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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kirche mischt sich ein
10 Jahre Sozialwort der Kirche in Deutschland

Mit Trommeln, Pfeifen, Transparenten und Fahnen durch die Siegener Innenstadt
23.05.2007 14:27

Mit Trommeln, Trillerpfeifen, Transparenten und Fahnen kamen die rund 150 Demonstranten aus der katholischen wie der evangelischen Kirche und Gewerkschaftler die Siegener Fußgängerzone herauf zur Nikolaikirche, um auffällig und lautstark auf das Sozialwort der Kirchen in Deutschland aufmerksam zu machen. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul war Ausgangsort des Demonstrationszuges. Aufgerufen zur Demonstration hatte die katholische Arbeitnehmerbewegung, unterstützt durch den Kirchenkreis, die evangelische Arbeitnehmerbewegung, der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt sowie verschiedene Gewerkschaften wie der DGB, die IGM, verdi, CDA und Afa.Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit stand auf Handzetteln zu lesen.

In ihrem Grußwort erinnerte Superintendentin Annette Kurschus an das „Gemeinsame Wort“, das am 28. Februar 1997 der Rat der EKD und die katholische Deutsche Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland veröffentlichten. Die beiden großen Kirchen hätten sich hörbar und viel beachtet eingemischt in die Sozialpolitik. Kurschus: „Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer in unserem Land. Dass wir eine menschenwürdige Balance finden zwischen wirtschaftlichen und sozialen Notwendigkeiten, wird immer dringlicher.“ „Um der Gerechtigkeit willen haben wir in Gottes Namen und in der Nachfolge Jesu Christi parteiisch zu sein für die Schwachen, die allein nicht zu ihrem Recht kommen; für die Arme, die nicht das Nötigste zum Leben haben; für die Arbeitslosen, die um ihre Würde kämpfen; für die Leisen, die ohne Lobby sind; für die Gäste und Fremdlinge, die sonst unter die Räder geraten.“

Hauptredner der Kundgebung waren KAB-Bundespräses a.D. Pfr. Clemens-August Holtermann sowie der DGB-Kreisvorsitzende – Region Siegen-Wittgenstein–Olpe – Willi Braase, MdB.
„Tiefe Risse gehen durch unser Land. Risse, die zwischen Arm und Reich tiefer werden“, rief Holtermann den Demonstranten zu. Er ging auf die Sonntagsarbeit ein. Sonntags solle nur gearbeitet werden, was notwendig sei, nicht jedoch als Knechte des Kapitals. Er erinnerte an die Würde der Arbeit. Auch aus dem Blickwinkel der Schwachen müsse eine Leistungsgerechtigkeit definiert werden. Er spricht sich gegen einen Wohlversorgungsstaat aus. Der schaffe nur Faulheit. Aber die Menschen müssten am Wohlstand teilhaben.

Willi Braase ging am Beispiel Telekom auf die Ausweitung prekärer Beschäftigungssituationen ein. Ein-Euro-Jobs und befristeter Leiharbeit müssten Einhalt geboten werden. Zu zahlen seien existenzsichernde Löhne und Gehälter. 3000 Menschen im Kreis Siegen-Wittgenstein erhielten zu ihrem Lohn Ergänzungen aus Steuermitteln, um leben zu können. Der Aufschwung dürfe sich nicht nur beim Eigentum und Vermögen bemerkbar machen. Braase forderte einen Mindestlohn möglichst in allen Branchen. Bildung hält er für ein hohes Gut. Keine Studiengebühren beim Erststudium seine Forderung. Haus- und Familienarbeit und bürgerschaftliches Engagement müssten besser bewertet werden.

Die Kundgebung vor der Nikolaikirche leiteten Peter Thersing, KAB-Bezirksvorsitzender, und Herbert Perl, im Kirchenkreis Siegen Vorsitzender des Fachbereichsausschusses Gesellschaftliche Verantwortung.kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Der Demonstrationszug durch die Siegener Innenstadt erinnerte lautstark an das Sozialwort der Kirchen: Sie treten dafür ein, das Solidarität und Gerechtigkeit als entscheidende Maßstäbe einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Wirtschafts- und Sozialpolitik allgemeine Geltung erhalten.

Superintendentin Annette Kurschus: „Von Kirche zu Kirche sind wir gezogen: Als katholische und evangelische Christen, als Bürgerinnen und Bürger dieses Staates, als Männer und Frauen, die in unserer Gesellschaft Verantwortung tragen. Verantwortung für ein gemeinsames Leben in Frieden und Solidarität und Gerechtigkeit.


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