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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Geben und Nehmen dient der gegenseitigen Stärkung im Glauben
Siegerländer Tag für Weltmission und Ökumene in Wilnsdorf

Amani Gospel-Chor
04.11.2005 13:16
Die weltweite Mission und die Gemeinschaft verschiedener Kirchen nahm der Kirchenkreis Siegen gemeinsam mit der Kirchengemeinde Wilnsdorf am Siegerländer Tag für Weltmission und Ökumene in den Blick. "Was stark macht" lautete das Motto des Tages, abgeleitet von dem Jesuswort an Petrus: "Stärke deine Brüder" (Lk. 22, 32).
Die Predigt des Gottesdienstes in der Wilnsdorfer ev. Kirche hielt die indonesische Pfarrerin Golkaria Nainggolan. Sie lebt zurzeit mit ihrem Mann und den Kindern als Austauschpfarrerin in Meinerzhagen. Einige Jahre arbeitet sie auf Sumatra und Sumo. Während ihrer Vorstellung zum Lebensstil in Deutschland befragt, antwortet sie, dass die Menschen in Deutschland im Bus nicht sehr gesprächsfreudig seien. Dies sei in ihrer Heimat anders. Dort komme man schnell ins Gespräch und erzähle aus seinem Leben. In Deutschland schätze sie besonders die diakonische Arbeit der Kirchen. Auf den über 13.000 indonesischen Inseln gebe es viele Kirchen mit unterschiedlichen Charakteren. Die Batak-Christen beispielsweise lebten nach dem Grundsatz, wo ich bin, soll ich eine Kirche suchen. Wenn ich keine finde, dann soll ich eine bauen. In den indonesischen Gemeinden werde viel gesungen und getanzt. In Deutschland engagiert sich Golkaria Nainggolan für die Erdbebenopfer in ihrer Heimat. Ihre Familie ist durch das Unglück nicht zu Schaden gekommen. Die Menschen seien durch die Katastrophe Gott näher gekommen. Ohne Gott hätten sie keine Möglichkeit mehr gesehen, weiter zu leben.
In ihrer Predigt über Markus 12,1-12 (Jesus heilt einen gelähmten Mann) sagt Nainggolan, für sie habe der Missionstag eine große Bedeutung. Er sei ein Geben und Nehmen und diene der gegenseitigen Stärkung des Glaubens. Einander zu stärken sei für das Leben auf der ganzen Welt wichtig. Der kranke Mann habe nicht alleine zu Jesus kommen können, er sei auf die Hilfe anderer angewiesen gewesen. Es gelte hinzugehen und anderen zum Segen zu werden in Wort und Tat.

Nach dem Gottesdienst berichteten Jugendliche aus der Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises von ihrem Tanzaniabesuch im Sommer dieses Jahres. Die Gottesdienste in Tanzania seien festlich und lang. Alles, was in der Woche über passiere, werde in den Gottesdiensten abgehandelt. Musik spiele eine große Rolle. Mehrere Chöre gestalteten einen Gottesdienst. Die Kirche sei der Mittelpunkt des Alltags. Dort werde gefeiert, gebetet, geredet, informiert, geplant und geholfen. Die Gemeinden seien ein Wegweiser auch für gesellschaftliche Fragen. Die Jugendlichen haben in Tanzania erlebt, dass die Kirchen sehr stark wachsen. Es werden viele neue Kirchen gebaut und neue Gemeinden gegründet.

Nach dem Mittagessen konnten unterschiedliche Veranstaltungen besucht werden. Um "Spirituelle Stärkung" ging es in dem Seminar von Pfr. Jean Mutombo und Christian Hohmann von der ökumenischen Werkstatt Bethel. Jugendliche und Junggebliebene sangen mit Lee Ndeiy Gospels. Pfr. Christoph Siekermann, Rödgen, referierte zum Thema "Stärkung in heilender Gemeinschaft" und Pfr. Matthias Elsermann vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene südliches Westfalen berichtet über "Mikrofinanzierung - kleine Mittel, die stark machen".

Unter den Gästen in Wilnsdorf war der tansanische Theologe Dr. Fidon R. Mwombeki, der Ende des Jahres das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Wuppertal, übernehmen wird. Er ist derzeit VEM-Referent für Evangelisation und war bis Ende 2004 Generalsekretär der Nordwest-Diozöse der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania. Mwombeki ist der erste Leiter einer Missionsorganisation in Deutschland, der nicht aus Deutschland stammt.
In ihrem Schlusswort bezeichnete die Superintendentin des Kirchenkreises Siegen Annette Kurschus den Siegerländer Missionstag als eine Stärkung im Glauben, die durch die partnerschaftliche Begegnung bewirkt werde.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Der Amani Gospel-Chor aus Gladenbach unter der Leitung von Lee Ndeiy verstand es, die Gottesdienstbesucher zum Mitsingen zu bewegen.

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