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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen
50 Jahre evangelische Wenschtkirche – mitten in der Siedlung

Evangelische Wenschtkirche Geisweid
18.06.2008 12:25

Die evangelische Wenschtkirche wird 50 Jahre alt. Am 29. Juni 1958 wurde sie in einem festlichen Gottesdienst in Dienst gestellt. In einem ökumenischen Festgottesdienst feierten jetzt die evangelischen und die katholischen Christen gemeinsam dieses Jubiläum. „Kirche mitten in der Siedlung“ sollte sie sein, die evangelische Wenschtkirche, und „Gottes Wort für den Alltag an alle“ ausrichten, so hatte es Pfarrer Erich Schmidt, der erste evangelische Seelsorger im Wenscht, formuliert.
In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Dr. Martin Klein an die Flüchtlinge, die den Russen und Polen entkommen waren, die wiederum selbst unter den Deutschen gelitten hätten. Die Flüchtlinge fanden hier im Wenscht ein neues Zuhause, zunächst beargwöhnt von den Alteingesessenen. Mit Hilfe der Stahlwerke hätten sie ihre Siedlung errichten können. Viele seien Gott dankbar für das Behüten in schwerer Zeit. Neben dem neuen Zuhause sei auch eine neue geistliche Gemeinschaft, eine Gemeinschaft der Glaubenden entstanden. Klein: „Wir alle sind Kirche in der Welt. Dazu gehört, dass wir gute Bürger und Nachbarn sind, denen ihre Mitmenschen nicht egal sind.“
Den musikalischen Teil des Gottesdienstes gestaltete der CVJM-Posaunenchor Setzen und ein Projektchor, der eigens zu diesem Anlass aus ehemaligen Chormitgliedern des evangelischen und katholischen Kirchenchores gebildet wurde. Für Landrat Paul Breuer, der das Grußwort als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft überbrachte, ein Bild für die ökumenische Zusammenarbeit im Wenscht und vielleicht eine zukunftsweisende Entwicklung. Zum Schluss sang die Festgemeinde das Lied, das auch bei der Indienststellung des Gotteshauses gesungen wurde: „Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen.“

Auf eine kurze aber bewegte Zeit kann die evangelische Wenschtkirche bereits zurückblicken. Drei Jahre nach dem Baubeginn der ersten Siedlung im Obersten Wenscht, am 27. Juli 1955 beschloss das Presbyterium der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld den Bau einer Kirche mit Gemeindezentrum für die Wenschtsiedlungen; am 7. November erfolgt der erste Spatenstich an der oberen Ziegeleistraße. Am 22. Juli 1956 feierte die Kirchengemeinde Grundsteinlegung und Richtfest. Noch vor der Indienststellung im Beisein des Präses der westfälischen Landeskirche Ernst Wilms am 29. Juni 1958 wurde bereits am 22.12.1956 im Gemeindesaal ein erster Gottesdienst mit vier Taufen gefeiert.
Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang, dass am 22. Juni 1958, am heutigen Hans-Böckler-Platz, der erste Spatenstich für die katholische St. Marienkirche erfolgte – und damit zugleich der Grundstein gelegt wurde für eine lebendige Ökumene, die bis heute gepflegt wird. Der Weltgebetstag, das Kinderfest und der Martinszug sind seit Jahrzehnten feste Termine, die gemeinsam gefeiert werden.
Am 1. Januar 1959 wurde im Untergeschoss des Gemeindezentrums ein behelfsmäßiger Kindergarten eingerichtet, der dort bis Ende 1966 bestand. Er wurde abgelöst durch die Kindertagesstätte am Jasminweg, die 1964 ihre Arbeit aufnahm.
Im Mai 1979 fand die erste Kinderbibelwoche im Gemeindezentrum Wenscht statt. Von 1993 bis 1998 hatte die Superintendentin Annette Kurschus die Pfarrstelle im Hilfsdienst im Wenscht inne.
Der Kirchenchor musste am 30. Juni 2002 seine Tätigkeit mangels Mitglieder einstellen.
Seit August 2007 ist Pfarrer Dr. Martin Klein Seelsorger der evangelischen Christen im Wenscht.
Aufgrund der prekären Finanzlage der Kirchengemeinde hat das Presbyterium ein Haushaltssicherungskonzept mit einschneidenden Sparmaßnahmen beschlossen, von dem auch Beschäftigte der Wenschtkirche betroffen sind. Mit der Stilllegung des Lutherhauses und der Gemeindezentren in Birlenbach, Sohlbach-Buchen und Setzen erhält das Gemeindezentrum Wenscht eine neue Funktion. Es beherbergt nun die Kinder-, Jugend-, und Konfirmandenarbeit der Kirchengemeinde sowie besondere Gottesdienstangebote für die ganze Kirchengemeinde; etliche Gemeindegruppen aus den stillgelegten Häusern finden hier eine neue Bleibe.
kp

Text zum Bild: Foto Karlfried Petri)

Das evangelische Gemeindezentrum im Wenscht.



Mit einem ökumenischen Festgottesdienst feierte die Christen im Wenscht das 50-jährige Bestehen des evangelischen Gotteshauses. Eigens dazu wurde ein Projektchor unter der Leitung von Rolf Becker gebildet, bestehend aus Sängerinnen und Sängern der beiden ehemaligen evangelischen und katholischen Kirchenchöre. Im Hintergrund das von Hermann Kuhmichel gestaltete Wandgemälde.


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