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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Synode I
Gestaltungsspielräume bis 2009 wiedererlangen
Synode des Kirchenkreises Siegen beschloss in Olpe Haushaltssicherungskonzept

Kreissynode Siegen in Olpe
07.10.2005 16:06
21 Seiten stark war die Vorlage mit Anlagen, die die Arbeitsgruppe Mittelfristige Finanzplanung des Kirchenkreises Siegen erarbeitet hatte, um die Finanzen des großen Kirchenkreises und der Gemeinden wieder in den Griff zu bekommen. Keine einfache Aufgabe, die nur durch starke Eingriffe in die Personalstruktur zu lösen ist. Ziel ist, 2009 einen ausgeglichenen Haushalt ohne Rücklagenentnahme zu erreichen.
In der Stadthalle Olpe hatten sich die rund 190 Synodalen versammelt, um Weichen zu stellen, damit die Gestaltungsspielräume wiedererlangt werden können.
Die Situation ist alles andere als rosig. Bereits 2004 konnte nur ein ausgeglichener Haushalt erzielt werden durch Rücklageentnahmen in Höhe von 586.720 Euro. In diesem Jahr sollten 857.729 Euro vom Ersparten genommen werden, um den Ausgleich zu erreichen, obwohl schon Einsparungen in Höhe von 227.000 Euro berücksichtigt werden konnten. Aufgrund nicht erzielter Einsparungen wird der Betrag auf über 1,38 Mio. Euro erhöht werden. Wenn keine Sparmaßnahmen erfolgen, schrumpft die Rücklage im nächsten Jahr um 1,8 Mio Euro. Man kann sich an den 10 Fingern abzählen, wann der Holzboden in der Schatulle zu sehen ist. Die Ausgabenbremse muss kräftig angezogen werden.

Detailliert haben die Rechenkünstler der Mittelfristigen Finanzplanung zusammengestellt wie, wo und in welchem Zeitraum nach ihren Vorstellungen Einsparungen zu erfolgen haben. 16 Vorschläge wurden unterbreitet, die die Synodalen weitgehend übernahmen und beschlossen. So wird sich künftig die Bezuschussung der Kirchenmusik reduzieren. Im Schulreferat und im Frauenreferat wird sich der Sekretariatsumfang verringern und im Jugendreferat erfolgen Einsparungen durch Altersteilzeit sowie durch zwei Stellen, die nicht wiederbesetzt werden. Das Studierendenwohnheim in der Burgstraße soll verkauft werden. Das Studierendenpfarramt zog in andere Räume und die Pfarrstelle wurde zunächst für fünf Jahre von der Landeskirche übernommen. Im Referat Tageseinrichtungen für Kinder wird ein Stellenanteil von 0,75 abgebaut. Der Stellenumfang in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung wird reduziert. Wenn eine anderweitige Finanzierung nicht zustande kommt, wird im Öffentlichkeitsreferat ab 2007 eine Stelle gestrichen. Schrittweise reduziert wird der Zuschuss für die Bildungsstätte Nordhelle. Sowohl in der Erwachsenenbildung als auch in der Familienbildung werden je eine Stelle durch Altersteilzeit abgebaut, die Kreativwerkstatt wird aufgegeben. Das Umweltreferat wird hauptamtlich aufgegeben und die Stelle in die Verwaltung integriert. Der Verwaltungskostenanteil wird gesenkt. Pro Jahr sollen möglichst zwei Pfarrstellen eingespart werden und die Gemeindegliederpauschale wird in 2006 um zwei Euro reduziert, weitere Reduzierungen sind absehbar.
Wenn alle Einsparungen umgesetzt werden, einschließlich zusätzlicher Kürzungen der Gemeindegliederpauschale und des Pfarrstellenabbaus, so der Verwaltungsleiter Hartmut Menzel, wird das Ziel in 2009 um rd. 88.000 Euro unterschritten.

Zuvor erläuterte Finanzausschussvorsitzender Friedhelm Knipp die Haushaltsentwicklung 2005 und 2006. Die Einnahmen in 2005 fallen bislang geringer aus als erwartet. Hinzu kommen für die Westfälische Landeskirche Rückzahlungen von zuviel erhaltener Ausgleichszahlungen an die EKD für das Jahr 2000 in Höhe von rd. 9,5 Mio Euro. Ähnliche Rückzahlungen sind in den nächsten Jahren zu erwarten. Auch diese Summen reduzieren die Zuweisungen an die Kirchenkreise.
Im nächsten Jahr stehen dem Kirchenkreis und den Gemeinden voraussichtlich Einnahmen in Höhe von insgesamt 15,177 Mio. Euro zur Verfügung. Zwei weitere Pfarrstellen müssten abgebaut werden und die Gemeindegliederpauschale werde um 2 Euro auf 49 Euro reduziert. Um den Haushalt bis 2009 ausgleichen zu können, hält Knipp es für erforderlich, alle Sparmaßnahmen der Mittelfristigen Finanzplanung als Mindestsparansatz umzusetzen, freiwerdende Pfarrstellen aufzuheben, den Gebäudebestand zu reduzieren und zusätzliche Einnahmen zu erschließen.

Einen kleinen Lichtblick gab es jedoch auch zu vermelden. Die Hälfte der noch ausstehenden Toskana-Summe, rd. 700.000 Euro, ist am 15. September auf den Konten des Kirchenkreises gutgeschrieben worden. Auf der vergangenen Synode hatte dies Prof. Dr. Wolfgang Kierberger, der Anwalt des Kirchenkreises bereits angekündigt. Eine Einigung des Kirchenkreises und der KD-Bank in Münster machte die Überweisung möglich. Bei der Veruntreuung der Gelder waren der damaligen Kirchenbank auch Fehler unterlaufen. Gemeinsam will man nun auch den Rest der vor 5 Jahren veruntreuten Summe aus Italien zurück klagen. Kirberger wertet die Erfolgschancen aussichtsreich.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Erhebliche finanzielle Einschnitte beschloss die Synode des Kirchenkreises Siegen in Olpe. Bis 2009 soll der Haushalt wieder ausgeglichen sein. Manche Aufgabe wird dann nicht mehr hauptamtlich wahrgenommen.

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