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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Diakonie – Strukturen für die Zukunft
Sonderkreissynode tagt in der Stadthalle Kreuztal

Die Kreissynode Siegen tagte in der Stadthalle Kreuztal
19.09.2008 14:23
Sie war nicht unumstritten, die Sondersynode des Kirchenkreises Siegen zum Thema Diakonie, die jetzt in der Stadthalle Kreuztal tagte. Etliche Diskussionen um das Für und Wider hatte es bereits im Vorfeld gegeben. Überfällig war sie längst, aber warum soll sie jetzt stattfinden? Wisst ihr, was ihr wollt? Was kann die Synode entscheiden? Diese Fragen hätten sich viele im Vorfeld gestellt, so die Superintendentin Annette Kurschus bei ihrer Einführung in die Thematik. Das diakonische Geschehen im Kirchenkreis Siegen wird zurzeit weitgehend vom Krankenhausverein und dem Diakonieverein verantwortet. Kirchenkreis und Kirchengemeinden sahen ihre Einflussmöglichkeiten schwinden. Und auch der Diakoniekonflikt aus 2005 ist noch nicht wirklich verarbeitet.
Grund für den Termin der Sondersynode, so Kurschus, sei der zu erwartende Verbund des Kreiskrankenhauses mit den drei Diakoniekrankenhäusern gewesen. Der hätte für die Diakonie eine Zäsur bedeutet. Grund für die Synode, die Gelegenheit zu nutzen und frühzeitig ihre eigenen Vorstellungen von Diakonie im Kirchenkreis zu beschreiben und nicht nur auf bereits Vollzogenes zu reagieren. Dadurch, dass der große Krankenhausverbund in absehbarer Zeit nun doch nicht zustande komme, könne das Thema ohne konkreten Handlungsdruck von außen beraten werden. Zu dem erscheine der Informationsbedarf bei den Synodalen hoch. Die Synode sei das Forum, um zu informieren, diskutieren und zu erläutern.
Sie nahm den Befürchtungen den Boden, dass es vielleicht doch geheime innerkirchliche Vorstellungen gäbe, die nun auf der Synode einem Beschluss zugeführt werden sollten. Kurschus: „Auf dieser Synode kann alles mögliche ungeschützt gedacht und gesprochen werden. Die Synode hat keine Entscheidungskompetenz. Die hat sie vor Jahren an den Krankenhausverein und den Diakonieverein abgegeben, aus damals sicherlich guten Gründen. In den beiden Vereinen sind zwar alle Kirchengemeinden und der Kirchenkreis vertreten. Diese Mitbestimmung funktioniert offensichtlich nicht mehr zufriedenstellend.“ Zudem ist die solidarische Finanzierung der Diakonie durch die Kirchengemeinden nicht mehr gesichert. Einige Kirchengemeinden hatten ihren Austritt erklärt. Daher müssten die Strukturen nach ihrer Tauglichkeit hin befragt werden. Die Synode sei aufgerufen, Anregungen, Prüfaufträge und Zielvorstellungen zu geben.

Wie kompliziert die Vereins- und Gesellschaftsstruktur von Diakonischem Werk, Krankenhausverein und Diakonie in Südwestfalen ist, machten die Ausführungen von Unternehmensberater Michael Worschischek deutlich, der gemeinsam mit dem synodalen Diakoniebeauftragten Pfr. Thomas Weiß die Strukturen und die Verantwortlichkeiten in der Diakonie erläuterte. Eine Unternehmensberatung war seinerzeit von der Arbeitsgruppe „Zukunft der Diakonie“ eingeschaltet worden, um die Struktur des verflochtenen Unternehmens mit Sachkompetenz von außen zu prüfen.
Nicht nur für die nach den Presbyteriumswahlen neu entsandten Synodalen waren die grundlegenden Erläuterungen wichtig. Auch manch langjähriger Synodaler begreift die Gesellschaftsverschachtelungen nicht wirklich. Pfr. Christoph Siekermann, seit acht Jahren Gemeindepfarrer im Kirchenkreis Siegen, traute sich auszusprechen, was vermutlich manch eine und einer auf der Tagung dachte: „Jetzt bekomme ich so langsam eine Ahnung von den Strukturen.“

In Arbeitsgruppen berieten die Synodalen vier Themenschwerpunkte: Diakonisches Profil, Leistungsprofil der Diakonie, Gestaltung gemeindenaher Diakonie und den Steuerungsanspruch von Kirchengemeinden. Im Plenum wurden die Arbeitsergebnisse vorgestellt. Es kristallisierte sich heraus, dass die Seelsorge in den Krankenhäusern einen hohen Stellenwert hat. Wichtig war den Arbeitsgruppen, dass die Informationsflüsse und die Transparenz zwischen den Gemeinden und der überörtlichen Diakonie deutlich verbessert werden sollten. Die komplizierten Strukturen sollten schlanker gestaltet werden. Zudem müssten die Diakoniebeauftragten in den Kirchengemeinden für ihre Aufgabe besser geschult werden.

Während der Sondersynode reichte die Zeit nicht, um die Arbeitsaufträge im Detail zu beraten und auszuformulieren. Daher beauftragte die Synode den KSV, bis zur nächsten Herbstsynode einen Beschlussvorschlag aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen zu entwickeln, der konkrete Arbeitsaufträge enthält, die Themen benennt, die bearbeitet werden müssen und einen detaillierten Zeitplan angibt.
kp

Text zum Bild: (Foto: Karlfried Petri)
Die Synodalen im Kirchenkreis Siegen ließen sich auf einer Sondersynode über die Strukturen der Diakonie in Südwestfalen und die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten informieren. In ersten Überlegungen wurden Schwerpunkte für die weiteren Beratungen aufgezeigt. Auf der nächsten regulären Synode sollen die konkreten Prüfaufträge für den KSV beschlossen werden.

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