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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Verhaltensauffälligkeiten bei Schülern
Prof. Dr. Winfried Palmowski referierte auf dem 13. Südwestfälischen Pädagogischen Tag

Prof Dr. Winfried Palmowski
01.12.2008 16:31
Überaus gut besucht war der 13. Südwestfälische Pädagogische Tag, zu dem das Schulreferat des Kirchenkreises Siegen in die Arche des Evangelischen Gymnasiums eingeladen hatte. Etwa 200 Lehrerinnen und Lehrer besuchten die Fortbildung an einem Freitagnachmittag zu dem Thema: Nichts ist ohne Kontext – Systemische Pädagogik bei „Verhaltensauffälligkeiten“. Über den regen Zuspruch freute sich Schulreferentin Evelyne Dzaak, die in Seminaren das Thema Verhaltensauffälligkeiten regelmäßig anbietet und lange Wartelisten führen muss. „In Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern erfahre ich, dass zunehmend Verhaltensauffälligkeiten bei Schülern den Schulalltag erschweren, so die Pfarrerin. Oft genug macht sich eine gewisse Ratlosigkeit breit, wie eine angemessene Reaktion seitens des Lehrkörpers auszusehen hat.
Hier konnte Prof. Dr. Winfried Palmowski wertvolle Tipps für den Schulalltag geben. Palmowski, Inhaber des Lehrstuhls für Sonderpädagogik, Pädagogik bei Erziehungsschwierigkeiten und Integration an der Universität Erfurt, forscht und publiziert seit Jahren im Rahmen der Systemischen Pädagogik besonders zum Thema Verhaltensauffälligkeiten. Menschen agieren und reagieren allzu oft „aus dem Bauch heraus“ oder „folgen ihrer Intuition“ ohne eines gründlichen Durchdenkens des eigenen Verhaltens, um es auch erklären zu können. Dabei haben Erklärungsmodelle eine fundamentale Bedeutung, denn sie entscheiden darüber, wie sich Lehrerinnen und Lehrer in den entsprechenden pädagogischen Situationen verhalten. „Wir handeln so, wie wir denken, verändern sich unsere Denkmuster, wird sich auch unser Verhalten verändern“, lautet einer seiner Kernsätze. Mit Humor stieg er in die Thematik ein: „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, für den sieht auch jedes Problem wie ein Nagel aus!“ Deutlich wurde, dass man nicht jeder Verhaltensauffälligkeit nach demselben Schema begegnen kann und die Pädagogen gut daran tun, verschiedene theoretische Denkansätze zu beherzigen. „Wenn man ein Problem im Lichte einer Theorie betrachtet, entstehen Schatten und wenn man etwas im Lichte verschiedener Theorien beleuchtet, werden Schattenbereiche verkleinert oder besser ausgeleuchtet. Wenn man aber ein Problem ohne einen theoretischen Bezugsrahmen betrachtet, regiert die nicht ausgesprochene eigene subjektive Theorie das Handeln“, zitiert er Enno Vooken. „Palmowski machte deutlich, dass die wichtigste Variable von Unterricht die jeweilige emotionale Befindlichkeit des Lehrers ist. Lehrerhandeln wird für die Schüler umso transparenter und vorhersagbarer, je präziser und expliziter sie die Beweggründe für sein Handeln kennen. Transparenz, so der Pädagogikprofessor, ermöglicht Verhaltenssicherheit und Planung. Anhand konkreter Beispiele aus dem Schulalltag unterstrich er seine Thesen.
In Arbeitsgruppen wurde das Thema vertiefend diskutiert. Mit Imbiss und Gesprächen an Tischen klang die Fortbildungsveranstaltung aus.

Schulreferentin Evelyne Dzaak nutzte die Gelegenheit, um ihrer Mitarbeiterin Christiane Grauel herzlich für ihre wertvolle Mitarbeit zu danken. 85 gut besuchte Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr vom Schulreferat durchgeführt.

kp

Text zum Bild: (Foto: Karlfried Petri)
Prof. Dr. Winfried Palmowski gab den Siegerländer Pädagoginnen und Pädagogen jetzt wertvolle Tipps für ihren Schulalltag, um verhaltensauffälligen Schülern angemessen zu begegnen.

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