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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Mehr-Generationen-Zentrum Martini kurz vor dem Start
Weitere Förderer gesucht

Mehr-Generationen-Zentrum Martini
18.06.2008 15:32

„Das Gemeindehaus der Martini-Kirchengemeinde St.-Johann-Straße 7 wird künftig ‚Mehr-Generationen-Zentrum Martini’ heißen und sein. Der Bedarf für ein Mehr-Generationen-Zentrum in Siegen Mitte ist vorhanden. Nach den Sommerferien werden wir mit den ersten Projekten beginnen. Es würde der Martini-Kirchengemeinde und dem Verein „ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein“ helfen, wenn die Kommune und private Förderer die Arbeit finanziell unterstützten“, so Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng in einem Gespräch.Vor etwa einem Jahr hatte sich die Siegener Martini-Kirchengemeinde um eine Anerkennung und Bezuschussung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bemüht. Den Zuschlag hatte damals ein Mehrgenerationenhaus- Projekt im Stadtteil Geisweid erhalten. Dennoch gab die Kirchengemeinde ihre Pläne nicht auf und ist nun so weit, unabhängig von Bundeszuschüssen, ein Mehr-Generationen-Zentrum zu betreiben. Waffenschmidt-Leng: „In unserer Einrichtung wohnen keine Menschen, sondern es ist eine Begegnungsstätte, in dem sich junge und alte Menschen treffen. Daher nennen wir unsere Einrichtung nicht „Haus“, sondern „Zentrum“. Ein Sprichwort aus Griechenland sagt: „Wenn Du keinen alten Menschen zu hause hast, so leih Dir einen!“ Im Mehr-Generationen-Zentrum sollen Menschen unterschiedlicher Generationen in Kontakt kommen können. Waffenschmidt-Leng: „Ziel ist zu ermöglichen, was nicht mehr selbstverständlich gegeben ist: dass die Generationen sich – unabhängig von familiären Bezügen – gegenseitig bereichern und unterstützen.“ Im Mehr-Generationen-Zentrum Martini verbringen Menschen gemeinsam ihre Zeit, helfen sich gegenseitig, planen und gestalten gemeinsame Unternehmungen. Zudem ist eine seelsorgliche Beratung und Begleitung im Angebot.


Nach den Sommerferien startet das neue Projekt u.a. mit drei neuen Angeboten.

Haushaltsnahe Dienstleistungen
Haushaltsnahe Dienstleistungen, wie kleinere handwerkliche Tätigkeiten, das Zubereiten einer Mahlzeit oder Einkaufstätigkeiten. Diese Dienstleistungen werden vom Verein „ALTERAktiv“ koordiniert. Unter der Telefonnummer 0271/2339425 oder 0271/2346066 sich Menschen melden, die interessiert sind, sich hier zu engagieren. Dazu wird in den nächsten Wochen und Monaten eine Ehrenamt-Börse eingerichtet. Interessenten aus der Martini-Kirchengemeinde, die ihre handwerklichen Fähigkeiten zur Verfügung stellen oder Botendienste wahrnehmen, gibt es schon. Weitere Interessierte, die ehrenamtlich in einem überschaubaren, selbst bestimmten Rahmen ihre Hilfe anbieten, werden gebraucht und sind herzlich willkommen und können sich unter o. g. Telefonnummern melden.

Besuchsdienst
Zudem soll ein Besuchsdienst eingerichtet werden. Der kann beispielsweise für Schulaufgabenhilfe genutzt werden, für Kinderbetreuung, Betreuung demenzkranker Menschen, damit die betreuenden Familienangehörigen sich einmal ein paar Stunden Auszeit nehmen können. Gerade für stundenweise Kinderbetreuung aber auch für die Unterstützung von älteren Menschen, damit sie in ihrer häuslichen Umgebung möglichst lange wohnen können, sieht die Theologin einen hohen Bedarf. Die Mitarbeit im Besuchsdienst ist mit einer Schulung und einer regelmäßigen weiteren beratenden Begleitung verbunden. Die Seriosität aller Mitarbeitenden wird durch persönlichen Kontakt im Vorfeld der Zusammenarbeit gewährleistet. Zum Erfahrungsaustausch treffen sich die Mitarbeitenden einmal monatlich. Ansprechperson für diesen Arbeitszweig ist Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng, Tel. 0271/33 12 65.

Biografie-Arbeit
Zudem bieten Barbara Kerkhoff und Johann Ufer eine so genannte Biografie-Arbeit an. Menschen treffen sich in Gruppen, arbeiten ihre eigene Biografie auf und beschäftigen sich mit ihrer eigenen Lebensentwicklung. Diese Biographiearbeit soll mit der Konfi-Arbeit in Kontakt gebracht werden in einem Projekt, in dem Erzählen und Gespräch zwischen Jung und Alt stattfindet. So lernt die jüngere Generation von der Älteren und die Älteren können ihre Lebenserfahrung an Jüngere weitergeben.

Zudem wird eine offene Sprechstunde für kleinere Wehwehchen vorgehalten.

Um das Martini-Gemeindehaus als Mehr-Generationen-Zentrum führen zu können, sind einige Umbauarbeiten erforderlich. Zurzeit werden die Pläne entwickelt. Im Foyer des Hauses ist ein offenes Cafe vorgesehen, das zunächst einmal in der Woche geöffnet hat. Die Martini-Kirchengemeinde steuert die Immobilie und geschultes Personal bei, der Verein ALTERAktiv die Kompetenz und das Engagement vieler ältere Menschen, die sich z.B. in Sachen Wohnberatung etc. einbringen. Die Finanzierung, so Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng, ist noch nicht gesichert.

Die Betreiber hoffen sehr, dass Kreis und Kommune den Nutzen der Einrichtung für die Lebensqualität am Wohnort Siegen erkennen und diese Initiative auch finanziell stützen, damit die Rahmenbedingungen, in dem ehrenamtliches Engagement stattfinden kann, geschaffen und ausgebaut werden können, zumal das Projekt eine gesellschaftspolitisch nicht unbedeutende Entwicklung aufgreift und allen Gesellschaftsschichten in Siegen Mitte zugute kommt.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Die Martini-Kirchengemeinde und der Verein ALTERAktiv füllen das Mehr-Generationen-Zentrum mit guten Angeboten. Viele ältere aber auch jüngere Menschen finden hier eine sinnvolle Beschäftigung.


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