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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

60 Jahre Nordrhein-Westfalen
Ökumenischer Gottesdienst mit starker Siegerländer Beteiligung

Sup. Annette Kurschus (rechts) am Stand des Kreises Siegen-Wittgenstein
29.08.2006 14:57

„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“, erschallte es kräftig im Großzelt vor dem Landtag NRW im ökumenischen Gottesdienst zu Beginn der Geburtstagsfeier in der Landeshauptstadt. Zur Eröffnung des zweitägigen Bürgerfestes, zu dem zwei Millionen Besucher erwartet wurden, hatte sich auch eine Delegation aus dem Kirchenkreis Siegen auf den Weg in die Wirtschaftsmetropole gemacht. Unter der Leitung von Friedhelm Knipp, Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen, fuhren Sängerinnen und Sänger des Chores der Friedenskirche und Bläserinnen und Bläser des CVJM-Posaunenchores Fellinghausen nach Düsseldorf, um den musikalischen Rahmen des ökumenischen Eröffnungsgottesdienstes zu gestalten. Mit dabei Superintendentin Annette Kurschus, die eine Andacht im Raum der Stille im Landtagsgebäude übernommen hatte und den Stand des Kreises Siegen-Wittgenstein besuchte.
Außerdem wurden die Siegerländer von Gästen aus Südafrika begleitet, die am Vorabend zuvor angereist waren. Sie absolvieren in den nächsten 14 Tagen ein reichhaltiges Programm im Rahmen eines Partnerschaftsbesuchs in Kreuztal.

Seiner Predigt legte der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen Alfred Buß das Jesuswort: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben und volle Genüge haben sollen.“ (Joh. 10,10) zugrunde. Der Leitende Geistliche der Westfälischen Landeskirche führte aus, dass keiner aus sich selbst heraus lebt. Auch das Land NRW sei nicht aus sich heraus entstanden, sondern in seiner Zusammensetzung von den Besatzungsmächten nach dem zweiten Weltkrieg bestimmt worden. Es lebe auch keiner für sich allein, kein Mensch, kein Bundesstaat und kein Volk. Gemeinsam, auch mit den zu uns gehörenden Migranten, sei das Land NRW aufgebaut worden. Buß: „Die Menschen sind nicht die Quelle des Lebens. Wir können uns nicht selbst hervorbringen. Wir werden geboren, wir leben und sterben im Lichte Gottes. Wir leben, weil Gott es will.“ Wir Menschen seien getragen von dem unsichtbaren geheimnisvollen Gott, der in Jesus Christus auf uns zugekommen sei. Auch im gekreuzigten Christus, damit es keinen gottlosen Ort mehr gebe.
Zum Schluss zitierte Buß den Ende Januar dieses Jahres verstorbenen Bundespräsidenten und früheren Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes Rau, der auf dem letzten Kirchentag eine bewegende Bibelarbeit gehalten hat, die vorwiegend von Jugendlichen besucht war. Rau bekannte zum Abschluss seiner Bibelarbeit “Wenn Menschen meiner Generation mich fragen, was sie denn weitergeben sollen, dann sage ich ihnen dies: Sagt euren Kindern, dass euer Leben verdankt ist dem Lebenswillen Gottes. Sagt ihnen, dass euer Mut geliehen war von der Zuversicht Gottes. Sagt ihnen, dass eure Verzweiflung geborgen war in der Gegenwart des Schöpfers. Sagt ihnen, dass wir auf den Schultern unserer Mütter und Väter stehen. Sagt ihnen, dass ohne Kenntnis unserer Geschichte und unserer Tradition eine menschliche Zukunft nicht gebaut werden kann. Sagt ihnen, dass wir ohne innere Heimat keine Reisen unternehmen können. Denn wer nirgendwo zu Hause ist, der kann auch keine Nachbarn haben. Und sagt ihnen zu guter Letzt, dass die stete Bereitschaft zum Aufbruch die einzige Form ist, die unsere Existenz zwischen dem Leben hier und dem Leben dort wirklich ernst nimmt.”

Nach dem Gottesdienst hatten die Siegerländer reichlich Gelegenheit, den für Besucher geöffneten Landtag zu besichtigen und das große Bürgerfest zu erleben. An unzähligen Ständen entlang des Rheinufers stellten sich die verschieden Regionen des Bundeslandes vor. Behörden, Institutionen, Vereine, Kunst und Gewerbe, innovative Technologie, zeitgemäßes und historisches Handwerk präsentierten ein reichhaltiges und lebendiges Bundesland. Rheinländer und Westfalen, längst Heimat für Migranten aus unterschiedlichen Ländern dieser Welt geworden, zeigten sich gastfreundlich und weltoffen mit einem Mammutprogramm an kultureller Vielfältigkeit. Und mittendrin die Siegerländer mit ihren Südafrikanischen Gästen.
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)



Der Chor der Friedenskirche Fellinghausen unter der Leitung von Hans-Werner Gerlach.


 

Sie besuchten den Ökumenischen Gottesdienst (von rechts: Präsidentin des Landtags NRW Regina van Dinther, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit Ehefrau Angelika, Minister Dr. Andreas Pinkwart und Ministerin Christa Thoben.


 



Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen Pfr. Alfred Buß, Südafrikaner, die zurzeit im Siegerland zu Gast sind, und Mitglieder des Chores der Friedenskirche Fellinghausen sowie des CVJM-Posaunenchores Fellinghausen am Großzelt vor dem Landtag NRW.



„Gemeinsam unterwegs“ lautet die treffliche Bezeichnung einer Bewegung im Kirchenkreis Siegen, die die Aufgabe hat, die Arbeit in den Kirchengemeinden zu fördern. Gemeinsam unterwegs waren auch Südafrikanische Gäste und Siegerländer auf dem Bürgerfest „60 Jahre NRW“ in Düsseldorf.




Der CVJM-Posaunenchor Fellinghausen unter der Leitung von Rainer Schmeling beim Musizieren im ökumenischen Gottesdienst zu Beginn des Bürgerfestes in Düsseldorf.




Seiner Predigt legte Präses Alfred Buß das Jesuswort: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben und volle Genüge haben sollen.“ (Joh 10, 10) zugrunde.


 

Am Stand von "Unsere Kirche" an den Rheinterassen.


 


Der Landtag in Düsseldorf.




Ein Land mit Visionen und Traditionen erlebten die Siegerländer und ihre südafrikanischen Gäste entlang der Rheinterrasse vom Joseph-Beuys-Ufer bis zum Parlamentsufer.


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