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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Heimat und Gastfreundschaft
50 Jahre Kirche Eichen

50 Jahre Kirche Eichen
06.09.2007 13:50

Ein buntes und fröhliches Gemeindefest feierten jetzt Klein und Groß rund um die ev. Kirche in Eichen. In diesem Jahr gab es einen besonderen Festanlass: Das Kirchengebäude wurde 50 Jahre alt. Auf das Ereignis machte eine Sonderausgabe des Gemeindebriefes aufmerksam und zeichnete das Bild einer vielfältigen und lebendigen Kirchengemeinde. Viele hundert Gemeindeglieder und Gäste hatten sich eingefunden, um das Jubiläum ihrer Kirche zu feiern, die am 26. Mai 1957 mit einem Zug der Gemeinde in die neue Kirche in Dienst gestellt wurde.

Höhepunkt und Mittelpunkt des Festes war ein fröhlicher und musikalisch vielseitiger Gottesdienst.
Bürgermeister Rudolf Biermann gratulierte herzlich für Rat und Verwaltung. Biermann: „Kirche in Bewegung, das gilt für die ev. Kirchengemeinde in Eichen. In der Kirche kommt zur Sprache, was die Menschen bewegt.„Wenn ein Glied sich freut, freuen sich alle Glieder mit.“ Mit diesen Worten grüßte Superintendentin Annette Kurschus die Festgemeinde. Nach reformiertem Verständnis werde durch die versammelte Gemeinde ein Raum zum Ort des Gottesdienstes. Das Wort werde in der reformierten Kirche besonders betont. Mit Blick auf die neu gestaltete gelbe Wand im Chorraum, die ein beleuchtetes Kreuz aus Stahl aufnimmt, ergänzte sie, die Reformierten sähen es heute mit den Symbolen nicht mehr so streng wie früher. Auch Symbole wie Kreuze, Kerzen und Blumen könnten auf das Wort hinführen. Kurschus gestaltete als Cellistin im Streicher-Ensemble den Gottesdienst mit und bemerkte am Rande, dass sie vor 25 Jahren das letzte Mal in dieser Kirche gewesen sei, um auch damals als Cellistin am Gottesdienst mitzuwirken. Dem ehemaligen Gemeindepfarrer Ernst-Otto Menn war die Aufgabe gestellt worden, in seinem Grußwort von den Erlebnissen in seiner ehemaligen Gemeinde zu erzählen. „Wo soll ich da anfangen und wo aufhören“, so der Pfarrer. Zu umfangreich sind die Erinnerungen an den Kindelsberg, „den zu sehen von Eichen aus am schönsten ist“, an die vielen Menschen und Erfahrungen. Er erzählte von den Experimenten in der Kirche, wie den offenen Abenden mit Gästen und Musikgruppen und einer völlig umgestalteten Kirche. „Und das Presbyterium hat das alles mitgemacht.“ Mit 20 Telefonen ausgestattet, hatten sie aus den unteren Räumen der Kirche bei einer anderen Aktion alle Leute in Eichen angerufen und zu einer Veranstaltung eingeladen. Das sei Ortsgespräch gewesen. Er machte der Gemeinde Mut, Neues auszuprobieren, auch wenn man dabei mal auf die Nase fallen kann. Sternstunden seien für ihn gewesen, wenn Menschen ihn angesprochen hätten mit der Frage, wo könnt ihr mich in der Kirchengemeinde gebrauchen.

„Viele Menschen fühlen sich in der Kirche in Eichen Zuhause. Wir machen die Türen auf“, freute sich Pfarrer Jochen Ahl in seiner Predigt, in der er das Thema Heimat und Gastfreundschaft aufgriff. Die Konfirmandenbilder aus 50 Jahren, die an den Wänden der Kirche zu sehen waren, machten deutlich, wie viele Menschen mit dieser Kirche zu tun hatten. 2081 Mädchen und Jungen sind seit 1958 in der Eichener Kirche konfirmiert worden. Die Bibel spreche von Gastfreiheit, so Ahl. Ein Gast habe die Freiheit zu kommen und gehen wie er wolle. Die festen Häuser verschleierten, das wir auf dieser Erde auf der Durchreise sind. So wie es im Hebräerbrief stehe: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Die Christen in Afrika seien gastfreundlich. Was mache man aber, wenn ein Gast nicht mehr gehe. In Afrika heiße es: Wenn ein Gast nach drei Tagen immer noch bleibt, dann drücke ihm eine Hacke in die Hand. Gäste, die bleiben, müsse man ins Leben nehmen.
Und, so Ahl, die Türen der Kirche seien in beide Richtungen offen. Die Gemeinde müsse auch die Kirche verlassen, zu den Menschen gehen und dort das Evangelium weitergeben.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Eichen/Krombach, dem Kirchenchor Eichen, einem Streicher-Ensemble und einer Musik- und Gesangsformation für neuere Gemeindelieder.

Vor und nach dem Gottesdienst fand das Fest im Freien statt. Entlang des Kirchengebäudes waren Verkaufsstände angeordnet. Gastlich war das Angebot an kulinarischen Leckereien: Kuchenbuffet, Waffeln nach „Großmutters Art“, Fischspezialitäten, Grillprodukte und ein umfangreiches Salatbuffet luden Groß und Klein zum Schlemmen ein. Für die Kinder waren viele Spieleangebote vorbereitet, darunter die Feuerwehr mit einer großen Wasserspritze. Jongleur und Entertainer Stefan Schneider, selbst aus der Gemeinde stammend, brachte mit seinen Kunststücken und Zaubertricks Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Staunen.
In der Kirche war eine Ausstellung zu sehen mit Fotos und Filmen aus mehr als 50 Jahren. Eine CD mit Fotos und vielen Informationen aus 50 Jahren Kirchengemeinde wurde zum Verkauf angeboten.
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)

Der Kirchenchor Eichen unter der Leitung von Erwin Hillnhütter und ein Streicher-Ensemble sangen Jesu bleibet meine Freude von J.S.Bach. Im Hintergrund der neu gestaltete Chorraum.

 

Pfarrer Jochen Ahl und Lea Menn, in der Gemeinde aufgewachsen, (von rechts nach links) pflanzten vor der Kirche einen roten Fächerahorn.

Hinter der Kirche hatten kulinarische Leckereien guten Zulauf. Kinderspiele und viele Gespräche hatten hier ihren Raum.


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