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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kreissynode II
Erste Lesung für Pfarrstellenkonzept
Jährlich 1200 Gemeindeglieder weniger

Kreissynode in Olpe
07.10.2005 16:02
Acht Pfarrstellen sollen in den nächsten vier Jahren abgebaut werden, die Gemeindegliederzahlen werden angehoben. Diese Marschrichtung nahm die Synode Siegen jetzt in Olpe schweren Herzens zur Kenntnis. Die Pfarrstellensatzung, die das regelt, soll auf der Herbstsynode am 7. Dezember verabschiedet werden.

Pfr. Dr. Detlef Metz erläuterte das Papier, das ein Arbeitskreis erarbeitet hat. Die Entwicklung war nicht einfach, müssen doch der Bevölkerungsrückgang, die damit verbundene rückläufigen Kirchenmitgliederzahlen und die finanziellen Entwicklungen berücksichtigt werden. Zudem soll die Pfarrstellenverteilung gerecht erfolgen und auf die Situationsbedürfnisse zugeschnitten sein. Zurzeit, so Metz, verliert der Kirchenkreis jährlich 1200 Gemeindeglieder. Dies entspricht einer halben Pfarrstelle. Diese berücksichtigt die Landeskirche bei ihren abnehmenden Finanzzuweisungen. Pfarrstellen müssen daher abgebaut werden und die Gemeindegliederzahlen steigen. Auf dieses Bemessungskriterium hat sich denn auch die Arbeitsgruppe verständigt. Die Richtzahl wurde auf 2.500 Gemeindeglieder festgelegt.

Seit etwa einem Jahr hat der Kirchenkreis die Verantwortung für die für die Pfarrergehälter. Bis dahin war die Landeskirche zuständig. Das Problem heute, der Kirchenkreis gibt mehr Geld für Pfarrer aus, als ihm die Landeskirche zur Verfügung stellt. Die richtet sich ausschließlich nach Gemeindegliederzahlen. Nach Berechnungen von Synodalassessor Hans-Werner Schmidt überweist die Landeskirche 4.484.484 Euro für 55,36 Pfarrstellen, 5.143.500 Euro gibt der Kirchenkreis für die 63,5 Pfarrerinnen und Pfarrer aus. Bleiben 659.016 Euro im Schlauch, die der Kirchenkreis aus eigenen Mitteln finanzieren muss, macht insgesamt acht Pfarrstellen aus. Dies hat zur Folge, dass frei werdende Pfarrstellen nicht automatisch wiederbesetzt werden. Das ist ungerecht, sagen die Kirchengemeinden, deren Pfarrer in Ruhestand geht oder in eine andere Tätigkeit wechselt. Wir sollen also die Zeche für die anderen Gemeinden zahlen.

Um solche Ungerechtigkeiten möglichst auszugleichen, gewinnen die sieben Regionen im Kirchenkreis zunehmend an Bedeutung. Auf dieser Ebene soll nämlich die Zusammenarbeit untereinander enger werden und bei frei werdenden Pfarrstellen ein Ausgleich erfolgen.

Rolf Fersterra hätte sich gewünscht, dass die erarbeiteten Vorschläge nicht im Rahmen der Kirchengesetze geblieben wären, sondern Neues angedacht worden wäre. Er sieht tiefgreifende Veränderungen auf die Pfarrämter zukommen.
Einem reformierten Kirchenkreis steht es nach Christopf Meyer gut an, aus reformierter Sicht das Pfarramt zu bedenken. Und Rainer Heuschneider war sogar bereit, Verzicht zu üben, um zusätzlich Pfarrstellen zu erhalten. In Richtung Landeskirche regt er an, die Laienpredigerausbildung zu verstärken. Derzeit müssten Laien anderthalb Jahre warten, um eine solche Ausbildung beginnen zu können.

Detlef Metz machte deutlich, dass die Arbeitsgruppe nur von den rechtlichen Gegebenheiten ausgehen konnte. Sie ermutige jedoch dazu, auch neue Wege der Finanzierung von Pfarrstellen theologisch und juristisch auszuloten.
kp
Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Pfr. Dr. Detlef Metz erläuterte in der Olper Stadthalle den Synodalen die komplizierte Situation der Pfarrstellenentwicklung.

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