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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Jubiläumsfeier des Eine-Welt-Ladens Holzhausenmit Grupo Sal
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21.05.2003 11:47
Im ev. Gemeindehaus Holzhausen fand kürzlich die 10-jährige Jubiläumsfeier des etablierten Eine-Welt-Ladens der Gemeinde statt. Eigens zu diesem Anlass wurde die lateinamerikanische Band Grupo Sal, die bereits vor drei Jahren in Holzhausen gastierte, eingeladen. Sie führte mit ihrem Programm „De Maìz y Fuego“ (Von Mais und Feuer) durch den Abend.Nach einführenden Begrüßungsworten von Ulrike Müller, einer engagierten Mitarbeiterin des Ladens, eröffnete die Band den Abend musikalisch mit einem gefühlvollen Stück aus ihrem Repertoire. Ulrike Müller, die in ihrer Rede die Intention und Hintergründe des Eine-Welt-Ladens ansprach, verdeutlichte die Wichtigkeit des fairen Handels mit Warenproduzenten aus südlichen Ländern, der für den Laden die Grundlage bildet. Sie wies auf Missstände in Entwicklungsländern hin und erläuterte, dass Bauern und andere Warenproduzenten aus südlichen Ländern ihre Ware oft unter Wert verkaufen und so ein Leben in Armut und Notdürftigkeit führen müssen. Durch fairen Handel wird den Bauern jedoch ein angemessener Preis für ihre Ware gezahlt und somit ihnen und ihren Kindern ein besseres Leben ermöglicht und eine Zukunftsperspektive geboten. Der Eine-Welt-Laden, der 12 Mitarbeiterinnen und einen Mitarbeiter beschäftigt, will Menschen in Entwicklungsländern unterstützen und soweit helfen, dass sie in der Lage sind, ein menschenwürdiges Leben zu führen.Auch die Grupo Sal, die bereits seit knapp 20 Jahren besteht, engagiert sich und unterstützt die Arbeit an einer Musikschule in Nicaragua: Durch das Erlernen eines Musikinstrumentes sollen die Kinder lernen, ihre Zukunft in Würde zu gestalten. Die sechsköpfige Band, deren Mitglieder teils aus Lateinamerika, teils aus Deutschland stammen, wurde vor allem durch Konzertlesungen mit Schriftstellern und Schauspielern, wie zum Beispiel Dietmar Schönherr oder Ernesto Cardenal, bekannt. Auch mit der Theologin Dorothee Sölle hat die Musikgruppe zusammengearbeitet – mit ihr entstand das Programm „Verrückt nach Licht“. Dietmar Schönherr, mit dem die Band in enger Zusammenarbeit steht, engagiert sich schon seit vielen Jahren für das Land Nicaragua: Im Jahre1992 eröffnete er, zusammen mit Ernesto Cardenal, das „Casa de los Tres Mundos“ (Das Haus der drei Welten) in Granada/Nicaragua. Das Haus, eine Schenkung an die Bürger der Stadt, ist ein internationales Kulturzentrum und Bürgerhaus, das den Menschen dort, insbesondere auch den Kindern, durch kulturelle Teilhabe die Möglichkeit bietet, eine Persönlichkeit zu entwickeln, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und in Würde zu leben. Seit 1997 existiert in den armen Vororten der Hauptstadt Managua zudem das Projekt „Mùsica en los Barrios“, was übersetzt soviel wie „Musik in den armen Vororten“ bedeutet. Die gesamte Arbeit Dietmar Schönherrs nennt sich „Pan y Arte“ (Brot und Kunst). Die Stiftung kann von jedermann und jederfrau, die Interesse hat und helfen möchte, finanziell unterstützt werden.Der Konzertabend wurde zwischen poetisch-melancholischen, aber auch rhythmisch-mitreißenden Stücken der Band durch zwei von Elisabeth Höppner vorgetragenen Texten, die an das Thema des Abends anknüpften, abgerundet. Einen bemerkenswerten Höhepunkt des Abends bescherten die Kinder der Holzhausener Gemeinde: Auch die Jüngsten der Gemeindemitglieder zeigten ihr Engagement anderen Menschen helfen zu wollen und überraschten die Musiker mit einer Geldspende in Höhe von 78 Euro für das „Kinder des Vulkans“- Projekt der Dietmar Schönherr-Stiftung. Das Projekt unterstützt den Neuaufbau eines durch einen Hurrikan zerstörten Dorfes in Malacatoya, in dem sehr viele Kinder und Jugendliche leben. Die Holzhausener Kinder haben das Spendengeld aus eigener Initiative gesammelt. Drei daran beteiligte junge Mädchen berichteten kurz von der Sammel-Aktion und ernteten herzlichen Applaus des Publikums. Auch die Musiker waren gerührt und nahmen das Geldgeschenk dankbar in Empfang.Der Konzertabend mit Grupo Sal zeichnete sich durch Vielfältigkeit in der Machart ihrer Stücke sowie künstlerisch anspruchsvolle Darbietungen aus. Die Band riss das Publikum sowohl bei gefühlvollen Balladen, als auch bei impulsiveren und schnelleren Liedern mit. Die Musik der sechs Künstler (Roberto Deimel, Fernando Dias Costa, Sergio Pinto, Roland Geiger, Harald Schneider und Kurt Holzkämper) ist geprägt durch traditionelle und politische Folklore und das Repertoire moderner lateinamerikanischer Liedermacher wird durch eigene Kompositionen erweitert. Die Musikprogramme „Canto del Agua“ und „De Maìz y Fuego” leben vom Wechsel poetischer und kraftvoller Lieder. Hintergrund und Entstehung der einzelnen Songs werden oftmals zwischen den Stücken erzählerisch eingeflochten. In den vergangenen Jahren, seit Gründung der Band, hat Grupo Sal weit über 2000 Konzerte gegeben und dabei viele Freunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewonnen. Mit Leidenschaft spielte sich die sechsköpfige Kombo auch in die Herzen der Holzhausener Zuhörer und bescherte nicht nur den Erwachsenen, sondern auch den anwesenden Kindern, die ausgelassen zur Musik tanzten, ein Konzerterlebnis, das sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.Text zum Bild: Grupo Sal spielte sich in die Herzen der Holzhausener Zuhörer.Alexandra Wenk

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