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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kirchen, Kindergärten, Jugendarbeit
Freiwilliges Kirchgeld unterstützt die Kirchengemeinden

Ein neues Waldhorn dank
14.11.2008 09:37
Nach dem überaus erfolgreichen Anfang im fast vergangenen Jahr erbeten viele Kirchengemeinden im Kirchenkreis Siegen auch für das kommende Jahr von ihren Gemeindegliedern oder Förderern ein Freiwilliges Kirchgeld. Dann heißt es wieder mit dem doppeldeutigen Motto: „Meine Kirche – dafür hab ich was übrig“. Viele Menschen haben deutlich gezeigt, dass sie etwas für ihre Kirche übrig haben. Bis zu 30.000 Euro zusätzlich konnten die einzelnen Kirchengemeinden in diesem Jahr durch längerfristig zugesagten freiwilligen Spenden ihrer Gemeindeglieder in die Gemeindearbeit investieren.
Familienzentren, Kirchengebäude, Kindertageseinrichtungen, Kirchenmusik im weitesten Sinne, die Verwendungszwecke sind so vielfältig wie die Aufgaben und Finanzbedarfe der Kirchengemeinden.
Die Kirchengemeinden sind ein Ort der Begegnung für viele Menschen: Alte und Junge, Frauen und Männer, Neuzugezogene und Alteingesessene. Ein buntes Programm und zahlreiche Aktivitäten kennzeichnen das kirchliche Leben. Dazu gehören Gottesdienste und Kinderbibeltage, Chöre und Konzerte, Jugendfreizeiten und Seniorenreisen, Seelsorge und Gesprächsgruppen. Sie ergänzen das gesellschaftspolitische Leben in den Orten und bereichern es.

Für die Unterstützung und das Vertrauen bedanken sich die Kirchengemeinden und der Kirchenkreis sehr herzlich. Das Freiwillige Kirchgeld kommt ausschließlich der Kirchengemeinde vor Ort zugute. Ist es mit einem konkreten Verwendungszweck gegeben worden, darf es nur für diesen Zweck eingesetzt werden. In den einzelnen Kirchengemeinden kann erfragt werden, wie das Geld verwendet wurde.

Die kirchensteuerfinanzierten Haushalte der Kirchengemeinden schrumpfen zunehmend. Auch für die kommenden Jahre ist eine Entspannung der Finanzlage nicht zu erwarten, prognostiziert Klaus Winterhoff, Vizepräsident der westfälischen Landeskirche. Die Mitgliederzahl wird um etwa ein Drittel sinken - die finanzielle Leistungsfähigkeit sogar um die Hälfte. Der eingeschlagene Sparkurs soll in den kommenden Jahren konsequent weitergeführt werden, auch wenn das Gesamtkirchensteuereinkommen gegenwärtig gestiegen ist. „Heute muss geschultert werden, was morgen nicht mehr zu schultern ist“, so Winterhoff.
So manche Kirchengemeinde sieht sich kaum noch oder aber schon nicht mehr in der Lage, die überkommenen Aufgaben zu finanzieren. Auf Kindertageseinrichtungen, Jugendreferente oder Küster zu finanzieren, fällt zunehmend schwer. Gut, wenn so manche Aufgabe nicht aufgegeben werden muss, sondern in ehrenamtliche Hände übergehen kann. Auch hier gilt ein herzliches Dankeschön denjenigen, die ihr Können und ihre Arbeitskraft in der Kirchengemeinde unentgeltlich einbringen.
Dem Rückgang der Kirchensteuerzuweisung in den Gemeinden in den vergangenen und voraussichtlich auch in den kommenden Jahren soll nicht allein durch Einsparungen und Personalabbau begegnet werden. Dadurch würde in Folge so manche Aufgabe und Dienstleistung wegfallen. Durch die Einführung des freiwilligen Kirchgeldes kann ein zusätzliches finanzielles Standbein entstehen, das zumindest einen Teil der Einbrüche ausgleicht.

Freiwilliges Kirchgeld ist von der Absicht her etwas anderes als eine einmalige Spende. Freiwilliges Kirchgeld heißt: Jemand erklärt sich bereit, regelmäßig seiner Kirchengemeinde einen Geldbetrag zu überweisen, mit dem diese für den zugesagten Zeitraum fest rechnen kann. Jeder bestimmt selbst nach eigener Einschätzung, ob, wie lange und in welcher Höhe er freiwilliges Kirchgeld geben will. Auch kleine Beträge helfen weiter. Selbstverständlich gibt es am Ende des Jahres eine Spendenbescheinigung, denn das Freiwillige Kirchgeld kann von der Steuer abgesetzt werden.
Wenn beispielsweise jedes erwachsene Kirchenmitglied monatlich 5 Euro gäbe, das entspricht einem Kaffeegedeck, vier Liter Benzin, zwei Getränken in einer Gaststätte oder einem Lottoschein, kämen bei 1.000 Gemeindegliedern bereits 60.000 Euro im Jahr zusammen.
Das Freiwillige Kirchgeld ist sicherlich keine Alternative oder ein Ersatz für die Kirchensteuer, sondern eine Ergänzung. Mit diesen regelmäßigen Zuwendungen können die Kirchengemeinden versuchen, auch in schwierigen Zeiten ein gutes Angebot aufrecht zu erhalten.

In den nächsten Wochen werden wieder etliche Kirchengemeinden im Kirchenkreis Siegen ihre Gemeindeglieder anschreiben und die Projekte vorstellen, für die sie freiwilliges Kirchgeld benötigen. Sie hoffen, dass auch diesmal Menschen die Arbeit ihrer Kirchengemeinde wertschätzen und finanziell im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen getreu dem Motto: „Meine Kirche – dafür hab ich was übrig“.

kp

Text zum Bild: (Foto Kirchengemeinde Krombach)
Die Kirchengemeinde Krombach kaufte von dem Freiwilligen Kirchgeld ein Waldhorn für den örtlichen Posaunenchor. Ann-Kristin Klappert freut sich sehr, auf diesem neuen Instrument das Posaunenspiel erlernen zu können.

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