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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

5.400 Menschen suchten im vergangenen Jahr Rat und Hilfe bei der EFL des Kirchenkreises Siegen – Erhalt der EFL noch unsicher – Spender gesucht
Eingang zur EFL-Siegen, Burgstraße 23
26.04.2007 12:05
In der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) des Kirchenkreises Siegen wurde in den vergangenen Monaten kräftig beratschlagt und gerechnet. Wie kann die für die Region wichtige Beratungseinrichtung des Kirchenkreises erhalten bleiben.
Dass es sich bei der Einrichtung um eine bedeutende handelt, machen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr deutlich:

5.400 Menschen suchten im vergangenen Jahr in Gesprächen und Veranstaltungen Rat, Hilfe oder Informationen in schwierigen Lebenssituationen.
Genutzt wird das Beratungsangebot als Anlaufstelle für persönliche Krisen, wenn Menschen hoffnungs- und perspektivlos sind: „Ich weiß nicht mehr, wie es weiter gehen soll.“ Andere leiden unter außerordentlichen Stresssituationen, wenn beispielsweise die Kinder der Mutter auf der Nase herumtanzen. Und wenn der Familiensegen schief hängt oder sogar Trennung droht, dann sind viele froh, in der EFL kompetente und professionelle Beratung zu erfahren. Pfr. Jan Wingert, Leiter der Einrichtung in Siegen und gleichzeitig Leiter dieser Arbeit auf landeskirchlicher Ebene, stellte in einem Pressegespräch kürzlich heraus, dass die Bratungszahlen und die zunehmende Nachfrage nach Prävention die Notwendigkeit dieser Einrichtung bestätigten.

Über 600.000 Euro kostet die Arbeit der EFL pro Jahr. Finanziell getragen wurde die EFL bisher vom Kirchenkreis Siegen (rd. 260.000 Euro), vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (250.000 Euro) und von weiteren Zuschussgebern.
Der Kirchenkreis Siegen sieht sich angesichts der drastisch zurück gehenden Kirchensteuereinnahmen nicht mehr in der Lage, die Einrichtung, wie manch andere Einrichtungen auch, aus Kirchensteuermitteln zu finanzieren. Daher hat die Kreissynode in 2006 beschlossen, ab 2009 keine Kirchensteuer mehr zur Finanzierung der EFL zu verwenden.
Superintendentin Annette Kurschus machte deutlich, dass der Kirchenkreis Siegen nach dem Widerspruch aus der Bevölkerung die Trägerschaft der Einrichtung weiter übernehmen wolle und auch einen festen Anteil von 26.000 Euro zur Finanzierung beitrage. Damit lässt sich die Einrichtung jedoch nicht finanzieren.
Es soll nun versucht werden, über Spenden die evangelische Beratungseinrichtung zu erhalten. Pfr. Wolfram Bensberg, ausgebildeter Fundraiser, so der Fachbegriff, also jemand, der ausgebildet ist, Spenden zu sammeln, Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen und entsprechende Konzepte zu entwickeln, hierzu: „Es gibt Menschen, die wollen mittragen, dass die EFL erhalten bleibt. 200.000 Euro werden dazu jedes Jahr benötigt. Über 80.000 Euro sind schon vorhanden und Zusagen für 70.000 Euro liegen auch schon vor. “ Gelder, die jetzt schon für die Zeit ab 2009 angespart werden. Für den Kirchenkreis Siegen ist das Sponsoring-Projekt-EFL neben seiner eigenen Bedeutung auch ein Pilot-Projekt für künftige Finanzierungsmöglichkeiten. Bei zurück gehenden Kirchensteuereinnahmen wird auch die evangelische Kirche als Volkskirche nicht umhin kommen, kirchliche Aufgabenfelder künftig zunehmend privat zu finanzieren. Dabei unterstützt auch der Förderverein unter Vorsitz von Prof. Dr. Hans-Heinrich Goßmann die Einrichtung. Der Förderverein, den es schon seit Jahren gibt, finanziert derzeit beispielsweise eine Praktikantenstelle in der EFL. „In der EFL wird fachlich gute Arbeit geleistet“, so Goßmann, der selbst Psychotherapeut ist. Er habe während seiner aktiven Zeit oft Menschen an die EFL überwiesen.
Drei große Beratungsschwerpunkte bietet die EFL des Kirchenkreises Siegen an: Ehe-, Familien- und Lebensberatung einschließlich der Erziehungsberatung, die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS).

