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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Religiöse Schulwoche am Ev. Gymnasium Weidenau
Was dem Leben Sinn gibt

Religiöse Schulwoche am Evangelischen Gymnasium Weidenau
20.09.2006 12:15
In dieser Woche findet am Ev. GymnasiumSiegen eine sogenannte Religiöse Schulwoche statt. Elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der evangelischen und katholischen Kirche sind derzeit für eine Woche an der Schule. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10–12 denken sie über Lebens- und Glaubensfragen nach.
Die Religiöse Schulwochenarbeit versteht sich als offenes Gesprächsangebot an die Schülerinnen und Schüler. Daher gibt es keine vorher festgelegten Themen und keine Vorträge. Im Mittelpunkt stehen Fragen, die die Schülerinnen und Schüler auf dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenserfahrungen und Lebenserwartungen für wichtig halten - und damit die Frage, was dem Leben Sinn gibt.
In überschaubaren Gruppen von höchstens 13 Personen ist Gelegenheit, während der Schulzeit - also unter „Alltagsbedingungen“ - täglich ein bis zwei Schulstunden miteinander ins Gespräch zu kommen. In der übrigen Zeit findet normaler Schulunterricht statt.
Zum Abschluss wird am Freitag, den 22. September 2006, 13.10 Uhr, ein ökumenischer Abschlussgottesdienst in der Schule gefeiert, zu dem auch Eltern, Lehrer und Interessierte eingeladen sind.

Westfälische Tradition
Die „Religiösen Schulwochen“ haben nur in Westfalen Tradition. Sie wurden 1947 begonnen. An rd. 360 Schulen wurden seitdem über 2000 Religiöse Schulwochen durchgeführt. Sie sind immer ökumenisch angelegt und werden vom Pädagogischen Institut der Ev. Kirche von Westfalen und dem Referat Schulseelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn verantwortet. Die Kirchenvertreter führen die Wochen nur auf Anfrage der Schulen durch und sind für die nächsten Jahre komplett ausgebucht. Während die katholische Kirche zum Beispiel im Bistum Münster diese Aufgabe ausbaut, wird auf evangelischer Seite im pädagogischen Institut trotz reger Nachfrage ein Rückbau befürchtet.
Der Vorteil der Schulwochen gegenüber dem Religionsunterricht ist, dass die Kirchenvertreter sich an den Fragen der Schülerinnen und Schüler orientieren. Es findet kein Unterricht statt und keine Benotung, sondern die Pädagogen und Theologen kommen mit den Schülern ins Gespräch. Die Teilnahme an den Gesprächsrunden ist überwiegend freiwillig, wird aber von 75–85% der Schülerinnen und Schülern gerne angenommen. „Es ist ein Schutzraum, in dem sich die Jugendlichen frei äußern können und es auch tun“, so die Instituts- und Referatsvertreter im Haus der Kirche. Die Religiösen Schulwochen werden von den Kirchen als Seelsorge an jungen Menschen verstanden. Sie dienen als Hilfe zur Identitätsfindung für den Einzelnen, zum verständnisvollen Umgang miteinander, eine zuversichtliche Lebenseinstellung wird gefördert und zu verantwortlichem Handeln ermutigt. Die Gruppengespräche dienen auch der Auseinandersetzung mit der religiösen Dimension des Lebens.
Seit 2001 haben an 13 Siegerländer Schulen Religiöse Schulwochen stattgefunden.

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
In einem Gespräch mit Superintendentin Annette Kurschus erläutern einige Theologen und Pädagogen die Chancen religiöser Schulwochenarbeit als Seelsorge an jungen Menschen.

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