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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Taufe und Grüner Hahn
Herbstsynode 2008 des Kirchenkreises Siegen
01.12.2008 16:37

Problemanzeige Taufe und Erziehung im Focus der Landessynode und Kreissynode

Ein für die nahe Zukunft landeskirchenweites „Jahr der Taufe“ hat Präses Alfred Buß auf der Landessynode ausgerufen. Darüber wurde jetzt die Kreissynode Siegen informiert. Ein solches „Jahr der Taufe“ könne, so die Superintendentin Annette Kurschus, dazu helfen, das evangelische Taufverständnis mit all den gesellschaftlichen Herausforderungen theologisch, lebenspraktisch und ökumenisch noch einmal gründlich zu durchdringen und Klärungen voranzutreiben. Es reiche allerdings nicht, Menschen lediglich zu taufen und zu konfirmieren. Kurschus: „Dass Kinder und Jugendliche in unseren Gemeinden ein Zuhause finden können, wo sie willkommen sind, wo sie gefördert und angesprochen werden, wo sie in lebendigen Kontakt geraten mit dem christlichen Glauben und dadurch Orientierung erhalten für ihr Leben: Dieses Anliegen gehört elementar und unaufgebbar zu unseren Aufgaben als Kirche.“

Pfr. Martin Eckey, Olpe

In seinem Bericht von der Landessynode ging auch Pfr. Martin Eckey auf das Thema Taufe ein. Die wechselseitige Taufanerkennung von Christen orthodoxen, römisch-katholischen oder evangelischen Glaubens hebe heraus, dass die Zugehörigkeit zu Christus umfassender sei als die Zugehörigkeit zu einer Konfessionskirche. Was aber bedeute das für die Ökumene, wenn die wechselseitige Anerkennung als Kirche damit ausdrücklich nicht verbunden sei? Wie sei es einzuordnen, dass die römische Kirche weiterhin keine evangelische Paten zulasse? Auch innerhalb der evangelischen Kirche gebe es Klärungsbedarf. Der Anteil derer, die sich im Vorfeld der Konfirmation taufen lassen, wachse. Taufe könne zu einem Zulassungsritual für die Konfirmation abgewertet werden. Der Satz: „Mein Kind soll selbst entscheiden“ zeige vor allem Rat- und Hilflosigkeit und unterstelle, Erziehung könne weltanschaulich neutral sein. Paten seien oft schwer zu finden. Die frühkindliche religiöse Erziehung „verschwindet im Bermudadreieck“ gegenseitiger Delegation zwischen Eltern, Paten und Gemeinde. Alleinerziehende ließen ihre Kinder sehr viel seltener taufen. Die Taufe scheine mit dem Ideal einer „intakten Familie“ verknüpft zu sein. Das könne niemanden zufrieden sein lassen. Weiter fragt er, wie in den Gemeinden damit umgegangen werde, dass aus der Kirche Ausgetretene Getaufte blieben? Eckey: „Das evangelische Verständnis von Taufe, als Befreiung von der Macht der Sünde, als Teilhabe an Tod und Leben Jesu, als Begabung mit dem Heiligen Geist und als Aufnahme in die Gemeinschaft der Glaubenden, könne in diesem Facettenreichtum profiliert und Kindern wie Erwachsenen aus unterschiedlichen Milieus nahegebracht werden.“ Taufe ziele von jeher auf Bildung.
kp

„Der Grüne Hahn“ kräht lauter im Kirchenkreis Siegen

Umweltschutz erhält im Kirchenkreis Siegen künftig höhere Bedeutung, sehr zur Freude von Pfrn. Marianne Mengel-Keßler, Vorsitzende des Ausschusses zur Bewahrung der Schöpfung. Die Synode änderte die Richtlinien des Kirchenkreises Siegen für die Bewilligung von Finanzhilfen aus dem Baufonds der Kirchengemeinden. Künftig erhalten Energiesparmaßnahmen ein einfacheres Bewilligungsverfahren. Förderfähig sind künftig die Erneuerung von Bauteilen kürzerer Lebensdauer, wenn sie im Zusammenhang mit umweltgerechten Baumaßnahmen stehen. Auch Energiesparmaßnahmen wie Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerke, durch die lediglich Erträge durch den Einsatz umweltfreundlicher Energieerzeuger erzielt werden, sind künftig förderfähig. Bereits in ihrem Bericht hatte die Superintendentin das landeskirchliche Projekt „Umweltmanagement in der Kirche“ hervorgehoben, an dem der Kirchenkreis mit dem Haus der Kirche und einige Gemeinden mit ihren Gebäuden teilnehmen. Kurschus: „Es reicht nicht, von der Bewahrung der Schöpfung Gottes nur zu reden und sie einzufordern – wir möchten an unserem Ort mit unseren Möglichkeiten Verantwortung wahrnehmen und einen eigenen Beitrag dazu leisten.“ Die Vorsitzende des Ausschusses zur Bewahrung der Schöpfung mahnte eine engere Zusammenarbeit mit diesem kreiskirchlichen Umweltausschuss an, der an der Entwicklung der umweltverträglichen Zusätze der Richtlinien für die Bewilligung von Finanzhilfen aus dem Baufonds nicht beteiligt war.
kp


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