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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Jung hilft Alt und Alt hilft Jung
Martinikirchengemeinde Siegen plant Mehrgenerationenhaus

Pfarrerehepaar Leng/Waffenschmidt-Leng für Siegener Mehrgenerationenhaus
25.07.2007 11:26

200 Mehrgenerationenhäuser gibt es bereits in Deutschland. 500 solcher Häuser sollen noch entstehen, so das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf ihrer Internetseite. Geht es nach der Martinikirchengemeinde Siegen, wird ein solches Haus künftig von der Kirchengemeinde in der Siegener Innenstadt betrieben.

Einen offiziellen Bewerbungsantrag hat das Pfarrehepaar Leng/Waffenschmidt-Leng mit dem Presbyterium bereits gestellt. Das Ev. Gemeindehaus St. Johann-Straße 7 eignet sich nach der Vorstellung der Gemeindeleitung gut für ein solches Zentrum. Eine Organisationsdrehscheibe für psycho-soziale und seelsorgliche Dienste in der Siegener Innenstadt könnte hier entstehen. Begegnung von Familien und Senioren unter dem Motto „Jung hilft Alt und Alt hilft Jung“ ist im Blick. Ein offener Tagestreff bietet Begegnungsmöglichkeiten auch im Café-Bereich. Eine Vernetzung von Hilfsangeboten und Beratung runden das Angebot ab.

In einem Mehrgenerationenhaus wohnen keine Menschen, sondern es ist eine Art Begegnungsstätte eines Wohnbezirks für Jung und Alt. Hier verbringen Menschen gemeinsam ihre Zeit, helfen sich gegenseitig, planen und gestalten gemeinsame Unternehmungen. Ein solches Haus ist offen für alle Menschen im Stadtteil.

Der Bedarf für eine solche Einrichtung ist in der Siegener Innenstadt gegeben, wissen die Verantwortlichen der Gemeinde. Hier wohnen viele alleinstehende alte Menschen. Aus der Seelsorgearbeit sind die Gefahren der Vereinsamung bekannt. Etliche ältere Menschen haben einen Bedarf an konkreten Hilfsangeboten für die Grundversorgung ihres alltäglichen Lebens. Psycho-soziale und seelsorgliche Betreuung über den ambulanten Pflegedienst hinaus sind in vielen Fällen dringend notwendig. Im sozialen Umfeld des geplanten Mehrgenerationenhauses wohnen Familien und Alleinerziehende, die keine Großeltern zur dringend nötigen Unterstützung haben.
Jugendliche mit Migrationshintergrund bedürfen einer verlässlichen Begleitung. Dies alles könnte in der St.-Johann-Straße 7 zentral gelegen angeboten werden. Kooperationen mit anderen Vereinen und Einrichtungen helfen, das umfangreiche Unternehmen zu stemmen. Das Diakonische Werk, das Friedenshortwerk und nicht zuletzt der Verein ALTERAKTIV können helfen, das professionelle und zum Teil ehrenamtlich geleistete Angebot zu bewerkstelligen.

Schon jetzt sind in dem Gebäude beispielsweise ein Seniorenkreis, Migrationsarbeit, ein Besuchsdienst, ein offener Kinder-/ Jugendtreff, Eltern-Kind-Gruppen, ein Frauenkreis und das Konfi-Café beheimatet. Künftig könnten ein Kooperationsangebot für die benachbarte Grundschule, Streitschlichtungsangebote, Sprechstunden für Jung und Alt, seelsorgliche und psycho-soziale Versorgung alter Menschen in der Stadt, Intra-Intergenerative Internetarbeit sowie Biographiearbeit und Lebensgestaltung im Alter das Angebot ergänzen.

Das Konzept für die Umgestaltung des Gemeindehauses steht. Ein Bistro- und Café-Bereich muss ausgebaut und Büro- und Beratungsräume müssen eingerichtet werden. Der Café-Bereich kann sich in die Außenanlage erstrecken. Auch eine realistische Finanzierung unter Berücksichtigung von Bundeszuschüssen ist kalkuliert.

Ob jedoch ein Mehrgenerationenhaus in Siegens Innenstadt in kirchlicher Trägerschaft zustande kommt, hängt nicht zuletzt von der überzeugenden Konzeption und der Befürwortung durch das Bundesministerium ab. Aber wer weiß, vielleicht könnte eine solches Unternehmen auch für die Stadt Siegen und den Kreis Siegen-Wittgenstein interessant werden, falls eine Ablehnung aus berlin erfolgen sollte? Man kann gespannt sein, was sich entwickelt.
kp

Text zum Bild: Foto (Karlfried Petri)
Bild oben
Das Pfarrerehepaar Leng/Waffenschmidt-Leng setzen sich mit dem Presbyterium für ein Mehrgenerationenhaus ein.

 

Das ev. Gemeindehaus in der St. Johann-Straße könnte eine Mehrgenerationenhaus werden. Hier könnte eine Organisationsdrehscheibe für psycho-soziale und seelsorgliche Dienste in der Siegener Innenstadt entstehen.


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