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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kreissynode November 2006
Haushalt - Kirchgeld - Zwischenberichte

Synode des Kirchenkreises Siegen
06.12.2006 10:29
Haushalt 2007 beschlossen – die Notbremse muss angezogen bleiben

Ausgesprochen zügig verlief die Beratung und Beschlussfassung der Haushaltspläne für 2007 auf der Kreissynode Siegen. Die richtungsweisenden Beschlüsse waren auf der vergangenen Sommersynode gefasst. Die meisten Auswirkungen kommen erst in den nächsten Jahren zum Tragen. Friedhelm Knipp, Vorsitzender des Finanzausschusses im Kirchenkreis Siegen, erläuterte die allgemeine landeskirchliche Finanzsituation geprägt von zurückgehenden Kirchensteuermitteln. Der leichte Konjunkturanzug verschafft zwar im Moment eine etwas höhere Einnahme als geplant, die grundsätzliche Tendenz der abnehmenden Kirchensteuereinnahmen bleibt jedoch bestehen. Die EKvW hat ich den vergangenen 13 Jahren mehr als 40% ihrer realen Finanzkraft verloren.
Für das nächste Jahr stehen dem Kirchenkreis Siegen mit seinen 137.485 Gemeindeglieder etwa 12,6 Mio Euro an Kirchensteuermitteln zur Verfügung. Das sind rund 1.050.000 Euro weniger als in 2006. Um das nächste Jahr zu finanzieren, müssen 1.345.242 Euro aus der Rücklage entnommen werden. Einsparungen von 615.346 Euro konnten zwar eingeplant werden, dies sei, so Knipp, allerdings lediglich ein Drittel von dem, was hätte eingespart werden müssen. Die Notbremse muss angezogen bleiben. Zumal nach der Finanzplanung der Landeskirche die Kirchensteuerzuweisungen für 2008 erneut um 5,25 % sinkt. Dies bedeutet für den Kirchenkreis Siegen weitere 663.000 Euro Mindereinnahmen.
kp

Freiwilliges Kirchgeld ortsnah einführen

Soll das Kirchgeld für Rentnerinnen und Rentner von der Landeskirche eingezogen werden oder ist es vielleicht doch besser, dass die einzelnen Kirchengemeinden sich selbst um die Kirchenbeiträge ihrer älteren Mitglieder kümmern? Diese Frage wurde in den vergangenen Monaten im Kirchenkreis und einigen Kirchengemeinden beraten. Und nicht nur dort, auch die Landessynode, die auf ihrer vergangenen Sitzung über das freiwillige Kirchgeld für Rentnerinnen und Rentner befinden wollte, konnte unter anderem diese Frage noch nicht eindeutig beantworten. Ein Jahr Bedenkzeit verordnete sie sich und den Gemeinden. Diese Zeit will der Kirchenkreis nutzen. Eine Koordinierungsstelle „Freiwilliges Kirchgeld“ wird gebildet, die diejenigen Gemeinden, die bereits ein freiwilliges Kirchgeld eingeführt haben oder einführen wollen, durch einen Informationspool, Koordinationsleistungen und das Angebot einer vernetzten Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. Dies soll bis zur Frühjahrssynode 2007 geschehen. Bis dahin soll auch von der Koordinierungsstelle ein Vorschlag erarbeitet werden, wie die „Ortsnähe“ bei einem freiwilligen Kirchgeld in die erweiterte Entscheidungsgrundlage für die Landessynode 2007 eingebracht werden kann.
kp

Arbeitsgruppen suchen nach Konzepten und Finanzierungsmöglichkeiten

Die vom Kreissynodalvorstand eingerichteten Arbeitsgruppen haben ihre Arbeit aufgenommen. Sie sind alle auf dem Weg, um die Sparbeschlüsse der vergangenen Synoden umzusetzen. Aber ein Ziel ist noch nicht erreicht. Einen schweren Brocken hat die Arbeitsgruppe Ehe-, Familien- und Lebensberatung zu bewältigen. Diese große Einrichtung des Kirchenkreises soll ab 2009 nicht mehr kirchensteuerfinanziert betrieben werden, so der Synodenbeschluss vom 7. Juni 2006. So ganz wird das vermutlich nicht funktionieren, weil sich eine Weiterführung durch Sponsorengelder aufgetan hatte. Dann allerdings muss der Kirchenkreis einen Sockelbetrag von bis zu maximal 26.000 Euro finanzieren, will er weiter Träger der Einrichtung bleiben. Bis zum 30. Juni 2007 will die Arbeitsgruppe ein schlüssiges Gesamtkonzept vorstellen, so der Bericht von Pfr. Heiner Montanus. Das wird kleiner ausfallen, als das derzeitige Angebot. Berücksichtigt werden müssen dabei Personalstellen, öffentliche Förderungen, qualifizierte Angebote und nicht zuletzt Öffnungszeiten.

Ähnlich sieht die Situation im Bereich der Familien- und Erwachsenenbildung aus, die ebenfalls nicht mehr kirchensteuerfinanziert werden soll. Doris Thieme, Mitglied des Kreissynodalvorstandes, zeigte die Wege auf, die der Arbeitskreis sucht, um eine verlässliche Finanzierung der kirchlichen Bildungseinrichtung zu finden. Das Diakonische Werk, Heimat für Heimatlose, die evangelische Bildungsstätte Nordhelle, aber auch das Institut für Kirche und Gesellschaft kann man sich als möglichen Partner vorstellen. In einer Fragebogenaktion an alle Gemeinden will der Arbeitskreis die Kirchengemeinden zu ihren Einschätzungen befragen. Auch hier benötigen Finanzausschuss und Kreissynodalvorstand bis zum 30. Juni 2007 Ergebnisse.

Den Handlungsdruck bei den Tageseinrichtungen für Kinder machte Pfr. Stefan König deutlich. Einige Kirchengemeinden sind gewaltig unter Finanzdruck geraten, was auch die Finanzierung ihrer Tageseinrichtungen für Kinder anbelangt. Der Kirchenkreis wartet mit Spannung auf das neue Kindergartengesetz. Bis dahin sollen die Kirchengemeinden möglichst den Status quo halten. Danach muss man die Situation neu bewerten. Mit einer Absenkung der Kosten ist ggf. auch eine Absenkung der Standards verbunden. Angedacht wird im Arbeitskreis eine übergemeindliche Steuerung der kirchlichen Tageseinrichtungen mit einem Gesamtkonzept. Auf die Ortskompetenz will der Arbeitskreis aber nicht verzichten. König appellierte an die Kirchengemeinden, nicht vorschnell Einrichtungen aufzugeben. Ansonsten könne es leicht passieren, dass etwas kaputt gemacht würde, was später nicht wieder aufgebaut werden könne.
kp

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