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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Zahlen – Statistik - Prognosen
Pfarrstellenentwicklung in den Siegerländer Kirchengemeinden und Regionen

Synode des Kirchenkreises Siegen
13.06.2006 11:05

Ein fünf-köpfiges Team aus Mitgliedern des Kreissynodalvorstandes bereist derzeit die sieben Regionen des Kirchenkreises, um mit den Presbyterien die die Pfarrstellenbesetzung zu beraten.
Synodalassessor Hans-Werner Schmidt stellte jetzt der Kreissynode in Wilgersdorf die Pfarrstellenplanung sowie die prognostizierte Entwicklung für die nächsten Jahre vor.

Statistik3,5 Mio Mitglieder zählte 1970 die Westfälische Landeskirche. Sie verfügte über ein Haushaltsvolumen von umgerechnet 133 Mio. Euro und hatte 18.000 Beschäftige, darunter 1480 Theologen. In 2005 betrug die Zahl der Gemeindeglieder noch 2,6 Mio. Das Haushaltsvolumen belief sich auf 382 Mio. Euro bei 24.000 Beschäftigten (ohne Diakonie), darunter 2091 Theologen. Der Vorausblick ins Jahr 2030 ergibt noch 1,8 Mio. Gemeindeglieder und ein Haushaltsvolumen von geschätzt 180 Mio. Euro. Rechnet man 2.500 Gemeindeglieder pro Pfarrstelle, werden dann noch 720 Theologen in den Gemeinden benötigt.
Dies hängt nicht zuletzt mit demografischen Entwicklungen in der bundesdeutschen Gesellschaft zusammen. Im Jahre 2000 kommen rein statistisch gerechnet auf eine Geburt 72 Sterbefälle. Im Jahre 2030 sind es 400 Sterbefälle. In 2001 gab es rd. vier Mio. Menschen über 80 Jahr, in 2020 werden 6 Mio. und mehr Menschen über 80 Jahre alt sein. Dies hat natürlich auch erhebliche Auswirkungen auf die Altersstruktur in der Kirche.

Pfarrstellenreduzierung
Ab dem Jahre 2005 erhalten die Kirchenkreise eine Pfarrstellenpauschale von der Landeskirche, um die Pfarrerinnen und Pfarrer zu finanzieren. Die reichte aus, um 56 Pfarrer zu finanzieren. 63,5 Pfarrstellen waren jedoch besetzt, die somit aus Rücklagen zu finanzieren waren. Um auch hier eine haushaltsverträgliche Finanzierung zu erreichen hat die Synode bereits im Herbst 2005 in Olpe beschlossen, bis Ende 2008 insgesamt 8 Pfarrstellen einzusparen. Außerdem müssen bis zum Jahre 2014 auf eine Pfarrstelle 2500 Gemeindeglieder gerechnet werden. Zurzeit liegen diese je nach Gemeinde zwischen rd. 1600 und 3100. Auf die Regionen bezogen zwischen 2000 und 2600. Bis zum Jahre 2014 müssen weitere 6 Pfarrstellen eingespart werden, wenn eine haushaltsverträgliche Finanzierung eingehalten werden soll.

In Regionen denken
Gelöst werden soll die Problematik innerhalb der Regionen. Dort sollen die Pfarrstellen so aufgeteilt werden, dass eine Zuordnung von 2500 Gemeindeglieder pro Pfarrstelle erreicht wird. Frei werdende Pfarrstellen bleiben somit zunächst vakant, bis sich die Presbyterien in den Regionen auf ihr Konzept geeinigt haben.
Diese Angleichung der Pfarrstellen/Gemeindegliederzahlen erfolgt unter vom Kreissynodalvorstand festgelegten Rahmenbedingungen: Es sollen möglichst keine Gemeindegrenzen verschoben werden und keine Einpfarrstellengemeinden geschaffen werden. Die kommunalen Grenzen sind zu beachten. Wiederbesetzungen von vakanten Pfarrstellen erfolgen nur kirchenkreisintern, um die Finanzsumme für die Pfarrbesoldung nicht zu erhöhen.
Die bisherige Entwicklung zeigt, dass im Kirchenkreis Siegen das gesetzte Ziel erreicht werden kann.

Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller

Um die Gesamtfinanzsituation zu verbessern, wird derzeit seitens der Landeskirche über ein freiwilliges Kirchgeld auf Ortsebene nachgedacht, dass auch direkt der Arbeit der Kirchengemeinden zugute käme. Dies müsse, so Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller zumutbar, gerecht und einleuchtend gestaltet werden. Sobald die Landeskirche zu Ergebnissen gelangt ist, soll auf Kirchenkreisebene eine für die hiesigen Gemeinden einheitliche Regelung erarbeitet werden. Möller, der der Synode die Grüße von Präses Alfred Buss überbrachte, merkte bereits in seinem Grußwort zu Beginn der Synode an, dass nach Schätzungen der EKD mit einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 50% zu rechnen sei. Er zählte auf, was die Landeskirche bereits alles auf den Weg gebracht habe, um dieser Entwicklung zumindest Teilweise zu begegnen. Neue Probleme engen die finanziellen Handlungsspielräume in den nächsten Jahren weiter dramatisch ein, wie beispielsweise die zunehmend höheren Finanzvolumen für die Versorgungskasse, um Pensionen zu bezahlen.
Möller machte allerdings auch deutlich, dass es aus Sicht der Kirchenleitung falsch sei, Entsendungsdienstler zu entlassen. Trotz aller Finanzentwicklungen, sei die Deutsche Kirche, finanziell gesehen, insgesamt immer noch eine Insel der Seligen im Blick auf die weltweite Ökumene.
kp


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