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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kalligraphische Ausstellung in der Nikolaikircheim „Jahr der Bibel“
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08.05.2003 14:59
Spezielle Anlässe erfordern besondere Anstrengungen! Danach handelnd freut sich das Presbyterium der Nikolai-Kirchengemeinde, Sie heute auf eine Ausstellung in der Nikolaikirche aufmerksam machen zu dürfen, die schon etwas Besonderes ist: Kalligraphien von Yuriko Ashinosind in der Zeit von Sonntag, 18. Mai bis Sonntag, 8. Juni wie folgt zu sehen und zu bestaunen: Mon-tags bis mittwochs und freitags von 16 - 19 Uhr, donnerstags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 14 – 17 Uhr.Kalligraphie ist bei uns im Abendland ursprünglich die „Kunst des Schreibens“. Des „Schönen Schrei-bens“, wie sich der Begriff vom Griechischen ableitet. „Kalos“ ist das griechische Wort für „schön“, wobei „schön“ in diesem Sinne aber nicht nur ästhetisch überzeugend, sondern auch „richtig, fehler-los“ meint; „graphein“ bedeutet „schreiben“, aber auch „reißen“ oder „eingravieren“. Der japanische Ausdruck für „Kalligraphie“ ist „Sho Do“, was am treffendsten mit „Weg des Schreibens“ zu übersetzen ist. Und während bei uns im Westen die breitgeschnittene Feder maßgeblich formbestimmend ist, ist es in Ostasien der Pinsel. Nun, Yuriko Ashino stammt zwar aus Japan und wohnt auch dort, doch ist ihr kalligraphisches Werk geprägt vom westlichen Gedanken- und Formengut. So hat sie z.B. den Text der „Matthäus-Passion“ von Johann Sebastian Bach komplett geschrieben. Hier in Siegen zeigt Frau Ashino unter anderem die „Markus-Passion“ und die Motette „Jesu meine Freude“ von Bach, „Es erhub sich ein Streit im Himmel“ und die „Johannes-Passion“ von Heinrich Schütz sowie „Veni Sancte Spiri-tus“ von J. Dunstable. Es ist faszinierend, zu sehen, wie trotz westlicher Schriftzeichen, trotz deutscher und lateinischer geistlicher Texte immer noch der asiatische Geist durch die (Kunst)-Werke strahlt.Der Werdegang von Frau Ashino ist für eine Japanerin durchaus ungewöhnlich. Bereits mit 7 Jahren erlernte sie das Klavierspiel. Sie besuchte die Anglican Church und dort jeden Morgen den Gottes-dienst. Eine Schwester ihres Vaters war katholische Nonne. Die Bibel lernte sie somit auf englisch und japanisch kennen. Da eine ihrer Cousinen Leiterin des Heinrich-Schütz-Chores in Tokio war (gegründet 1968) wurde sie dort Mitglied. Und weil die gesungenen Texte in deutscher oder lateinischer Sprache verfasst sind, wurden viele dieser Texte, denen sich Frau Ashino heute auf kalligraphische Weise wid-met, zunächst von ihr „ersungen“. Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 18. Mai 2003, im Anschluss an den Kantaten-Gottesdienst, den die Evangelische Kantorei Siegen mit der Bach-Kantate „Man singt mit Freuden vom Sieg“ BWV 149, mitgestaltet, sind Sie herzlich in den „Klönchen-Treff“ der Nikolaikirche eingeladen. Die Künstle-rin wird dann selbst anwesend sein, so dass Sie mit ihr ins Gespräch kommen können. Lassen Sie sich von ihr und ihren Kunstwerken überraschen!Hannelene Reuter-Becker

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