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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Visitationen und Presbyterwahl
Kürzere Amtszeit für Presbyter

Synode des Kirchenkreises Siegen
13.06.2006 10:48

Nur noch vier Jahre im Amt sein werden künftig die Presbyterinnen und Presbyter in den Gemeinden der Westfälischen Landeskirche. Dies empfahl die Synode des Kirchenkreises Siegen jetzt in Wilgersdorf. Die Landessynode wird im November 2006 über die Stellungnahmen der Kirchenkreise beraten. Erfolgen die entsprechenden Beschlüsse, kann bereits die nächste Presbyteriumswahl im Frühjahr 2008 nach den neuen Regeln erfolgen, die beispielsweise eine öffentlichkeitswirksame Gemeindeversammlung zur Kandidatensuche zu Beginn enthalten.

Im Rahmen des Reformprozesses „Kirche mit Zukunft“ wurde eine Verkürzung der Amtszeit der Presbyterinnen und Presbyter von acht auf vier Jahre und die Abschaffung des Halbscheides – Neuwahl der Hälfte der Presbyteriumsmitglieder nach vier Amtsjahren – angeregt. Ziel der Änderung ist, mehr Gemeindeglieder zur Mitarbeit in den Presbyterien zu motivieren.

Vorsitzender des Theologischen Ausschusses Pfr. Rolf Fersterra

Bei der Presbyterwahl betreten wir „heiligen Boden“ der presbyterial-synodalen Ordnung. Sie sei im Kirchenkampf mit geprägt worden. Mit diesen Worten nahm der Vorsitzende des Theologischen Ausschusses Pfr. Rolf Fersterra mit auf einen kurzen historischen Ausflug. Das Presbyteramt sei Grund legend in der westfälischen Kirche.
Ursprung dieser Ordnung sei die Kleve-Märkische Kirchenordnung aus dem 17. Jahrhundert. Damals habe die Amtszeit der Presbyter zwei Jahre gedauert bei einem jährlichen Halbscheid. Eine Ablehnung der Wahl sei nicht möglich gewesen. Jeder Hausvater sei zu diesem Amt verpflichtet gewesen und als geeignet angesehen worden. 1835 sei die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung in Kraft getreten und 1923 sei die Wahl nach dem Verhältniswahlrecht eingeführt und der Halbscheid abgeschafft worden. Dadurch sei es den Deutschen Christen gelungen, die Presbyterien zu besetzen. Die heutige Kirchenordnung sei nach 1945 entstanden und habe die Persönlichkeitswahl wieder eingeführt. Die Amtszeit betrage derzeit acht Jahre bei einem Halbscheid nach vier Jahren. Die angestrebte Neuregelung sehe unter anderem vor, die Wahlzeit von acht auf vier Jahren zu verkürzen und den Halbscheid abzuschaffen.
Letzteres stieß nicht bei allen Gemeinden auf Zustimmung. Anders lautende Anträge fanden jedoch keine Mehrheit.

Visitationen
Ebenfalls im Rahmen des Reformprozesses „Kirche mit Zukunft“ ist eine Überarbeitung des Visitationsrechtes angeregt worden. Visitationen sind Besuche der Landeskirche in einem Kirchenkreis oder eines Kirchenkreises in einer Kirchengemeinde. Bei diesen Besuchen fragt die Kirche nach der schriftgemäßen auf die Gegenwart bezogenen Verkündigung des Evangeliums in allen Handlungsfeldern der Kirche und nach ihren Auswirkungen im Leben und Dienst der Gemeinde. Die Visitation hat die Aufgabe durch Trösten, Ermahnen, Belehren und Prüfen die Gemeinden, insbesondere die Pfarrerinnen und Pfarrer, aber auch die übrigen zum Dienst Berufenen, im Glauben und in der Liebe zu stärken und die Gemeinschaft in der Kirche zu fördern und zu festigen. Die gesetzlichen Regelungen behandeln die Vorbereitung, Durchführung und Nacharbeit. Im Zuge der Visitation werden mit der visitierten Gemeinde Zielvereinbarungen entwickelt, deren Einhaltung regelmäßig nachgehalten wird. Die Synode des Kirchenkreises Siegen empfahl, ergänzend zum Entwurf der Landeskirche, diese Zielvereinbarungen an die jeweilige Gemeindekonzeption anzuknüpfen.

Wenn Kirchengemeinden alle acht Jahre visitiert werden sollen, müssten im Kirchenkreis Siegen bei 30 Gemeinden jedes Jahr drei bis vier Visitationen stattfinden. Alle acht Jahre ist dann voraussichtlich auch die Landeskirche im Kirchenkreis Siegen zu Gast.
kp


Nachwahlen

Synodalvikar Michael Weber beim Einsammeln der Stimmzettel

Die Kreissynode Siegen wählte jetzt in Wilgerdorf Pfrn. Ute Waffenschmidt-Lang als stellvertretende Delegierte für die Landessynode. Sie nimmt im Vertretungsfall für Pfrn. Roswitha Scheckel an den Synodentagungen teil.

Die Synode wählte Hannelene Reuter-Becker, Finanzkirchmeisterin und Synodale der Nikolai-Kirchengemeinde zum Mitglied des Finanzausschusses.

Erika Wehn aus der Kirchengemeinde Eiserfeld wurde in den Theologischen Ausschuss gewählt.

Michael Hänel, Umweltreferent des Kirchenkreises und Mitarbeiter des Kreiskirchenamtes wurde in den Fachbereichsausschuss „Gesellschaftliche Verantwortung“ gewählt.
kp


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