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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Sonderkreissynode Diakonie
Abgespeckter Krankenhausverbund innerhalb der Diakonie steht

Dr. Josef Rosenbauer
19.09.2008 14:15
Der Geschäftsführer der Diakonie Südwestfalen Dr. Josef Rosenbauer informierte die Kreissynode über den Stand des Krankenhausverbundes. Das Kreisklinikum und die drei Diakoniekrankenhäuser, so der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Diakonie Südwestfalen, sollten in einem Verbund zu einem Krankenhaus verschmelzen, um in Zukunft auf dem hart umkämpften Gesundheitsmarkt finanziell sicher aufgestellt zu sein. 700 der 2100 Kliniken in Deutschland schreiben derzeit rote Zahlen, berichtete Rosenbauer den Synodalen. Eine deutliche Kostenreduzierung versprach man sich von dem Verbund und eine bessere medizinische Versorgung. 51% der Gesellschafteranteile sollten bei der Diakonie verbleiben, 49% beim Kreis Siegen-Wittgenstein.
Rosenbauer: "Die Diakonie Südwestfalen hatte ihre Hausaufgaben erledigt." Dennoch kommt der große Verbund in absehbarer Zeit nicht zustande. Die Kosten der Pensionsrückstellungen in die Zusatzversorgungskasse für die Mitarbeitenden machen dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Über 50 Mio. Euro muss der Kreis Siegen-Wittgenstein zusätzlich finanzieren, um seine Krankenhausmitarbeitenden in das Diakoniesystem übernehmen zu lassen. Dennoch, so Rosenbauer, gibt es nun einen Verbund mit den drei Diakoniekrankenhäuser: Jung-Stilling-Krankenhaus Siegen, Bernhard-Weiss-Klinik, Kredenbach, und Haus Bethesda, Freudenberg. Alle drei Häuser haben nun eine gemeinsames Budget. Synergieeffekte werden sich bemerkbar machen.
Davon profitieren in erster Linie die beiden kleineren Krankenhäuser in Freudenberg und Kredenbach, die wirtschaftlich ansonsten schlecht dastehen. Die kleinen Häuser haben ähnlich große Fixkosten wie ein großes Krankenhaus, aber deutlich geringere Einnahmen. Verzichten will man auf sie nicht, da sie für die Versorgung in der Fläche wichtig sind. Rosenbauer ist stolz darauf, dass der kleine Verbund innerhalb von drei Wochen zustande kam. Seit dem 28. August liegt der Feststellungsbescheid vor. Seit 17. September ist der neue Krankenhausverbund eingetragen. Nun können die ersten medizinischen Schritte gegangen werden.
Für das Haus Kredenbach, das wirtschaftlich schwere Zeiten hinter sich hat, bringt der Verbund die Einrichtung einer Geriatrie-Abteilung. Zum Schluss zeigte Rosenbauer auf, dass es bei aller Anstrengung Spaß mache, in den Diakonie-Unternehmen zu arbeiten. Die 2.800 Mitarbeitenden prägten jeden Tag das diakonische Profil der Einrichtungen.
Er wünschte sich sehr, dass jetzt Ruhe einkehrt in die Diakonie. Auf die Vereine sei in der Vergangenheit Verlass gewesen. Er wünschte sich, dass auch künftig verlässliche Gremien und Strukturen eine gute Basis für die diakonische Arbeit bieten.
kp

Text zum Bild: (Foto: Karlfried Petri)
Dr. Josef Rosenbauer, Geschäftsführer der Diakonie Südwestfalen, (hier im Gespräch mit Verwaltungsleiter Hartmut Menzel) informierte die Synodalen über den Krankenhausverbund. Er wünscht sich, dass nun Ruhe einkehrt in die Diakonie.

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