Im vergangenen Jahr wurde die Ehe,- Familien- und Lebensberatung sowie die Erziehungsberatung in 869 Fällen in Anspruch genommen, berichtete Annette Mehlmann, stellvertretende Leiterin der EFL. 1270 Personen waren insgesamt in die Beratungsprozesse einbezogen. In 43% der Fälle ging es um Trennung und Scheidung und in 55% der Fälle um Familien, junge Erwachsene und Kinder.
Lange Wartezeiten gibt es bei der EFL in der Regel nicht. Sie betrug im vergangenen Jahr in 62% der Fälle bis zum ersten Gespräch etwa 14 Tage. In dem Beratungsangebot wurde die Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Einrichtungen wie Jugendamt, Kinderklinik, Jugendhilfeträger, Ärzte und Kirchengemeinden verstärkt.
Bei den Zahnärzten heißt es „Vorbeugen ist besser als bohren“. Dies gilt im übertragenen Sinne auch für die Beratungsarbeit der EFL. Daher legt die Einrichtung großen Wert auf Prävention. Etwa 600 Menschen, darunter Multiplikatoren, Lehrer, Eltern, Erzieher, aber auch Kinder, wurden in Gruppenveranstaltungen erreicht.
Seit 1997 ist die EFL staatlich anerkannte Erziehungsberatungsstelle mit einem besonderen Schwerpunkt in Familienberatung und Familientherapie.

Bedeutung hat immer noch die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung. In 407 Fällen konnten im vergangenen Jahr Hilfe suchende Menschen beraten und begleitet werden. Auch hier hat die Präventionsberatung einen hohen Stellenwert. In 98 Gruppenveranstaltungen in Schulen, Konfirmandengruppen aber auch Kindertagesstätten wurden 1628 Personen erreicht.
Die Beratungsstelle besteht seit 1990, ist die größte in Südwestfalen und hat einen Einzugsbereich von ca. 450.000 Einwohnern. Sie unterhält je eine Außenstelle in Bad Berleburg (in Verbindung mit dem dortigen diakonischen Werk) und in Olpe (in Kooperation mit der dortigen evangelischen Kirchengemeinde).

Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe wurde 1072 mal telefonisch oder persönlich kontaktiert von interessierten Bürgern, Fachleuten oder Selbsthilfegruppen. 414 Menschen informierten sich in 12 Fachveranstaltungen. Die KISS arbeitet eng zusammen mit der Koordinierungsstelle für Selbsthilfegruppen (KfS) der Diakonie im Siegerland.

Der Kirchenkreis Siegen - und mit ihm die EFL - dankt allen, die sich bisher für den Erhalt der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle durch finanzielle Beiträge und durch ihr Engagement eingesetzt haben. Es ist eine schwere Aufgabe, jedes Jahr zusätzlich zur eigentlichen Aufgabenbewältigung 200.000 Euro an Spenden zu werben. Daher hat jede weitere finanzielle Unterstützung für die EFL im Kirchenkreis Siegen eine einrichtungserhaltende Bedeutung. Ohne starke private Finanzierung kann die Einrichtung nicht erhalten bleiben.

Konto EFL-Kirchenkreis Siegen:
EFL-Kirchenkreis, Konto-Nr. 1 500 099, Sparkasse Siegen,
BLZ 460 500 01

Konto Förderverein:
EFL-Förderverein, Konto-Nr. 2 151 116, Sparkasse Siegen,
BLZ 460 500 01


Kontakt:
Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Kirchenkreises Siegen
Burgstraße 23, 57072 Siegen, Tel. 0271/25028
Mail: Info@EFL-Siegen.de
Internet: www.kirchenkreis-siegen.de, Rubrik „Einrichtungen“

Nebenstelle Bad Berleburg, Schützenstraße 4, Tel. 02751/921-3
Nebenstelle Olpe, Frankfurter Str. 28, Tel. 02761/83 53 95 5
kp

Text zum Bild: Foto (Karlfried Petri)

Noch sind die Türen der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle im Kirchenkreis Siegen offen. Über Spenden soll sicher gestellt werden, dass dies so bleibt.

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