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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

20 Jahre evangelische Ehe- Familien- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises Siegen - Gottes Liebe zur Welt bezeugen – Menschen auf ihrem Weg begleiten -
03.05.2006 11:17
Ausgestattet mit einer Vollzeit- und einer Halbtagskraft, einer Sekretärin, einer Raumpflegerin sowie wenigen Honorarkräften sollte dem damaligen Mangel an Beratungsstellen in Südwestfalen Rechnung getragen werden. Zahlreiche Anfragen bei der Telefonseelsorge, der Inneren Mission Siegerland, der Mütterhilfe und der Frauenhilfe hatten im Vorfeld den Bedarf nach Beratung – insbesondere in Paar- und Lebensberatung – deutlich gemacht. Seither verzeichnet die EFL einen stetig veränderlichen aber wachsenden Bedarf an unterschiedlichen Beratungsangeboten. Mittlerweile ist die EFL in der Burgstraße 23 mit ihren zwei Außenstellen in Olpe und Bad Berleburg mit insgesamt 15 hochqualifizierten Mitarbeitenden unter der Leitung von Jan Wingert und Stellvertreterin Annette Mehlmann eine der größten dieser Art in ganz NRW. In der Siegener, Olper und Bad Berleburger Anlaufstelle wirken gut funktionierende Teams mit Pädagogen, Psychologen oder Theologen, die viele Zusatzqualifikationen haben. Insgesamt fünf Mitarbeitende übernehmen die beträchtlichen Verwaltungsaufgaben. Neben der speziellen Ehe-, Familien und Lebensberatung einschließlich der Fragen rund um Trennung, Scheidung und Kindererziehung, sind die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie die „Kinderwunschsprechstunde“ und Teeniesprechstunde, sexualpädagogische Prävention sowie die Arbeit mit Sexualstraftätern gefragte Angebote in der hiesigen Region. Auch die stark frequentierte Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen ist in der EFL angesiedelt. Alle Angebote können relativ kurzfristig terminiert und kostenfrei in Anspruch genommen werden. Zusätzlich gewährleisten „Offene Sprechstunden“ Ansprechpartner für ganz dringende Fälle. „Die interne Vernetzung der unterschiedlichen Themenbereiche und der Kontakt zu außenstehenden Einrichtungen mit Hilfsangeboten aller Art sind wesentlich für eine optimale Betreuung“, finden Wingert und Mehlmann. So werden nicht nur Doppelstrukturen vermieden, sondern auch die bestmögliche Bedarfsdeckung in Sachen Beratung und Begleitung für die Einzelnen sichergestellt. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten hat einen hohen Stellenwert. Fachvorträge und Informationsveranstaltungen sowie die regelmäßige Weiterbildung der EFL-Mitarbeitenden stellen eine Beratungsarbeit am fachlichen Puls der Zeit sicher. Durchschnittlich 5000 Menschen suchen jährlich Rat und Hilfe in der EFL. Was die evangelischen Kirchengemeinden seit mehr als 20 Jahren im Sinn haben - nämlich die seelsorgliche Gemeindepfarrerarbeit zu unterstützen und bedarfsgerecht mit der EFL zu ergänzen - scheint heute gefragter denn je. „Immer mehr Armutsfamilien, Alleinerziehende und Eltern mit Erziehungsunsicherheiten suchen den Kontakt“, berichten Wingert und Mehlmann. „In den letzten fünf Jahren zeichnen sich deutlicher menschliche Krisen, die durch Arbeitslosigkeit entstehen, ab. Süchte, Depressionen, Ängste oder Orientierungsmangel sowie Trennungsabsichten, immer öfter auch bei Langverheirateten, zeigen steigende Tendenz.“ Auffällig zudem: Die Nachfrage nach präventiven sexualpädagogischen Angeboten sowie in allgemeinen Erziehungsbelangen haben erheblich zugenommen. „Eltern erleben sich oft ungewollt als Einzelkämpfer, Kinder suchen nach Werten, Anerkennung und Orientierung“, stellt Wingert fest. Zwar überkonfessionell in der Praxis, aber konsequent vom christlichen Menschenbild her, stellen sich die Mitarbeitenden der EFL den wachsenden Anforderungen von Kirche und Gesellschaft. „Krisen gehören zum Menschsein und können im Idealfall als Chance zum persönlichen Wachstum genutzt werden“, lautet das Credo. Mit Seelsorge unter Zuhilfenahme von psychologischem Know How und christlicher Grundeinstellung werden Menschen in Krisensituationen so individuell und gegebenenfalls zeitaufwendig unterstützt, wie es ein Geistlicher inmitten seines Alltagsgeschäftes mengenmäßig wohl nicht verkraften könnte. Das Engagement für den Einzelnen reicht bis zu Hausbesuchen. Dabei sind die Beratenden nicht nur auf Alltagsschwierigkeiten, sondern besonders gut auf Probleme vorbereitet, die mit spirituellen und religiösen Anfragen einhergehen. Der Kirchenkreis Siegen nimmt mit der evangelischen Beratungsstelle in hohem Maße gesellschaftliche Verantwortung mit viel Engagement und Aufwand wahr. Zuschüsse des Landes NRW helfen, den Finanzierungsbedarf zu decken. So unterstützt das Land die Familienberatung mit 27 % der Kosten, die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung mit 80 % plus Sachkostenpauschale. Für die Koordination und Begleitung der Selbsthilfegruppen stellen die Krankenkassen und das Land NRW etwa 40 % Zuschüsse. Projekte, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein insbesondere in Themenbereichen rund um Kind und Familie laufen, entlasten den Kirchenkreis Siegen, der seinerseits jährlich 260 000 Euro zur Verfügung stellt. Doch auch, wenn der gesellschaftliche Nutzen der evangelischen Ehe- Familien- und Lebensberatungsstelle unstrittig ist, muss Jan Wingert mit seinem Team um Gelder bangen. Die Finanzlücken bei Land und Kirche, die beide gleichermaßen zum sparen zwingen, lassen nichts gutes ahnen. So ist die Beratungsstelle gehalten, in Zukunft weitere Refinanzierungsmöglichkeiten zu erschließen, um das Angebot entsprechend dem wachsenden Bedarf an Beratung sicherstellen zu können. Um Kosten zu senken, haben Mitarbeitende auf freiwilliger Basis Stunden reduziert. Der EFL-Förderverein mit inzwischen 69 Mitgliedern will ebenfalls Unterstützung leisten. „Wir hoffen, dass die zu erwartenden Änderungen bei der Förderung des Landes, die Ende Mai im Landtag entschieden werden, zum Teil durch kommunale Mittel aufgefangen werden können“, so Wingert. „Gerade jetzt, wo auch Pfarrstellen – und damit seelsorgliche Versorgung – abgebaut werden müssen, ist es wichtig, ein allgemein zugängliches kirchliches Angebot für Menschen in Notsituationen vorzuhalten.“ Kontakt: Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Kirchenkreises Siegen Burgstraße 23, 57072 Siegen, Tel. 0271/25028 Mail: Info@EFL-Siegen.de Internet: www.kirchenkreis-siegen.de, Kategorie „Einrichtungen“. Nebenstelle Bad Berleburg, Schützenstraße 4, Tel. 02751/921-3 Nebenstelle Olpe, Frankfurter Str. 28, Tel. 02761/83 53 95 5 Spenden: EFL-Förderverein, Kontonummer 2 151 116, Sparkasse Siegen, BLZ 460 500 01

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