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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Viel mehr als die Suche nach dem schnellen Euro
Wolfram Bensberg und Annette Mehlmann aus dem Kirchenkreis Siegen zusammen mit 17 weiteren westfälischen Fundraiser ausgebildet: Alfred Buß überreichte Zertifikate

Wofram Bensberg, Präses Alfred Buß, Annette Mehlmann
13.09.2007 12:45

In Zeiten knapper Kassen ist professionelles Fundraising, ein griffiges deutsches Wort gibt es leider nicht, bares Geld wert. Wenn Kirchensteuereinnahmen sinken, können kreative Konzepte, innovative Ideen und gute Kontakte helfen, die Finanzlöcher zu stopfen. Immer mehr Gemeinden auch im Kirchenkreis Siegen führen Kirchgeld ein, sammeln Mittel für besondere Projekte oder gründen Stiftungen – zum Beispiel für die Kindergarten und Jugendarbeit, Renovierungsmaßnahmen oder den Bau einer neuen Orgel. Auf Kirchenkreisebene wird Geld eingeworben zur Unterstützung der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle oder des Anbaus des Evangelischen Gymnasiums. Wie wichtig die Spendenwerbung ist, weiß auch die Evangelische Kirche von Westfalen: Während einer zweijährigen berufsbegleitenden Qualifizierungsmaßnahme in Kooperation mit der Fundraising-Akademie (Frankfurt) wurden aus den elf westfälischen Gestaltungsräumen (Kooperationen von jeweils zwei bis vier Kirchenkreisen) und der Landeskirche insgesamt 19 sogenannter Fundraiserinnen und Fundraiser ausgebildet. Darunter auch Annette Mehlmann und Wolfram Bensberg aus dem Kirchenkreis Siegen. Sie werden den Kirchenkreis mit seinen Gemeinden und Einrichtungen künftig bei der Entwicklung und Umsetzung von professionellen Konzeptionen zur Spendeneinwerbung und Freundschaftsarbeit beraten.

Präses Alfred Buß, der den Fundraisern jetzt im Landeskirchenamt in Bielefeld die Zertifikate überreichte, gratulierte ihnen und wünschte ihrer Arbeit Gottes Segen. Dabei betonte Buß, dass Fundraising in erster Linie Beziehungsarbeit sei, der vertrauensvolle Kontakt mit und zu den Menschen und nicht die Suche nach dem schnellen Euro. Und Kirchenrechtsrat Michael Jacob, im Landeskirchenamt für die Ausbildung zuständiger Dezernent, versprach den westfälischen „Fundraising-Pionieren“ die weitere Unterstützung der Landeskirche bei der Etablierung ihres neuen Aufgabenbereiches in den Kirchenkreisen und -gemeinden.

Umbruch, Wandel und Professionalisierung
Die Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind im Aufbruch. Spätestens seit dem 2006 veröffentlichten Zukunftspapier „Kirche der Freiheit“, das mit seinen – manchmal provokativen – Thesen zahlreiche Denkprozesse und Debatten ausgelöst hat. Eine davon heißt: Bis 2030 wird ein Fünftel der heutigen Kirchensteuer über Spendeneinwerbung gegenfinanziert werden müssen. Damit ist für Dr. Thomas Kreutzer, Leiter der Fundraising-Akademie, mit Blick auf die Absolventen klar: „Ihr steht für den Umbruch, Wandel und die Professionalisierung, die sich zurzeit in den Kirchen vollzieht. Ihr wollt was bewegen. Ihr steht – auch im Blick auf die Finanzierung – für die Zukunft der Kirche.“

Die seit 1999 bestehende Fundraising-Akademie (www.fundraising-akademie.de) ist in Deutschland führend auf dem Gebiet der Fundraising-Ausbildung. Ihre Gesellschafter sind das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), der Deutsche Fundraising Verband und der Deutsche Spendenrat.

Text zum Bild: (Foto: Pressestelle des Landeskirchenamtes der Westfälischen Landeskirche)
Präses Alfred Buss (Bildmitte) überreichte Wolfram Bensberg und Annette Mehlmann ihr Fundraising-Zertifikat.


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