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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Erinnerung an Janusz Korczak in der Siegener Martinikirche

03.02.2006 13:59
inszenierte Pavel Möller-Lück vom Theater-Laboratorium Oldenburg das Leben des Verfassers von pädagogischen Schriften und Romanen mit einem Puppentheater. Die Hauptperson des Stückes, Janusz Korczak, geboren 1878, mit bürgerlichem Namen Dr. med. Henryk Goldszmit, gab eine erfolgreiche Arztkarriere auf, um sein pädagogisches und soziales Engagement als Erzieher von Waisenkindern einzusetzen. Gut zweihundert Kinder versorgte er im Waisenhaus nach pädagogischen Grundsätzen, die zur damaligen Zeit höchst modern anklangen. Der Respekt vor dem Leben, insbesondere vor dem der Kinder, war ihm besonders wichtig. So rief er zum Beispiel öffentlich dazu auf, Kinder nicht zu schlagen. Am 5. August 1942 begleitete er seine zweihundert Zöglinge aus dem Waisenhaus freiwillig aus dem Warschauer Ghetto in das deutsche Vernichtungslager Treblinka. Dort verliert sich seine Spur. Gefunden hat man seine Tagebücher. Mit Stimmgewalt und Eindringlichkeit zog Pavel Möller-Lück das Publikum mehr und mehr in den Bann. Die Kindheit Korczaks, seine von Herz und Respekt geprägten Erziehungsmethoden, die Ängste vor dem Naziregime oder die Bemühungen um Nahrung bei Versorgungsengpässen im Waisenhaus zeichnete Möller-Lück ebenso intensiv nach wie das Aufbegehren gegen Ungerechtigkeiten. Bei allem ernsten Hintergrund ließ Möller-Lück Korczak vor Witz und Humor sprühen. Beeindruckte und betroffene Gesichter blieben schließlich zurück, als die Lichter in der Martinikirche ausgingen und die Erinnerungen an die außergewöhnliche Persönlichkeit Korczaks nachklang. Noch einige Minuten verweilten die Gäste im dunklen Raum. So manches Bild mag sich in den Köpfen durch das wortreiche Spiel von Möller-Lück selbst geformt und schließlich eingeprägt haben.

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