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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Notfallseelsorge im Siegerland
Ehernamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger steigern Qualität der Ausbildung

Notfallseelsorgeausbildung
06.12.2005 16:34

Der Einsatzalltag der Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger hat es in sich. Da muss der Unfalltod eines Kindes den Eltern mitgeteilt werden. Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdienste bedürfen des Zuspruchs oder Firmenmitarbeitende benötigen Hilfe beim Verkraften des Unfalltodes ihres Kollegen. In solchen Fällen stehen Notfallseelsorger zur Seite, die Menschen in Ausnahmesituationen begleiten.

In einem Aufbaukurs mit 40 Unterrichtseinheiten setzen sich seit Anfang März dieses Jahres ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger unter der Leitung von Pfr. Ralf Radix, Landeskirchlicher Beauftragter für Notfallseelsorge, und Pfrn. Lara vom Orde, hauptamtliche Notfallseelsorgerin des Kirchenkreises Siegen, mit ihrem Einsatzalltag auseinander. Insbesondere die Themen Schuld und Betreuung von Kindern waren sehr eindrücklich, berichtete vom Orde. Hier kommen auch die Seelsorger/-innen an ihre Grenzen. Zum Ausbildungsplan gehörten auch die Theodizeefrage - Warum lässt Gott das zu? -, Psychotraumatologie oder Einsatznachbesprechungen.

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen nicht christlicher Religionen zu Unfallopfern gehören. Wie geht man in solchen Situationen angemessen helfend mit Angehörigen um. Welche kulturellen Besonderheiten sind zu beachten, um helfen zu können.
Hierzu war jetzt zur Abschlussveranstaltung Pfr. Ralph van Doorn, Islambeauftragter des Kirchenkreises Siegen, eingeladen. Tod und Sterben im Islam lautete das Thema. An den Erfahrungsbeispielen, von den die Teilnehmenden berichteten, wurde die Bedeutung der Ausbildungseinheit schnell deutlich.

64 Einätze in 2005
18 Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger gehören derzeit zum Siegerländer Team. Darunter drei Neue, die sich auf diese belastenden Einsätze vorbereiten. Aber auch für die "alten Hasen", die zum Teil schon seit neun Jahren ihre Erfahrungen sammeln, ist die Fortbildung hilfreich. Sie lernen den neuesten wissenschaftlichen Entwicklungsstand kennen und können abgleichen, wie die Theorie zu ihren Einsatzerfahrungen passt.Vom Orde:"In 2005 wurden Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger bei 64 Einsätzen angefordert. Die Tendenz ist steigend."Mitarbeitende in der Notfallseelsorge sind nicht nur ehrenamtlich tätige Pfarrer, sondern auch Nichttheologen, die eine anerkannte seelsorgliche Ausbildung haben und im christlichen Glauben verankert sind.

Und wer hilft den Notfallseelsorgern, ihre oft psychisch belastenden Einsätze möglichst unbeschadet zu überstehen? "Wir führen kollegiale Supervisionen durch, die helfen, Einsätze zu bewältigen. Und auch Einzelsupervisionen sind möglich", weiß die Notfallseelsorgerin. Sie selbst nimmt nach jedem belastenden Einsatz eine Einzelsupervision in Anspruch.

Die einzelnen Schulungen fanden reihum in den Gemeinden der Mitarbeitenden statt. So kam die Arbeit in den Gemeinden ins Bewusstsein und die Teilnehmenden erlebten eine gute Gastfreundschaft.
kp


Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger kommen im Siegerland aus Landeskirche, katholischer Kirche und freien Gemeinden.


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