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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Pfarrstellen rückläufig
Kreissynode Siegen beschloss Richtlinien für Pfarrstellenplanung

Dr. Detlef Metz
12.12.2005 11:31
Nur noch 56 Pfarrerinnen und Pfarrer in den dreißig Kirchengemeinden des Kirchenkreises Siegen vermag der Kirchenkreis im Jahre 2008 zu bezahlen. 63,5 Pfarrstellen sind bislang besetzt und müssen bezahlt werden. Werden die Pfarrstellen nicht reduziert, gibt der Kirchenkreis künftig für die Pfarrbesoldung mehr aus, als ihm die Landeskirche zur Verfügung stellt. Auf die Kirchenmitglieder umgerechnet ergeben die 56 Pfarrstellen etwa 2500 Gemeindeglieder pro Pfarrstelle. Darauf hat sich der Pfarrstellenbesetzungsausschuss unter dem Vorsitz von Pfr. Dr. Detlef Metz geeinigt und entsprechende Richtlinien formuliert. Weitere Bemessungskriterien soll es nicht geben. Wie sich die Situation in den nächsten Jahren auf die einzelnen Gemeinden und die Regionen entwickelt, hatte Synodalassessor Hans-Werner Schmidt genau ausgerechnet und zusammengestellt. Deutlich wurde, dass frei werdende Pfarrstellen nicht wieder besetzt werden können oder aber nur kirchenkreisintern. Die von einigen als zu hoch angesehene Gemeindegliederzahl von 2500 pro Pfarrstelle spielt nach Schmidts Berechnung eher eine untergeordnete Rolle, da sie wegen sinkender Gemeindegliederzahlen insgesamt in fast allen Kirchengemeiden unterschritten werde.

Mit der vorgestellten Veränderung konnte sich der Vorsitzende des Theologischen Ausschusses Rolf Fersterra nicht anfreunden. Durch diese Veränderung erhielten die Kasualien ein stärkeres Gewicht. Es entstünde ein höherer Verwaltungsaufwand. Der Freiraum für Besuche, kreatives Arbeiten, Mitarbeiterbetreuung und theologisches Arbeiten werde reduziert. Und auch die zweckfreie Beziehungsarbeit werde weniger. Er frage sich, ob das die Gemeinden wollten. Er halte es für bedenklich, wenn gesagt werde, es gebe zu dieser Verfahrensweise keine Alternative.

Dass gespart werden muss, stand allen Synodalen deutlich vor Augen. Aber es sollte möglichst gerecht zugehen. So hatten denn Pfarrer des östlichen Siegerlandes den Vorschlag unterbreitet, für die ländlichen Regionen geringere Gemeindegliederzahlen anzusetzen. Schließlich seien die Wege in die einzelnen Orte weiter und damit zeitaufwändiger. Als Rechengröße kam die Formel Gemeindeglieder pro km² in die Diskussion. Dazu Pfr. Martin Eckey aus Olpe: "Mein Vater hat seine Arbeit nach Fläche berechnet, er war Bauer."

Auf die Frage, wie denn mit den Kreispfarrstellen verfahren werde, zeigte Finanzausschussvorsitzender Friedhelm Knipp auf, dass von den 13 Kreispfarrstellen sechs nicht mehr auf Kirchenkreisebene finanziert würden. In den Richtlinien ist festgelegt, dass für kreiskirchliche Pfarrstellen, die nicht refinanziert werden, wie beispielsweise Pfarrer im Schuldienst, 20.000 Gemeindeglieder als Untergrenze gelten.

Um die zwangsläufig in Kirchengemeinden entstehenden Ungerechtigkeiten auszugleichen, gewinnen die sieben Regionen im Kirchenkreis zunehmend an Bedeutung. Auf dieser Ebene soll die Zusammenarbeit untereinander enger werden und bei nicht wiederbesetzen Pfarrstellen ein Ausgleich erfolgen.

Die Synode des Kirchenkreises Siegen beschloss nach ausgiebiger Beratung die Richtlinien mit geringfügigen Veränderungen, wie vom Pfarrstellenbesetzungsausschuss vorgeschlagen. Der Kreissynodalvorstand wird für alle Regionen im Kirchenkreis ein Konzept für die Entwicklung der Pfarrstellen erarbeiten und in den Regionen zur Beratung vorstellen. kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Pfr. Dr. Detlef Metz erläuterte die Richtlinien zur Ermittlung des Pfarrstellenbedarfes. Er sprach sich für ein gemeinschaftsgemäßes Verhalten der Kirchengemeinden aus, das auch die Nachbarkirchengemeinden und den Kirchenkreis als Solidargemeinschaft der Gemeinden im Blick hat.

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