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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Farbige Eindrücke in Weißer Villa Kreuztal

05.09.2006 16:08
Mit dabei auch Pfarrer Friedrich von Fintel als Übersetzer, dessen deutschstämmige Familie seit vier Generationen in Südafrika zu Hause ist. So hieß Biermann die Gäste und die Kreuztaler Gastfamilien im Namen der Stadt Kreuztal, die die Partnerschaftsarbeit der Kirchengemeinde vielfach unterstützt, herzlich willkommen. „Ich freue mich über ihr Interesse an unserer Kommune und über die Möglichkeit, mehr aus ihrer Heimat zu erfahren“, eröffnete Biermann das Gespräch, für das er sich viel Zeit nahm. Beeindruckend finde er die „missionarische Zweispurigkeit“ auf Augenhöhe zwischen den Partnern. Als gläubiger Christ, in dessen Familie mehrere Konfessionen vertreten seien, wisse er um die Notwendigkeit des gegenseitigen Austauschs und des Respekts. „Man kann sich gegenseitig die Augen öffnen“, hieß es. Auch der Austausch mit Muslimen gehöre dazu. Beunruhigt sei er über den allgemeinen Rückgang der Kirchenmitglieder: „Nur ein Viertel der ganzen Stadt Kreuztal gehört einer Kirche an.“ Dies sei in Südafrika anders, erfuhr der Kreuztaler Bürgermeister im Gespräch, „die Kirche hat bei uns einen hohen Stellenwert“, erläuterte Reverend Nathi Myaka von der Ev. Lutherischen Kirche Südafrika. Obwohl es keine Kirchensteuern gebe und die Gemeinden auf Spenden und Kollekten angewiesen seien, finde ein reges Gemeindeleben statt. Noch in 2003 wurde in Molweni mit Unterstützung der EKvW, dem Kirchenkreis Siegen und der Kirchengemeinde Kreuztal eine Kirche gebaut, die seither hohen Zulauf verzeichnet. Schon beim Bau wurden die Hürden staatlicherseits so gering gehalten, dass sich in relativ kurzer Zeit - auch mit finanziellen Nachlässen der südafrikanischen Kommune - ein stattliches Ergebnis erzielen ließ. „10 % Rabatt für die Kirche“ hatte Friedhelm Knipp vor Ort nach Landesmanier persönlich ausgehandelt, so dass der Kirchenbau für umgerechnet 30 000 € über die Bühne ging. Der ideelle Wert des repräsentativen Gebäudes sei unschätzbar und gelte als ein Wunder für die Menschen in Molweni. „Auch wenn der südafrikanische Staat selbst kein ausgewiesen Christlicher ist, unterstützt er kirchliche Aktivitäten“, berichtete Myaka. Neben den offiziellen Pfarrern, die jeweils für zahlreiche, weit verstreute Kirchengemeinden zuständig sind, engagieren sich viele Laienprediger. Nach einem Austausch über die jeweiligen Schulsysteme und einer Besichtigung der Kreuztaler Stadtbibliothek, „eine der größten in NRW“, betonte Biermann, vermittelten die Gäste, wie schon bei einem Gottesdienst in Kreuztal, einen tiefgehenden Eindruck ihres musikalischen Könnens. Mit einem Ständchen und mehreren Zugaben verabschiedeten sie sich von ihrem interessierten Gastgeber und Gesprächspartner Biermann. Friedhelm Knipp, Begründer der Partnerschaftsarbeit: „Seit 20 Jahren arbeiten wir in Südafrika an Wassergewinnungsprojekten, die Stadt Kreuztal hat uns dabei immer unterstützt.“ Das Projekt „Amanzabantu“ der Kirchengemeinde Kreuztal verfolgt das Ziel, die Trinkwasserversorgung in den Dörfern des Kwazulu-Landes in Südafrika zu verbessern. Unter der Leitung des Kreuztaler Bauingenieurs Friedhelm Knipp reisten mehrfach freiwillige Helfer aus Deutschland nach Südafrika. In Kooperation mit Dorf-Einwohnern und Nachkommen von deutschen Missionaren, die vor Ort die organisatorischen Vorkehrungen trafen, wurden Wasserleitungen verlegt und Quellen erschlossen. Für die Arbeit erhielt Knipp im Jahr 2000 den Förderpreis der EKvW „Konziliarer Prozess“, zwei Projekte erhielten den Sonderpreis „Zukunftsfähiges Wirtschaften. Ch.St.

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