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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

"Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte"
Superintendentin Annette Kurschus feierlich in ihr Amt eingeführt, Friedemann Hillnhütter verabschiedet

Mitwirkende an der Amtseinführung
31.08.2005 14:49

"Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren" erklang es kräftig in der Siegener Nikolaikirche am vergangenen Samstagmorgen. In einem festlichen Gottesdienst wurde Pfarrerin Annette Kurschus durch den Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen Pfarrer Alfred Buß in ihr Amt als Superintendentin eingeführt. In der Urkunde, so der leitende Geistliche der Westfälischen Landeskirche, werde an die Ordination und die daraus entstehenden Verpflichtungen erinnert.
"Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte", zitierte Buß 1. Kor. 7, 23. Es sei gar nicht so einfach, nicht zu einer Magd für alle zu werden. Im Amt werde man nach allen Seiten gezogen. Mit "Eigentlich sei viel mehr machbar, wenn ...", lägen einem die Menschen in den Ohren, würden Briefe geschrieben und berichteten die Zeitungen. Oft setzte man sich auch selber unter Druck und lasse sich verbiegen. Christus wolle uns herausholen aus der Knechtschaft des Tötens und getötet werdens. Buß machte deutlich, dass wir aufhören können, uns selber zu knechten.

Anschließend wurde der ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Siegen Friedemann Hillnhütter durch den Präses der Landeskirche aus seinem Amt verabschiedet. Buß dankte Hillnhütter für seinen Dienst in der Kirche.

Die Superintendentin des Kirchenkreises Siegen führte den Synodalassessor Pfr. Hans-Werner Schmidt und den Scriba Pfr. Heiner Montanus in ihre Ämter ein.

In ihrer Predigt über Ps. 146 hob Annette Kurschus hervor, dieser Psalm sei ein Lied von den tröstlichen Grenzen menschlicher Macht. Ein Lied von der überlegenen Größe Gottes - und von seiner entschiedenen Parteilichkeit für die Schwachen. Wer die Namen Gottes in dem Psalm aufmerksam höre, werde all jene ganz nah bei Gott mithören, die zu den so genannten "gesellschaftlichen Randgruppen" gezählt würden. Kurschus: "Drängen wir die tatsächlich an den Rand, liebe Gemeinde, dann drängen wir Gott aus dieser Welt!" "Ich ahne:" so die Superintendentin zu dem Psalm, "Das Lied könnte uns als Kirche und als Einzelne aus unserem allzu verzagten Kleinmut reißen, der hin und wieder alles hoffnungsvolle Planen und Gestalten lähmt. Mit ebenso klaren Tönen - auch das ahne ich - könnte es uns warnen vor jener vermessenen Selbstüberschätzung und Selbstverliebtheit, mit denen wir so manches Mal Gottes Verheißungen mit eigenem Vermögen verwechseln - und uns damit grenzenlos überfordern." Der Psalm mache ihr deutlich, es werde nicht alles kommen wie es kommen müsse, sondern es werde einst mit dieser Welt, mit der Kirche und auch mit ihr selbst werden, wie Gott es wolle. Sie sei zutiefst überzeugt, dass wir einen sehenden, einen hörenden, einen fühlenden Gott hätten, dem nicht gleichgültig sei, was uns bewege und umtreibe.

Den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes gestalteten das collegium vocale des Bach-Chores Siegen und die Ev. Kantorei Siegen unter der Leitung von Ulrich Stötzel. Die Orgel spielte Ute Debus.

Empfang im Gläsersaal

Im Anschluss an die feierliche Amtseinführung hatte der Kirchenkreis Synodale, Mitarbeitende, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem Empfang in Siegens Gute Stube, den Gläsersaal der Siegerlandhalle, geladen. Grußworte und ein mitreißender Gospelchor unter der Leitung von Charles Adarkwah und Jost Kegel prägten das Programm des Empfangs.

Als Hausherr des Gläsersaals sprach Siegenes Bürgermeister Ulf Stötzel ein Grußwort auch im Namen aller anwesenden Bürgermeister anderer Kommunen. Landrat Paul Breuer verwies in seinem Grußwort auf die Berührungspunkte des Kreises Siegen-Wittgenstein und des Kirchenkreises Siegen. Dazu zählte er beispielsweise die Kindergärten und die Krankenhäuser.OKR Dr. Ulrich Möller überbrachte das Grußwort der Westfälischen Landeskirche und dankte zunächst Friedemann Hillnhütter für seinen engagierten Dienst. Er hob hervor, dass Gemeindearbeit in Teamwork nicht der beste Weg sei, sondern der einzige. Es wünschte der Kirche im Siegerland in ihrem Dienst nahe bei den Menschen zu sein und vor Gott zu stehen. Superintendent Hans-Jürgen Debus grüßte aus dem Nachbarkirchenkreis Wittgenstein und von der Superintendentenkonferenz. In Wittgenstein habe die Wahl von Annette Kurschus großen Beifall ausgelöst. Anschließend überbrachte Pfarrer Wolfgang Winkelmann das Grußwort der katholischen Kirche und des Arbeitskreises der christlichen Kirchen. Pfarrer Christoph Meyer, Vorsitzender des Nominierungsausschusses des Kirchenkreises, sprach das Grußwort für alle Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises. Es wies darauf hin, dass die geistliche Leitung eine wichtige Aufgabe der neuen Superintendentin sei. Nach Calvin geschehe die geistliche Leitung der evangelischen Kirche durch Auslegung und Lehre. Für die Diakonie in Südwestfalen grüßte der Vorsitzende des Verwaltungsrates Karl Schmidt mit einem Bild aus der Bauwirtschaft, in der Richtschnur und Maß eine Rolle spielten. Bauleute schauten nach vorne und nach oben.
CVJM-Kreispräses Jürgen Daub sagte für den CVJM und den Evangelischen Gemeinschaftsverband ein Dankeschön für die Unterstützung in den vergangenen Jahren. Es sei gut, dass man einander habe. Am weitesten angereist waren Superintendent Dr. Ngaleni aus Tanzania und Superintendent Volker Sparre aus dem Kirchenkreis Pritzwalk, die die Grüße der Partnerschaftskirchenkreise überbrachten.
Prof. Dr. Georg Plasger grüßte für den Reformierten Bund. Das Siegerland sei weltweit als ein Hort des Reformiertentums bekannt. Für die Universität Siegen und deren Theologische Fakultät sprach Prof. Dr. Ute Gause-Leineweber und als Zeichen gelebten Miteinanders grüßten gemeinsam für die Frauenarbeit im Kirchenkreis Erika Denker als Vorsitzende der Siegerländer Frauenhilfe und Pfrn. Silke Panthöfer vom Frauenreferat im Kirchenkreis.
Das Schlusswort hatte Superintendentin Annette Kurschus, die Personen dankte, die für ihren Weg als Pfarrerin prägend waren. Abschließend dankte sie allen Beteiligten für die gelungene Amtseinführung.
kp

Text zum Bild: (Foto Christina Stemmermann)

Die neue Superintendentin inmitten der Mitwirkenden am Einführungsgottesdienst vor der Nikolaikirche.


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