden. Verhandelt wird beim Kreisgericht St. Gallen. Dies ist möglich, weil ein Schleininger-Familienmitglied in der Schweiz wohnt. In der Schweiz hat Rechtsanwalt Kirberger verjährungsunterbrechende Maßnahmen erfolgreich durchführen können. Zudem wird nach Schweizer Prozessrecht und Schuldrecht verfahren.
kp

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