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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Selig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden“
Gedenkgottesdienst in der Martinikirche Siegen

Pfarrerin Marianne Mengel-Keßler und Pfarrer Jörg Hausmann zünden eine Kerze an
04.10.2007 15:55
Auf den Stufen zum Chorraum der Martinikirche liegt ein schwarzes Tuch. Darauf steht abseits eine Vase mit weißen Rosen. Eine Stufe darüber brennt eine große weiße Osterkerze. Daneben auf einem Tisch stehen kleine Kerzen. Die Gottesdienstbesucher, Trauernde, die in den vergangenen Monaten im Kreisklinikum von einem lieben Menschen Abschied nehmen mussten oder Mitarbeitende des Krankenhauses, die oftmals eine intensive Beziehung zu diesen Menschen aufgebaut hatten, stehen von ihren Plätzen auf, entzünden eine Kerze und gehen in stillen Gedenken zu den Stufen des Chorraumes, stellen das Licht unter die Osterkerze und halten inne.
Zum dritten Mal hatten Pfarrerin Marianne Mengel-Keßler und Pfarrer Jörg Hausmann, beide Krankenhausseelsorger im Kreisklinikum, zu einem Gedenkgottesdienst in die Martinikirche eingeladen. Jörg Hausmann: „Dieser besondere Gottesdienst bietet die Möglichkeit, auf dem Weg der Trauer innezuhalten, noch einmal zurückzublicken und hoffentlich den Mut zu finden, wieder erste zaghafte Schritte ins Leben zu wagen.“
Bibelworte, Frage und Antwort 1 des Heidelberger Katechismus und Liedverse verwiesen auf Gott, der tröstet und einst alle Tränen abwischen wird. Phasen der Stille gaben Raum zum Nachdenken und Beten.
Marianne Mengel-Keßler zitierte Bonhoeffer: „Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann. Auch Gott füllt diese Lücke nicht aus.“ Aber – so führte sie weiter aus – Gott verspricht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Wie ein Leitfaden zog sich dieses Versprechen Gottes und Seligpreisung der Trauernden durch den Gottesdienst. Symbolisiert wurde es durch eine Holzplastik, die ein ehemaliger Patient geschnitzt hatte, die – ganz schlicht und dennoch sehr eindrucksvoll - Maria mit dem Jesuskind zeigt.

KMD Ulrich Stötzel begleitete den gemeinsamen Gesang und Phasen des Nachdenkens auf der Orgel. Darunter eine Improvisation zum Choral „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.“ (EG 278)
Im Anschluss an den Gottesdienst folgten viele Besucher der Einladung zum Gespräch bei Tee und Gebäck.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Pfarrerin Marianne Mengel-Keßler und Pfarrer Jörg Hausmann zünden, wie viele Gottesdienstteilnehmende vorher, eine Kerze an und stellen sie unter die Osterkerze. Der Gottesdienst mit seinen symbolischen Handlungen soll Menschen helfen, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.

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