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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Im Kirchenkreis Siegen kräht der Grüne Hahn“
Umweltmanagementsystem in Kirchengemeinden und Kirchenkreis

Die Umweltmanagementbeauftragten aus dem Kirchenkreis Siegen
02.04.2008 14:51
Die Schöpfung zu bewahren ist biblischer Auftrag, dem sich die Kirche verpflichtet sieht. Dazu gehört, nicht verschwenderisch mit Rohstoffen und Energie umzugehen. Es ist jedoch unglaubwürdig, den Gedanken der Bewahrung der Schöpfung zu verkündigen und selbst diesem Ziel nicht zu genügen. Um glaubwürdiges Reden und transparentes Handeln zu fördern, wurde in der westfälischen Landeskirche das Umweltmanagement-Projekt „Der Grüne Hahn“ ins Leben gerufen, der mittlerweile in einigen evangelischen Gemeinden und Kirchenkreisen „kräht“. In den Ev. Kirchengemeinden Erlöser-Siegen, Kaan-Marienborn, Krombach und Niederschelden sowie im kreiskirchlichen „Haus der Kirche“ in der Siegener Oberstadt soll das kirchliche Umweltmanagementsystem bis 2009 eingeführt werden.

Aber nicht nur theologische Gründe spielen beim kirchlichen Umweltmanagement eine Rolle. Es gibt auch ein handfestes wirtschaftliches Interesse. Steigende Energiekosten machen den Kirchengemeinden und dem Kirchenkreis zu schaffen. In der Kirchengemeinde Kaan-Marienborn beispielsweise werden im Winterhalbjahr die Gottesdienste aus der Kirche in das benachbarte Gemeindehaus verlegt, weil es zu kostenaufwändig ist, die Kirche zu heizen. Zurückgehende Kirchensteuereinnahmen verursachen einen zusätzlichen Druck, Kosten einzusparen.

Die Presbyterien der vier beteiligten Kirchengemeinden haben mittlerweile ihre ehrenamtlichen Umweltmanagementbeauftragten berufen und eine erste Schulung fand bereits in diesem Jahr in Haus Villigst, dem landeskirchlichen Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Schwerte für die acht Siegerländer und weitere 42 Teilnehmende aus anderen westfälischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen statt. Die nächsten Ausbildungsabschnitte, auf das Jahr verteilt, folgen.
Pfarrer Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen, und Hans-Jürgen Hörner, Leiter des Projektbüros „Der Grüne Hahn“ in Recklinghausen, leiteten den Grundkurs. In Fachvorträgen, Diskussionsrunden und Arbeitsgruppen wurden die Grundlagen des Umweltmanagementsystems „Der Grüne Hahn“ vermittelt. In einem Fachvortrag erläuterte Dipl.-Ing. Christian Dahm von der Energie-Agentur NRW die vielfältigen Möglichkeiten von Kirchengemeinden, in ihren Gebäuden Energie zu sparen.

Auf die in den Kirchengemeinden ehrenamtlich tätigen Umweltmanagementbeauftragten kommt in den nächsten Monaten viel Arbeit zu. Zunächst müssen sie die Umweltbelastungen, wie Energie-, Wasser- und Materialverbrauch oder Abfallaufkommen, die von ihrer Kirchengemeinde und den Gebäuden ausgehen, systematisch erfassen. Auf der Grundlage dieser Daten können kostengünstige Vorschläge erarbeitet werden, die zur Verringerung der Belastungen und zur Senkung der Betriebskosten führen. Kirchengemeinden, die bereits das Umweltmanagement praktizieren, konnten kostenneutral oder mit geringen Investitionen dauerhaft den Energie- und Wasserverbrauch sowie das Abfallaufkommen um bis zu 30 Prozent senken.

Für Michael Hänel, Umweltbeauftragter des Kirchenkreises Siegen und mit dem „Haus der Kirche“ selbst in den Prozess eingebunden, bietet kirchliches Umweltmanagement die Chance, die bisherigen Einzelaktivitäten in ein Gesamtsystem einzufügen und dem Engagement damit Dauerhaftigkeit zu verleihen. Kirchliches Umweltmanagement fördert ein wirkungsorientiertes Handeln mit klaren Zielen in einem abgestimmten Prozess. Durch klare Zuständigkeiten und geregelte Abläufe, so erhofft er sich, werden stetige Verbesserungen erreicht.

Das Projekt “Der Grüne Hahn – Management für eine Kirche mit Zukunft“ basiert auf dem Europäischen Umwelt-Audit-System (EMAS II), das bereits von vielen Unternehmen und Institutionen erfolgreich eingesetzt wird. Angepasst an kirchliche Anforderungen wird ein System aufgebaut, das Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen in die Lage versetzt, Umwelt- und Ressourcenschutz in ihrem Bereich kontinuierlich und dauerhaft zu verbessern. Nach erfolgreicher Einführung besteht für die teilnehmenden Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen die Möglichkeit, sich durch einen externen Umweltgutachter nach der Europäischen Umwelt-Audit-Verordnung zertifizieren zu lassen.
kp

Text zum Bild:
Die Umweltmanagementbeauftragten aus dem Siegerland auf ihrem Grundkurs vor Haus Villigst. v.l.: Peter Imhof, Reiner Jung, Martin Althaus, Hartwig Göbel, Freb Lauber, Martin Roth, Michael Hänel und Ralf Kubosch.

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