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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Offen bleiben für Erfahrungen mit der Gegenwart Gottes
Presbyteriumsmitglieder in ihr Amt eingeführt

Einführung der Presbyter im Gottesdienst
02.04.2008 14:46
In den Gottesdiensten am vergangenen Sonntag wurden in den 30 evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Siegen die neuen Presbyterinnen und Presbyter in ihr Amt eingeführt.
Vorausgegangen waren am 24. Februar die Kirchenwahlen in der westfälischen Landeskirche. Die Wahlbeteiligung bei den rund 135.000 Evangelischen im Kirchenkreis Siegen war sehr dürftig, Nur in sechs Bezirken der Gemeinden des Kirchenkreises standen mehr Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl und fand somit eine Wahl statt. Die Wahlbeteiligung war durchweg gering und lag zwischen 5,5% und 11,96%. In den übrigen Gemeinden waren so viele Personen vorgeschlagen worden wie Stellen zur Verfügung standen. In acht Gemeinden konnten nicht alle Stellen besetzt werden.

Für die Erlöser-Kirchengemeinde Siegen führte Pfr. Armin Pulfrich in einem Gottesdienst in der Erlöser-Kirche in der Winchenbach acht Frauen und Männer in das Amt der Presbyterinnen und Presbyter ein. Ein besonderes Ereignis, wurde doch diese Kirchengemeinde in den vergangenen vier Jahren von einem Bevollmächtigtenausschuss geleitet. Differenzen in der Gemeinde und im ehemaligen Presbyterium hatten zur Auflösung des Gremiums geführt, und der Kirchenkreis hatte daraufhin diese Form der Gemeindeleitung eingesetzt. Pfr. Armin Pulfrich: „Das war damals wohl das Beste, was uns passieren konnte. Dieses Gremium, zu dem auch Mitglieder aus anderen Kirchengemeinden gehörten, hat in unserer Gemeinde sehr viel Gutes bewirkt. Die Konfliktsituation konnte bewältig werden. Die beiden ehemaligen Gemeindebezirke konnten zusammengeführt, der finanzielle Kollaps der Gemeinde verhindert und neue Impulse, zum Beispiel die Durchführung von Vater-Kind-Wochenenden, gesetzt werden. Nun kann mit neuen und auch durchweg jungen Presbyteriumsmitgliedern die Gemeinde weiter gebaut werden.“
Neun Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich zur Wahl, acht wurden gewählt. Die Wahlbeteiligung lag nur bei mageren 5,5 %. Pulfrich: „Das ist eine sehr geringe Wahlbeteiligung. Sie zeigt zwar zum einen eine mangelnde Solidarität mit den Menschen, die in unserer Gemeinde Leitungsverantwortung wahrnehmen wollen. Auf der anderen Seite macht es aber auch deutlich, dass wir keine Konfliktsituation haben, dass keine Polaritäten bestehen und Richtungswahlkämpfe ausgefochten werden.“ Die Leitungsaufgabe des Presbyteriums, so machte der Pfarrer im Gottesdienst deutlich, sei nicht Herrschaft von wenigen über viele. Leitung gehe über den Verantwortungsbereich des Presbyteriums hinaus, werde bsw. sowohl Arbeitskreisen und Ausschüssen als auch in den auch in den Gruppen und Kreisen in der Gemeinde ausgeübt, die ihre Zusammenkünfte eigenständig gestalteten. Das Amt des Gemeindeältesten sei ein geistliches Amt. Es sei in diesem Amt wichtig, offen zu bleiben für Erfahrungen mit der Gegenwart Gottes als Quelle und Tankstelle auf dem Weg, um immer auch mögliche Phasen der Müdigkeit und Resignation zu überwinden.

Presbyterien
Jede der 556 Kirchengemeinden in Westfalen wird von einem "Presbyterium" geleitet. Ihm gehören die von den Gemeindemitgliedern gewählten Presbyterinnen und Presbyter (griechisch: Älteste) und die Pfarrer an. Die ehrenamtlichen „Ältesten“ müssen in Westfalen mindestens 18 Jahre alt sein. Das Presbyterium ist verantwortlich für die Verkündigung des Wortes Gottes und den gesamten Dienst der Gemeinde. Es wählt die Pfarrerinnen und Pfarrer, verwaltet die Kirchengemeinde und entscheidet bei der Aufstellung des Haushaltes auch über die Verwendung der Kirchensteuern. Die Größe eines Presbyteriums richtet sich nach der Zahl der Gemeindemitglieder, wenn größere Gemeinden in Bezirke gegliedert sind, hat man oft Bezirkspresbyterien eingerichtet. Die Männer und Frauen im Presbyterium haben sich in aller Regel auf bestimmte Aufgabengebiete spezialisiert wie Kindergarten, Jugendarbeit, Partnerschaftsarbeit oder Bauangelegenheiten – verantwortet aber wird alles gemeinsam. Zum oder zur Vorsitzenden des Presbyteriums wird oft ein Pfarrer gewählt, oder eine Pfarrerin. Das ist aber keineswegs zwingend.
In Westfalen gibt es etwa 7.000 Männer und Frauen, die sich für die verantwortliche Aufgabe der Gemeindeleitung zur Verfügung stellen, freiwillig und ehrenamtlich. Gewählt wurde bisher für eine Amtszeit von acht Jahren. Seit der Landessynode im November 2006 ist die Wahlzeit auf 4 Jahre verkürzt.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
In der Erlöserkirchengemeinde in der Winchenbach in Siegen wurde das komplette Presbyterium von Pfarrer Armin Pulfrich in das neue Amt eingeführt. Die Presbyterinnen und Presbyter erhielten eine Urkunde der Landeskirche und ein Buchgeschenk der Kirchengemeinde.

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