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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Partnerschaft statt Patenschaft – Tansania-Partnerschaftsgruppe des Kirchenkreises freut sich über Auszeichnung der Landeskirche
25.11.2005 15:16
bei einem feierlichen Gottesdienst in Iserlohn den Förderpreis „Das Salzkorn“ aus der Hand des Präses Alfred Buß entgegen. Mit dem Preis dotiert die Landeskirche seit 1994 jährlich Gruppen und Initiativen, die sich ehrenamtlich in beispielhafter Weise für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzen. „Ihr macht die tiefe Wahrheit deutlich, dass und wie sehr wir in der einen Welt zusammengehören“, gratulierte unter anderen Pfarrer Arno Lohmann, Leiter der Tagungsstätte in der Evangelischen Tagungsstätte haus nordhelle, wo im Laufe der vergangenen 25 Jahre Partnerschaftsarbeit zahlreiche Seminare stattgefunden hatten. „Ihr mischt euch ein, greift weltweite Probleme der Ungerechtigkeit auf.... Diese Würze brauchen wir, damit wir nicht dumm werden.“ Auch Superintendent i.R. Gerd Lautner (Mitglied der Jury) betonte in seiner Laudatio im Festgottesdienst: „Das besondere an diesem Projekt ist die komplexe Struktur und der interne Verbund der beiden Kirchenkreise (Siegen und Kibaha) mit den engagierten Gemeinden.“ Die bewusste Gemeinschaft in den Wurzeln des Glaubens und der partnerschaftliche Austausch rege beide Seiten zum ökumenischen Lernen an. Dies geschehe seit mehr als 25 Jahren inzwischen in drei Generationen „sehr preiswert“ und sei deshalb auch einen „Preis wert“. Dass gerade der Arbeitsschwerpunkt Partnerschaft auf Augenhöhe statt Patenschaft mit Versorgungsstruktur gewürdigt wurde, freute die Siegener Preisträger ganz besonders. „Unser Ziel war ja von Anfang an, Tansanier und Siegerländer als gleichwertige Glieder in der christlichen Gemeinschaft zu betrachten und zwar zunächst unabhängig vom materiellen Hintergrund.“ Nach dieser Prämisse sind seit 1980 nicht nur die Kirchenkreise Kibaha und Siegen, sondern dazu sechs Siegerländer Kirchengemeinden Partnerschaften mit tansanischen Gemeinden eingegangen, die regen Austausch bis hin zu gegenseitigen Besuchen pflegen. „Echte Partnerschaft braucht die persönliche Begegnung und den Dialog“, erläutert Frank Gerbershagen, der während seiner Amtszeit mit viel Engagement dafür gesorgt hat, dass auch die Generationen jenseits der 60-er und 70-er eben diesen fortführen. So gibt es seit 2003 eine Gruppe von Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahren, die auf der Basis der gut vorbereiteten Strukturen neue Dynamik und aktuelle Entwicklungen der jungen Generationen einbringen. SMS, E-Mail- und Internetkontakte erleichtern die globale Kommunikation inzwischen, ersetzen allerdings keinesfalls die persönlichen Kontakte, wie Hoffmann und Gerbershagen deutlich machen. Gegenseitige Besuche - gefördert vom Kirchenkreis Siegen - finden fast jährlich statt und wurden in 2004 und 2005 auch bei den jungen Leuten zum großen Erfolg mit Blick über den Tellerrand. Darüber hinaus gab es gemeinsame Theaterprojekte, kulturelle Ausflüge und Workshops, die mit großer Begeisterung angenommen wurden. Kontinuierlichkeit und Beständigkeit in der Beziehungspflege zwischen den afrikanischen und deutschen Partnern haben sich jenseits der Projekte als Hilfe zur Selbsthilfe bewährt. Der Kibaha-Educationfund, ein Fördertopf für Schulausbildung, mehrere Schreinerprojekte und das KILWAG-Frauenprojekt werden zwar zuverlässig von den Siegerländern begleitet, stehen aber keineswegs im Vordergrund der partnerschaftlichen Aktivitäten. „Ihr seid das Salz der Erde“, sprach Präses Alfred Buß den Siegerländer Preisträgern zu und dankte für das „ausdauernde, kreative und oft auch kräftezehrende Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.“ Was die Tansaniaarbeit sicher auch in Zukunft „beflügeln“ und weiterhin frischen Wind in die hiesigen Gemeinden bringen wird: „Ihre Arbeit ist für die Kirche unverzichtbar.“

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