Bookmark and Share

Kontakt    

Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Grenzüberschreitend in zwei Kirchengemeinden
Pfarrer Hans-Jürgen Uebach in neue Pfarrstelle eingeführt

Synodalassessor Hans-Werner Schmidt, Pfarrer Hans-Jürgen Uebach und Pfarrer Andr
29.08.2007 16:36
In eine neu geschaffene Pfarrstelle in den Kirchengemeinden Hilchenbach und Müsen wurde jetzt Pfarrer Hans-Jürgen Uebach in der ev. Kirche Dahlbruch von Synodalassessor Hans-Werner Schmidt eingeführt. Der zeigte anhand einer Barbie-Puppe den Spagat, den Pfarrer Uebach, nunmehr grenzüberschreitend zuständig in Ortschaften zweier Kirchengemeinden, zu bewältigen habe. Und Schmidt weiß wovon er redet, hat er doch selbst seit geraumer Zeit eine solche Pfarrstelle inne, die beispielsweise so manche Besprechung in zwei Presbyterien mit sich bringt. Auch von seelischem Muskelkater wusste er zu erzählen. Aber, so Schmidt im Blick auf die diesjährige Jahreslosung, nach der Gott Neues wachsen lässt, biete eine solche Pfarrstelle die Chance, dass Neues auch über den Tellerrand einer Gemeinde hinaus zu wachsen beginne. Und das ist in den ev. Kirchengemeinden des Kirchenkreises Siegen nötig in einer Zeit, in der die Kirchengemeinden enger zusammenrücken müssen. Die Gemeindegliederzahlen gehen überwiegend aus demographischen Gründen ebenso wie die Bevölkerungszahlen zurück und die finanziellen Ressourcen der Kirchengemeinden werden geringer. Etwa 25.000 Gemeindeglieder habe der Kirchenkreis Siegen in den vergangenen 20 Jahren verloren, berichtete Schmidt in Dahlbruch. Acht Pfarrstellen musste der Kirchenkreis bisher aufgeben. Pfarrer gingen in den Ruhestand, wechselten die Kirchengemeinde oder sogar den Kirchenkreis.
Pfarramtliche Verbindungen sind eine Möglichkeit, den Rückbau von Pfarrstellen zu gestalten. Eine solche pfarramtliche Verbindung wurde jetzt zwischen den Kirchengemeinden Hilchenbach und Müsen geschaffen. Es ist nach Oberholzklau und Oberfischbach die zweite pfarramtliche Verbindung im Kirchenkreis Siegen. Die Presbyterien in Hilchenbach und Müsen beschlossen diese Pfarrstellenkonstruktion, da die Gemeindegliederzahlen nicht mehr für insgesamt fünf Pfarrstellen ausreichen, sondern nur noch für vier Pfarrstellen. Dabei werden 2.500 Gemeindeglieder pro Pfarrstelle zu Grunde gelegt. In Hilchenbach ergab die Rechnung 2,5 Pfarrstellen und in Müsen 1,5. Hilchenbach hatte also eine halbe Pfarrstelle zu viel besetzt und Müsen benötigte einen halben Pfarrer zusätzlich. Die Lösung der ungleichen Pfarrstellenverteilung liegt in der Schaffung einer neuen Pfarrstelle, zu der Ortschaften beider Kirchengemeinden gehören. In diesem Falle erstreckt sich die neue Pfarrstelle auf die Ortschaft Dahlbruch der Kirchengemeinde Müsen und die Ortschaften Hadem, Helberhausen und Oberndorf im oberen Ferndorftal der Kirchengemeinde Hilchenbach. Dabei bleiben die Kirchengemeinden als unabhängige und selbstständige Körperschaften mit ihren Presbyterien und in ihren Grenzen erhalten. Pfarrer Rüdiger Schnurr betreut nun zusätzlich die Ortschaft Lützel und Pfarrerin Roswitha Scheckel den Ort Vormwald, Hilchenbacher Ortsteile, die vormals in das Zuständigkeitsgebiet von Uebach fielen.

Für die Dahlbrucher ist Hans-Jürgen Uebach kein Unbekannter. Seit 18 Jahren versah der gebürtige Siegerländer, aufgewachsen ist er in Wiederstein-Zeppenfeld, seinen Pfarrdienst in der Nachbargemeinde. Studiert hat er ev. Theologie in Marburg, Heidelberg und Münster. Ein Gemeindepraktikum absolvierte er in der Ev. Kirchengemeinde Lüdenscheid und nach dem ersten theol. Examen ein Vikariat in der Ev. Kirchengemeinde Plettenberg. Ein Jahr lang war er Pastor im Hilfsdienst in Bad Laasphe bevor er am 1. Dezember 1988 Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Hilchenbach wurde. Im bisherigen Pfarrhaus in Hilchenbach bleiben Hans-Jürgen Uebach und seine Frau Magdalena mit ihren zwei Kindern wohnen. Ein zweiter Schreibtisch steht nun noch in Dahlbruch.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Dahlbruch mit Allenbacher Unterstützung und dem Flötenkreis Dahlbruch. Die Orgel spielte Lieselotte Hain.

Nach dem Gottesdienst waren die Gäste und Gemeindeglieder zum gemeinsamen Kaffeetrinken eingeladen. In ihren Grußworten hießen Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab, der kath. Pfarrkollege Martin Assauer, der sich freute nun wieder einen ev. Nachbarn zu haben, Jürgen Griesing von der Ev. Allianz und Hendrik Bald vom Elternrat des Kindergartens herzlich willkommen. Der ehemalige Pfarrer Helmut Köster erinnerte an seine vergangenen Jahre in der Kirchengemeinde Müsen und Pfarrer Herbert Scheckel legte sein Augenmerk auf die Pfarrfamilie, die sich in eine Gemeinde einbringe und nicht aus dem Blick geraten dürfe.
Hans-Jürgen Uebach zum Schluss: „Die vielen guten Wünsche und Segensworte muss ich jetzt erst einmal bedenken. Ich freue mich auf die Gemeinde.“
kp

Text zum Bild: (Foto: Karlfried Petri)

Synodalassessor Hans-Werner Schmidt führte Pfarrer Hans-Jürgen Uebach in seine neue Pfarrstelle ein. Pfarrer Andreas Weiß freut sich, dass er nun in der Kirchengemeinde Müsen nach einem Jahr Verstärkung erhalten hat. Im Bild von links: Synodalassessor Hans-Werner Schmidt, Pfarrer Hans-Jürgen Uebach und Pfarrer Andreas Weiß.

zurück zur Übersicht



Archiv:
2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003